Fünf Jaguare an einem Tag: Michaels Familiensafari im brasilianischen Pantanal

Eine fünfköpfige Familie aus der Schweiz, ein Roman, den Michael vor 15 Jahren gelesen hat, und vier Tage auf der Transpantaneira und den Flüssen rund um Porto Jofre: seine Geschichte in eigenen Worten

Michael Lang ist 51 und Hausarzt mit einer kleinen Privatpraxis im Nordwesten der Schweiz, 10 Kilometer von der deutschen und der französischen Grenze entfernt. Den Urlaub plante er mit seiner Familie und ein paar Freunden. Im Gespräch waren zuerst Sri Lanka, dann Afrika und Costa Rica, bis die Wahl schließlich auf Brasilien fiel.

Michael hatte drei Wünsche: Rio de Janeiro, die Iguazú-Wasserfälle und eine Safari im Amazonas oder im Pantanal. Am Ende setzte sich das Pantanal durch, und das lag vor allem an einem Buch. Vor rund 15 Jahren hatte er „Das Testament“ gelesen, John Grishams Roman über einen Anwalt, der in die Sümpfe Brasiliens geschickt wird, um eine Missionarin zu finden.

Im Juli 2026 verbrachten Michael, seine Frau und ihre drei Kinder im Alter von 17 bis 21 Jahren vier Tage auf der Pantanal-Jaguar-Budget-Safari. Organisiert hat die Reise PlanetaEXO, geführt wurde sie von einem lokalen Guide. Hier erzählt Michael, wie es war. Viel Spaß beim Lesen!

Vier Tage auf der Transpantaneira (und keine Minute Langeweile)

Das Testament spielt im südlichen Pantanal, Michael und seine Familie zog es aber ins nördliche Pantanal. Sie flogen nach Cuiabá und fuhren von dort mit dem Auto ins Feuchtgebiet. Die Reise hatte zwei Stationen: zuerst eine Lodge weiter im Norden, danach das Flussgebiet rund um Porto Jofre, wo die Straße Transpantaneira endet.

Der Wechsel zwischen den beiden Orten gefiel Michael. „Es war so interessant, diese verschiedenen Orte zu sehen, und mir war nie langweilig“, sagt er. Auch das Tempo passte: „Es war ziemlich entspannend, im Boot zu sitzen und über den Fluss zu gleiten.“

Nach dem schwierigsten Moment gefragt, muss Michael passen: kein anstrengender Weg, kein schlechtes Wetter, keine Bootsfahrt, die sich zu lange hinzog. „Eigentlich gibt es nichts, was für mich eine Herausforderung war“, antwortet er. Ihm ist klar, dass vier Tage fürs Pantanal eher kurz sind und es auch längere Reisen gibt. Nennen kann er trotzdem keinen einzigen Kritikpunkt.

👉 Mehr dazu:

Fünf Jaguare an einem Tag

Michael liebt Tiere und ist begeisterter Hobbyfotograf, aber kein Wildtierexperte. Auf seiner Wunschliste fürs Pantanal stand im Grunde nur ein Tier: „Ich wollte unbedingt Jaguare sehen. Und wir haben jede Menge gesehen.“ An einem einzigen Tag entdeckte die Gruppe rund fünf Jaguare an fünf verschiedenen Stellen.

Und es blieb nicht bei den Jaguaren: überall Vögel, ein Tapir, Hirsche, Otter und viele Kaimane. Da ging dem Tierfreund natürlich das Herz auf.

Genau dafür nehmen Reisende den weiten Weg auf sich. Rund um Porto Jofre fließen die Flüsse Cuiabá, Piquiri und Três Irmãos durch den Staatspark Encontro das Águas, und nirgends im Pantanal stehen die Chancen auf einen Jaguar besser. Die meisten Sichtungen gibt es in der Übergangs- und der Trockenzeit, also von Mai bis Oktober.

Ihm fiel auf, wie wenige Menschen zuschauten. Ganz anders an den Iguazú-Wasserfällen: Dort „stehen Hunderte Leute auf einer Plattform und auf den Gehwegen“, erzählt er. Und auf dem Fluss im Pantanal? „Da sind vielleicht ein Dutzend oder 10 Boote. Overtourism gibt es nicht, würde ich sagen.“

👉 Mehr dazu:

Eine private Tour, ganz auf die Familie zugeschnitten

Michael hatte sich darauf eingestellt, dass ihr Guide Fábio eine Gruppe von 10 oder 12 Leuten betreuen würde. Stattdessen hatte die Familie ihn ganz für sich allein. „Er war für uns wie ein privater Reiseleiter. Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt er. „Das war eine große Überraschung für mich. Aber für uns war das super, weil wir alles fragen konnten.“

Das hieß auch: Den Takt gab die Familie vor. „Wir konnten in unserem eigenen Tempo reisen. Wir haben gesagt, okay, wir wollen dies oder das machen, oder wir wollen dann und dann los. Es war also so individuell, lobt er. Neben den Jaguaren schätzt er genau das an der Reise am meisten. „Der persönliche Kontakt zum Guide war ausgezeichnet.“

Fábios Englisch half nicht nur bei der Tierbeobachtung. Anderswo in Brasilien konnte sich die Familie mit Einheimischen nur mühsam verständigen, mit ihrem Guide dagegen gingen die Gespräche richtig in die Tiefe. „Wir haben immer über Kultur, Religion, Finanzthemen, Politik und alles Mögliche geredet“, erzählt er. „Ich glaube, das war der engste Kontakt, den wir auf dieser Reise hatten.“

👉 Mehr dazu: Wo im Pantanal übernachten: Lodge-Guide

Frösche im Bad und eine Otterdame namens Cheetah

Als Michael von einem lustigen Moment der Reise erzählen wollte, schaute er kurz zu seiner Tochter: Kleine Frösche hatten sich in die Zimmer der Familie verirrt, und sie traute sich nicht mehr ins Bad. Was er ihr damals sagte, könnte glatt das Motto fürs ganze Pantanal sein: „Wir sind hier nicht in der Stadt. Wir sind in der Wildnis.

Und dann war da noch Cheetah, eine an Menschen gewöhnte Otterdame. Die Familie traf sie zweimal auf dem Fluss, und beide Male versuchte sie, an Bord zu kommen. „Sie wollte immer ins Boot springen. Das war so lustig“, erzählt er und lacht.

Seine anderen Lieblingsmomente waren stiller: Bootsfahrten bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, auf denen er die schöne Landschaft auf sich wirken ließ.

👉 Mehr dazu: Tiere im Pantanal: die Tierwelt Brasiliens

Wie sicher war Brasilien? Michaels ehrliche Antwort

Unsicher hat sich Michael in Brasilien nie gefühlt, und er erklärt ganz nüchtern, warum. Die Familie mied die heikleren Ecken von Rio und São Paulo, ließ sich per Fahrdienst-App von Ort zu Ort bringen und war mit einer zweiten Familie als Gruppe unterwegs.

Seine wichtigste Regel, um sich an fremden Orten gut zurechtzufinden: „Wenn man eine gewisse Wachsamkeit mitbringt für das, was passieren kann, muss man keine unangenehmen Situationen durchmachen.“

Die Avenida Paulista, das Aushängeschild São Paulos, erinnerte ihn mit ihrem breiten, sauberen Straßenbild an Paris. Rund um Wahrzeichen wie die Catedral da Sé und den Mercadão, eine 93 Jahre alte öffentliche Markthalle, ging es in der Stadt rauer zu. Ähnliches hatte er schon anderswo gesehen, schockiert war er deshalb nicht. Der Kontrast zwischen den beiden Gesichtern der Stadt ist ihm aber im Kopf geblieben.

Ein ruhigeres Tempo und besseres Essen als erwartet

Für viele Europäer heißt Brasilien Fußball und sonst nicht viel, sagt Michael. Seine Familie und er haben auf der Reise etwas anderes erlebt: Die Wirklichkeit ist reicher und viel vielfältiger. Die Sprachbarriere war zwar etwas mühsam, überzeugt haben sie am Ende aber die Menschen und das Tempo.

Dass sich seine Frau in das Land verlieben würde, hätte er nicht gedacht. „Sie sagte, die Leute sind so nett und im Vergleich zur Schweiz so entspannt, erzählt er. Zu Hause sei ja schon der Einkauf im Supermarkt hektisch. „In Brasilien ging alles langsamer. Und das gefällt mir.“

Auch das Essen war eine Überraschung. Michael hatte mit sehr einfachen Gerichten gerechnet und bekam ein echtes Festessen. „Das brasilianische Essen war viel besser, als wir erwartet hatten, und günstiger als in anderen Ländern. Das hat mich wirklich überrascht.“

Fragt man ihn nach seinem Fazit zu Brasilien, zählt er auf: warme, sonnige Strände, entspannte Menschen, große Städte, Wasserfälle und Wildtiere. Einziger Haken ist die Größe des Landes, denn „die Distanzen sind riesig“. Plane also Inlandsflüge ein. „Ich empfehle Brasilien jedem, der mich fragt, wohin er in den Urlaub fahren soll. Das Land hat alles“, sagt er.

Michaels Tipps für die erste Brasilienreise

Auf die Frage, was er einem Freund vor der ersten Brasilienreise raten würde, antwortet Michael ganz praktisch:

  • Städte, Natur und Wildtiere kombinieren: Seine Familie verband São Paulo, Rio de Janeiro, die Iguazú-Wasserfälle, Ilha Grande und das Pantanal.
  • Für Ilha Grande im Bundesstaat Rio de Janeiro ein paar Tage mehr einplanen: Die Familie verbrachte drei Tage auf der Insel, und seine Kinder zählen sie zu den Highlights der Reise. Der Grund: „Einfach Strand und ein schönes Dorf.“
  • Die Safari von Anfang an mit einkalkulieren: Eine Safari im Pantanal ist nicht gerade billig, auch nicht in der Budget-Variante. Für Michael waren der private Guide und die Organisation das Geld am Ende wert.
  • Einen englischsprachigen Guide wählen: Außerhalb der Hotels sprechen oft nur wenige Menschen Englisch. Ein Guide mit fließendem Englisch ist deshalb dein bester Zugang zum Land.

👉 Mehr dazu: 10 Pantanal-Reisetipps

Als Nächstes: Salvador oder Lençóis Maranhenses

Michael will wiederkommen. Auf seiner Liste stehen Salvador und die weißen Sanddünen der Lençóis Maranhenses mit ihren glasklaren Lagunen.

Nach seinem Besuch an den Iguazú-Wasserfällen möchte er außerdem mehr vom Süden Brasiliens entdecken. Ein konkretes Ziel hat er zwar noch nicht, an Möglichkeiten mangelt es dort aber nicht!

👉 Mehr dazu: 10 Fakten über die Lençóis Maranhenses, Brasilien

Mit PlanetaEXO ins Pantanal

Du hast das Pantanal jetzt mit Michaels Augen gesehen und weißt, was dich dort erwartet: Jaguare, Otter, Kaimane und stille Bootsfahrten bei Sonnenaufgang. Zeit, das alles selbst aus der Nähe zu erleben!

PlanetaEXO ist eine auf Pantanal-Touren spezialisierte Ökotourismus-Plattform. Zusammen mit erfahrenen lokalen Guides und Veranstaltern kümmern wir uns um die Logistik, also Transfers, Lodges, Mahlzeiten und Bootssafaris, damit sich deine Familie ganz auf das Erlebnis konzentrieren kann. Kontaktiere uns jetzt!

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert