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  • Offener Safari-Geländewagen auf einer Holzbrücke über der Bucht im Caiman Ecological Refuge im südlichen Pantanal

    Solo-Safari im Pantanal: Andrea reist ins Caiman Ecological Refuge

    Eine Reproduktionsbiologin aus Australien, ein Wildtier-Symposium in Campo Grande und fünf Tage allein im Caiman Ecological Refuge: ihre Geschichte, in ihren eigenen Worten

    Andrea Laws-King aus Australien ist 67, Reproduktionsbiologin, Distanzreiterin und Unternehmerin. Nach Brasilien reiste sie zum Internationalen Symposium für Reproduktionsbiotechnologie im Wildtierschutz in Campo Grande. Die Stadt ist die Hauptstadt von Mato Grosso do Sul und das wichtigste Tor zum südlichen Pantanal.

    Nach der Tagung blieben ihr ein paar freie Tage, um das Land besser kennenzulernen. Auf der Suche nach einem Ziel stieß sie auf das Pantanal, von dem sie bis dahin noch nie gehört hatte. Es liegt nicht weit von Campo Grande, und Natur und Tiere interessieren sie sehr. Damit stand fest: Das war das ideale Ziel für ihre Solo-Reise.

    Im August 2026 verbrachte Andrea fünf Tage im Caiman Ecological Refuge. Das 53.000 Hektar große Privatreservat empfängt Gäste aus aller Welt in luxuriösen Unterkünften und organisiert Aktivitäten rund um Ökotourismus und Naturschutz. Die ganze Reise hat sie über PlanetaEXO geplant und gebucht. Hier kommt ihre Geschichte. Viel Spaß beim Lesen!

    Andrea bei einer geführten Wanderung durch den Palmenwald im Caiman Ecological Refuge im Pantanal
    Photo: Andrea Laws-King

    Begegnungen mit Jaguaren dank Onçafari

    Während ihres Aufenthalts konnte Andrea dem Projekt Onçafari aus nächster Nähe über die Schulter schauen. Die Initiative schützt Jaguare und setzt dabei auf Habituation: Die Tiere werden an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt, was die Forschung erleichtert und den Ökotourismus stärkt. Gegründet wurde das Programm 2011 direkt auf dem Gelände des Reservats. Deshalb ist Caiman der beste Ort im ganzen südlichen Pantanal, um die mächtigen Raubkatzen zu sehen.

    Dass Onçafari zu ihrem bei PlanetaEXO gebuchten Programm gehörte, wusste sie. Was genau dahintersteckt, war ihr allerdings nicht ganz klar. Doch schon bald war sie von der Arbeit der Fachleute vor Ort begeistert. „Mein Tag mit Onçafari hat mir richtig gut gefallen: Ich habe Jaguare gesehen und einiges über sie gelernt“, erzählt sie. „Was den Artenschutz angeht, hat mir das wirklich die Augen geöffnet.“

    Gut zu wissen: Schon bei den regulären Pirschfahrten in Caiman stehen deine Chancen auf einen Jaguar gut. Die Onçafari-Experience kostet allerdings extra und bietet dir einen intensiven Einblick in die Wissenschaft hinter dem Projekt. Viele Reisende finden, genau wie Andrea, dass sich das lohnt!

    Jaguar ruht auf einem Ast im Pantanal, die Großkatze, die Onçafari schützt
    Photo: Onçafari

    👉 Mehr dazu: Wo man im Pantanal Jaguare sieht

    Hyazinth-Aras, neue Bäume und eine Hommage, die zu Herzen geht

    Auf der Website von Caiman war Andrea auf das Projeto Arara Azul gestoßen, und gleich nach ihrer Ankunft in der Lodge meldete sie sich dafür an. Der Hyazinth-Ara gilt als größter flugfähiger Papagei der Welt und ist nach wie vor als gefährdet eingestuft. Die Forscherin Neiva Guedes gründete das Projekt 1990. Finanziert wird es über feste Beiträge aus den Ausflügen, und jeder Cent fließt direkt in den Schutz der Vögel.

    Gemeinsam mit ihrer Gruppe, zu der Familien aus Frankreich und England gehörten, sah Andrea zu, wie die Wissenschaftler auf die Bäume kletterten, um die Nester zu kontrollieren. „Ich fand es toll, mit ihnen rauszufahren und die natürlichen Nester und Nistkästen der Hyazinth-Aras zu besuchen, während uns diese prächtigen Vögel beobachteten.“

    Unterwegs wartete eine schöne Überraschung auf Andrea: Sie durfte einen Baum pflanzen. Nachdem sie gerade eines der bekanntesten Tiere des Pantanals beobachtet hatte, war sie froh und gerührt, selbst etwas zur Pflanzenwelt der Region beitragen zu können. Dieser Moment ist ihr besonders in Erinnerung geblieben, und das aus einem sehr persönlichen Grund. „Ich sollte [dem Baum] einen Namen geben! Die Gruppe hat vorgeschlagen, ihn nach meinem alten Hund zu benennen: Snowball, der gerade in Australien gestorben war“, erzählt sie liebevoll.

    👉 Mehr dazu:

    Die perfekte Mischung aus Natur, kundigen Guides und gehobener Gastfreundschaft

    In Caiman bestimmt der Rhythmus der Natur das Programm: Safaris gibt es frühmorgens und noch einmal am Nachmittag, also dann, wenn die Tiere am aktivsten sind und du die besten Chancen hast, sie zu sehen. Auf dem Rückweg zur Lodge, wenn sich die Dunkelheit über das Pantanal legt, suchen die Guides mit Scheinwerfern nach nachtaktiven Tieren.

    Über die Guides urteilt Andrea ohne Umschweife, und zwar durchweg positiv. „Die Guides wussten unglaublich viel. Sie wollten, dass alle so viele Vögel und Wildtiere wie möglich sehen. Ihr Respekt vor den Tieren und der Natur war grenzenlos.“

    Zurück in Caiman fiel ihr schnell der Kontrast zwischen der unberührten Natur und dem gehobenen Service auf, den sie als Gast genoss. „Die Lodge war fantastisch! Der Aufenthalt war phänomenal, gerade zwischen den Pirschfahrten in den offenen Geländewagen“, schwärmt sie.

    Hauptunterkunft ist die Casa Caiman, ein ehemaliges Farmhaus mit 18 Suiten, Restaurant, Bar, Pool und einem Deck mit Blick auf die Bucht. Andrea war rundum zufrieden. „Die Organisation in Caiman war hervorragend“, lobt sie. „Der Komfort war unschlagbar, und das Personal hätte nicht besser sein können!“

    Pool mit Liegen und Hängematten unter den Bäumen der Lodge Casa Caiman
    Photo: Felipe Castellari

    👉 Mehr dazu: Wo im Pantanal übernachten: Lodge-Guide

    Sicherheit als alleinreisende Frau

    Rio de Janeiro kannte Andrea schon aus ihrer Kindheit, als sie mit ihrer Familie dort war. Jahre später kam sie als erwachsene Frau zurück nach Brasilien, diesmal allein und in ein Land, das so ganz anders ist als ihre Heimat. „Ich war voller Vorfreude, wenn auch ein bisschen nervös“, gibt sie zu. Zum Glück legte sich die Nervosität schnell. „Ich habe mich während meines Aufenthalts sicher gefühlt, und die Menschen vor Ort waren alle sehr herzlich.“

    Geholfen hat auch, dass ein spezialisiertes Team die gesamte Logistik der Reise in der Hand hatte. „Weil PlanetaEXO meine Reise ins Pantanal organisiert hat, war es ganz einfach, als Frau allein unterwegs zu sein“, sagt sie. „Abholung und Rücktransfer liefen reibungslos, und das Team hat mich immer gut auf dem Laufenden gehalten. Ich habe mich sehr sicher gefühlt.“

    Andrea mit ihrer Reisegruppe rund um den frisch gepflanzten Snowball-Baum in Caiman
    Photo: Andrea Laws-King

    👉 Mehr dazu: Ökotourismus ist die Lösung für Frauen, die alleine durch Brasilien reisen

    Tipps von Andrea für deine Reise ins Pantanal und nach Caiman

    Auf die Frage nach Tipps für alle, die zum ersten Mal ins Pantanal reisen, musste Andrea nicht lange überlegen. „Unbedingt über PlanetaEXO buchen und die Caiman-Reise machen. Es ist alles genau so wie [online] beschrieben.“

    Das Reiten hatte sie zwar auch auf dem Schirm, ließ es aber selbst aus: Beruflich ist sie ohnehin im Distanzreiten zu Hause, deshalb wollte sie sich lieber auf Aktivitäten konzentrieren, die nichts mit ihrem Alltag zu tun haben. Aufgefallen ist ihr trotzdem, dass die Ausritte bestens für alle mit wenig Erfahrung geeignet sind.

    „[In Caiman] sind die Ausritte auf Nicht-Reiter ausgelegt, mit gemächlichem Tempo und nach dem Prinzip ‚immer hinter dem Guide her‘.“ Ein guter Tipp für alle, die neu im Sattel sind!

    Gäste bei einem gemächlichen Ausritt auf einem Waldweg in Caiman, hinter dem Guide
    Photo: Lais Moura

    Das Pantanal in drei Worten und wohin es Andrea als Nächstes zieht

    Beeindruckt vom Komfort in Caiman, von der Nähe zur Natur und von der Schönheit des Pantanals, fasste Andrea ihre Reise in drei Worten zusammen: „Weite. Abgeschiedenheit. Staunen.“

    Brasilien hat ihr so gut gefallen, dass sie schon die nächste Reise dorthin im Kopf hat, diesmal in eine andere Region. „Nächstes Mal würde ich gern den Amazonas besuchen! Piranhas und rosa Delfine? Da sag ich nicht Nein!“

    Gäste beobachten bei einer Safari in Caiman einen Großen Ameisenbären im Grasland
    Photo: Felipe Castellari

    👉 Mehr dazu:

    Caiman und das südliche Pantanal mit PlanetaEXO erleben

    Jetzt kennst du Caiman aus Andreas Sicht und weißt, was dich in diesem Winkel des Pantanals erwartet: Jaguarforschung, die du aus nächster Nähe miterlebst, Hyazinth-Aras, die dich aus ihren Nestern beobachten, und echter Komfort zwischen den Pirschfahrten.

    PlanetaEXO ist eine Ökotourismus-Plattform, spezialisiert auf Touren ins südliche Pantanal. Gemeinsam mit erfahrenen lokalen Guides und Veranstaltern kümmern wir uns um die Logistik (Transfer ab Campo Grande, Lodge, Mahlzeiten und Aktivitätenprogramm), damit du dich ganz auf die Tierwelt konzentrieren kannst. Melde dich jetzt bei uns!

    Luftaufnahme des Caiman Ecological Refuge mit Lodge, Bucht und Feuchtgebieten des südlichen Pantanal
    Photo: Felipe Castellari
  • Person paddelt bei Sonnenuntergang in einem Holzkanu über einen ruhigen Fluss im Regenwald, ein typischer Moment einer Amazonas-Tour ab Manaus

    10 Manaus-Tipps für deine Amazonas-Tour in Brasilien

    Praktische Reisetipps für Manaus zu Sicherheit, Gesundheit, Essen, Besichtigungen am Vormittag und Aktivitäten, für alle, die rund um ihre Zeit im Regenwald ein paar Tage in der Stadt verbringen

    Manaus ist das wichtigste Tor zum brasilianischen Amazonas, doch die eindrucksvollsten Erlebnisse beginnen meist jenseits der Stadt. Ob abgelegene Dschungel-Lodges, Flusskreuzfahrten in kleinen Gruppen oder geführte Camping-Expeditionen: Es gibt viele Wege, den größten tropischen Regenwald der Welt zu entdecken.

    Du planst eine Amazonas-Tour ab Manaus in Brasilien? Dann helfen dir diese 10 praktischen Tipps, sicher zu reisen, das passende Erlebnis zu wählen, typische Touristenfallen zu umgehen und deine Zeit in der Region bestmöglich zu nutzen.

    PlanetaEXO, eine auf Amazonas-Touren in Brasilien spezialisierte Ökotourismus-Plattform, hat diese Manaus-Tipps für deinen Besuch in der Stadt zusammengestellt, besonders wenn du auch den Regenwald erkunden möchtest. Hier kommen sie!

    Die Rio-Negro-Brücke in Manaus bei Sonnenuntergang, der Stadt, in der die meisten Amazonas-Touren in Brasilien starten
    Photo: Paulo Mateus Oliveira Guerra

    1) Weniger Zeit in Manaus, mehr Zeit im Amazonas-Regenwald

    Manaus ist zwar der wichtigste Ausgangspunkt für den brasilianischen Amazonas, aber wenn du schon so weit gereist bist, warum dann die meiste Zeit in der Stadt verbringen? Das eigentliche Erlebnis beginnt, wenn du die Stadt hinter dir lässt und tiefer in den Regenwald vordringst.

    Statt deinen Reiseplan mit Stadtbesichtigungen und kurzen Tagesausflügen zu füllen, empfehlen wir dir mindestens 3 bis 5 Tage mitten in der Natur. So bleibt Zeit, abgelegene Flüsse zu erkunden, mit lokalen Guides durch den Dschungel zu wandern, Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten und den Amazonas in Ruhe zu erleben.

    Je nachdem, wie viel Komfort du dir wünschst und wie abenteuerlustig du bist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Regenwald zu erleben:

    • Amazonas-Lodges: Du wohnst mitten im Regenwald, mit geführten Dschungelwanderungen, Kanuausflügen, Tierbeobachtungen und Begegnungen mit lokalen Gemeinschaften. Von der einfachen Dschungelunterkunft bis zur komfortablen Eco-Lodge ist für jeden Reisestil etwas dabei.
    • Amazonas-Kreuzfahrten: Auf kleinen Expeditionsbooten erkundest du den Rio Negro und seine Nebenflüsse und erreichst abgelegene Gebiete, die bei Tagesausflügen kaum zugänglich sind. Du wachst mit den Geräuschen der Natur auf, fährst durch schmale Wasserwege im Wald und entdeckst jeden Tag eine andere Seite des Amazonas.
    • Dschungel-Camping und Survival-Expeditionen: Für Abenteuerlustige sind Nächte im Camp mitten im Regenwald die intensivste Art, der Natur nahezukommen. Erfahrene lokale Guides zeigen dir Überlebenstechniken im Dschungel, gekocht wird im Wald, und nachts schläfst du umgeben von den Geräuschen des Amazonas.

    Einer der größten Vorteile einer Übernachtung im Regenwald: Du erlebst ihn zu verschiedenen Tageszeiten. Am frühen Morgen lassen sich Vögel am besten beobachten, und nächtliche Ausflüge zeigen dir eine ganz andere Seite des Dschungels.

    Unsere Empfehlung und einer der wichtigsten Tipps für die Amazonas-Tour: Sieh Manaus als Ankunfts- und Abreiseort, nicht als eigentliches Reiseziel. Eine Nacht in der Stadt kann für Flugverbindungen sinnvoll sein, aber gib deiner Zeit im Regenwald Vorrang.

    👉 Weiterlesen: Wie viele Tage im Amazonas solltest du einplanen?

    Reisende von hinten in einem Holzkanu auf einem Kanal durch überfluteten Wald bei einer mehrtägigen Amazonas-Tour ab Manaus
    Photo: Marcelo Bonifácio

    2) Sicher unterwegs: das richtige Viertel, die richtige Fahrt, die richtigen Gewohnheiten

    In Manaus solltest du so aufmerksam sein wie in jeder anderen Großstadt. Das größte Risiko für Besucher sind Gelegenheitsdiebe, die dir das Handy aus der Hand reißen oder in die Tasche greifen. Mit diesen Tipps für Manaus bleibst du entspannt.

    Wo übernachten in Manaus?

    Nicht alle Stadtteile von Manaus passen gleich gut zu Reisenden. Wenn du deine Unterkunft in Manaus aussuchst, behalte diese Viertel im Blick:

    • Ponta Negra: Hotels direkt am Fluss, Restaurants und eine gut überwachte Uferpromenade. Nach dem Regenwald die beste Basis, um runterzukommen.
    • Adrianópolis und Vieiralves: ruhige Wohnstraßen, Einkaufszentren, Restaurants und Bars, in denen abends viele Einheimische sitzen.
    • Centro Histórico: tagsüber sehenswert, nach Einbruch der Dunkelheit aber wie leergefegt. Nach 20 Uhr hältst du dich dort besser nicht mehr auf.
    • Lieber nicht: Compensa, São José Operário und informelle Siedlungen. Für Reisende gibt es dort schlicht nichts zu sehen.

    Und wo übernachten in Manaus, wenn deine Amazonas-Tour am nächsten Morgen startet? Am besten im Centro oder in Adrianópolis: Bis zum Hafen Ceasa, wo mehrere Boote ablegen, sind es von dort nur etwa 20 Minuten. Ponta Negra am anderen Ende der Stadt hebst du dir besser für die Tage nach deiner Rückkehr auf.

    Unterwegs in der Stadt: Gewohnheiten, die helfen

    • Am einfachsten kommst du mit 99 oder Uber durch Manaus, auch vom Flughafen, der rund 14 km vom Zentrum entfernt liegt. Bestell Fahrten nur über die App und prüf das Kennzeichen, bevor du einsteigst.
    • Fahrer und „Guides“, die dich in der Ankunftshalle ansprechen? Einfach ignorieren. Und nachts keine Stadtbusse.
    • Auf der Straße bleibt das Handy in der Tasche, der Reisepass im Hotelsafe. Bargeld und Karten verteilst du auf zwei verschiedene Orte.
    • Geld hebst du tagsüber ab, und zwar drinnen in einer Bankfiliale. Im Mercado Adolpho Lisboa, einem Lieblingsrevier von Taschendieben, behältst du deine Tasche im Auge.

    👉 Weiterlesen: Ist Manaus gefährlich? Ein Leitfaden für Reisende in den Amazonas, Brasilien

    Luftaufnahme der Uferpromenade von Ponta Negra in Manaus mit Hochhäusern, Flusspromenade und dem Rio Negro
    Photo: Cristian Lourenço

    3) Iss wie die Einheimischen (und denk früh an besondere Ernährungswünsche)

    Essen in Manaus, das heißt Flussfisch, Maniok und Früchte, die wild im Wald wachsen. Ein Gericht steht sogar unter gesetzlichem Schutz: Das Sandwich X-caboquinho ist seit 2019 immaterielles Kulturerbe der Stadt.

    Wo du in Manaus gut isst:

    • Tambaqui: der Lieblingsfisch der Region, am besten vom Grill. Probier ihn bei Tambaqui de Banda (R. José Clemente, 596), gegenüber dem Opernhaus.
    • Tacacá: heiße Suppe aus tucupi, jambu (einem Blatt, das die Lippen kribbeln und taub werden lässt) und getrockneten Garnelen. Die Einheimischen löffeln sie am Nachmittag an Ständen wie Tacacá da Gisela (Largo de São Sebastião, Centro).
    • X-caboquinho: ein Brötchen mit der Palmfrucht tucumã, gebratener Kochbanane und Weißkäse. Die Bäckereien verkaufen es ab dem Morgengrauen.
    • Moderne Küche: Zu den bekanntesten Restaurants der Stadt zählen Banzeiro (R. Libertador, 102), Caxiri (R. 10 de Julho, 495) und Biatüwi (R. Bernardo Ramos, 97).
    • Açaí: Echtes Açaí aus dem Amazonas ist ungesüßt und kommt zu Herzhaftem auf den Tisch, etwa zu frittiertem Fisch oder getrockneten Garnelen. Probier es bei AçaíBelém (R. Alexandre Magno, 497) oder Waku Sese (R. Purus, 260).

    Restaurants in Manaus abseits der regionalen Küche

    Japanisch, italienisch, portugiesisch oder Burger: All das findest du in Vieiralves, Adrianópolis und in den Einkaufszentren Amazonas Shopping und Manauara Shopping. Die meisten Restaurants in Manaus schlagen eine freiwillige Servicegebühr von 10 % auf, zusätzliches Trinkgeld ist also nicht nötig.

    Wenn du bestimmte Lebensmittel nicht verträgst oder bewusst darauf verzichtest, helfen dir diese Hinweise:

    • Vegan und vegetarisch: Für rein natürliche, pflanzliche Gerichte ist Edi Sabor Natural (Av. Mário Ypiranga, 54) eine der beliebtesten Adressen der Stadt.
    • Glutenfrei: Tapioca, farinha und tucupi enthalten von Natur aus kein Gluten. Frag aber nach, ob in derselben Fritteuse auch andere Gerichte landen (sem glúten).
    • Lodges und Kreuzfahrten: Sag schon bei der Buchung Bescheid, was du nicht isst, denn mitten im Wald ist der Nachschub begrenzt.

    👉 Weiterlesen: Amazonas-Küche: 7 typische Gerichte aus Brasilien

    Amazonische Küche in Manaus: ein ganzer gegrillter Flussfisch auf Bananenblättern mit gegrillter Kochbanane, Farofa, Limetten und grünem Reis
    Photo: Giovanni Papini

    4) Was du in Manaus gesehen haben solltest

    Teatro Amazonas und Largo de São Sebastião

    Das Opernhaus von Manaus, das Teatro Amazonas, wurde 1896 während des Kautschukbooms eingeweiht und ist bis heute das Wahrzeichen der Stadt. Am 27. Juli 2026 wurde es zusammen mit dem historischen Theatro da Paz in Belém offiziell zum UNESCO-Welterbe erklärt. Führungen gibt es dienstags bis sonntags ab 9 Uhr. Draußen auf dem Largo de São Sebastião warten eine Kirche, ein Pflaster im Wellenmuster und abends die Stände mit tacacá.

    Historisches Zentrum

    Los geht’s am Mercado Adolpho Lisboa, der 1883 mit Eisenkonstruktionen aus Europa eröffnet wurde. Über die Avenida Eduardo Ribeiro läufst du dann durch die Altstadt von Manaus zum Palácio Rio Negro. Zum Abschluss wartet der Mirante Lúcia Almeida, ein Aussichtspunkt über dem Rio Negro.

    MUSA, das Museu da Amazônia

    Wissenschaft und Kultur stehen im Mittelpunkt des Museu da Amazônia (MUSA). Es grenzt mitten in der Stadt an das Waldreservat Adolpho Ducke, und sein 42 Meter hoher Turm ragt über das Blätterdach hinaus. Geschlossene Schuhe sind Pflicht, Führungen auf den Waldpfaden musst du vorab buchen.

    Bosque da Ciência

    Seekühe aus dem Amazonas und Riesenotter leben im Bosque da Ciência, einem Waldpark des INPA, Brasiliens Nationalen Instituts für Amazonasforschung. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung vorab aber Pflicht.

    Wenn du einen Tag übrig hast

    • Presidente Figueiredo: Wasserfälle und Höhlen, etwa 2 Stunden nördlich. Fahr unter der Woche hin oder mach eine mehrtägige Reise daraus, zum Beispiel die 4-tägige Amazonas-Kajaktour in Brasilien.
    • Museu do Seringal: ein Freilichtmuseum, das ein altes Kautschukgut nachstellt, 25–30 Minuten per Boot von der Marina do Davi. Die Praia da Lua liegt auf derselben Strecke, beides lässt sich also gut verbinden. Der Besuch steht auch auf dem Programm der Luxus-Kreuzfahrt Amazonas in Brasilien.
    Geschwungene Treppe zur rosafarbenen Fassade mit weißen Säulen des Teatro Amazonas, dem Opernhaus von Manaus
    Photo: Lucia Barreiros Silva

    5) Erkunde die Stadt am Vormittag

    Was kann man in Manaus machen, ohne in der Hitze schlappzumachen? Leg die Besichtigungen auf den Vormittag. Am frühen Nachmittag erreicht die Hitze ihren Höhepunkt, in der Regenzeit (Dezember bis Mai) ziehen nach dem Mittagessen Gewitter auf, und die Menschenmassen kommen später. Die Sonne geht das ganze Jahr über gegen 6 Uhr auf. So könnte dein Tag aussehen:

    • 6–8 Uhr: Frühstück mit X-caboquinho und Mercado Adolpho Lisboa.
    • 8:30–11 Uhr: der Turm des MUSA, die Führung im Teatro Amazonas oder der Bosque da Ciência.
    • 12–15 Uhr: Mittagessen und Pause im Hotel.
    • 17–18:30 Uhr: Sonnenuntergang in Ponta Negra, danach Abendessen und per Fahrdienst-App zurück.

    Der wichtigste unserer Manaus-Tipps fürs Timing: Plan voraus, dann holst du das Beste aus deiner Zeit heraus. Wirf einen Blick in den Veranstaltungskalender des Teatro Amazonas und buch Führungen auf den Waldpfaden oder Sonnenaufgangstouren im MUSA rechtzeitig. Und wenn du Ende Juni zum Festival de Parintins kommst, reservier Monate im Voraus.

    Aussichtsturm des MUSA, des Museu da Amazônia in Manaus, der über das Blätterdach des Regenwalds ragt
    Photo: Amazonastur

    6) Die Strände von Manaus genießen, aber mit Köpfchen

    Wer in Manaus an den Strand will, landet am Rio Negro: Die Flussstrände gehören zu den Top-Attraktionen der Stadt. Am Wochenende verbringen auch die Einheimischen hier ihre freie Zeit, deshalb kommt es aufs Timing an.

    • Strand von Ponta Negra: Komm am späten Nachmittag, wenn die Sonne über dem Fluss untergeht. Zum Baden taugt Ponta Negra in Manaus nicht immer: Sinkt der Fluss unter 16 m, gilt Badeverbot. Sieh ihn also eher als Flaniermeile.
    • Praia do Tupé und Praia da Lua: nur per Boot ab der Marina do Davi erreichbar. Am ruhigsten ist es an einem Vormittag unter der Woche. Kläre vor der Abfahrt, wann das Boot zurückfährt.

    Gehört zu deiner Amazonas-Tour ab Manaus eine Lodge oder Kreuzfahrt auf dem Rio Negro, brauchst du die Stadtstrände vielleicht gar nicht: In Anavilhanas gibt es in der Trockenzeit weiße Sandstrände, oft nur für deine Gruppe.

    Jahreszeit, Dürre und Timing

    • Am größten sind die Strände von August bis November, wenn der Fluss niedrig steht.
    • Bei schweren Dürren gilt Badeverbot, und die Bootsrouten ändern sich.
    • Sei vor 11 Uhr da, creme dich gut ein und schwimm nie allein.
    Luftaufnahme weißer Flussstrände und Sandbänke an einem Schwarzwasserfluss inmitten des Amazonas-Regenwalds in der Trockenzeit
    Photo: Mário Oliveira

    7) Finger weg von Turbo-Touren und Angeboten aus der Ankunftshalle

    • Turbo-Programme: Der klassische Tagesausflug von Manaus aus quetscht das Encontro das Águas, einen See, eine Show im „indigenen Dorf“ und einen Stopp bei den Delfinen in 6 bis 7 Stunden.
    • Massentourismus: große Boote, dieselben festen Stopps für jede Gruppe, inszenierte Shows. Wenn du einen Tag auf dem Fluss verbringen willst, wähl ein kleines Boot und frag nach, was bei jedem Stopp auf dem Programm steht.
    • Touren aus der Ankunftshalle: Dschungeltouren zum Schnäppchenpreis, die du vorab bar bezahlen sollst, oder Bootstickets von Schleppern am Hafen.

    Buch deine Amazonas-Tour ab Manaus schon vor der Reise, und zwar bei einem lizenzierten Anbieter. Frag nach der Registrierung im Cadastur (dem brasilianischen Register für Tourismusunternehmen und -profis) und nach der offiziellen CNPJ-Nummer (Unternehmensnummer). Bei Preisen weit unter dem Üblichen ist Skepsis angebracht: Seriöse 3-Tage-Programme in einer Lodge kosten meist zwischen 400 und 1.200 US$.

    Silhouette eines Mannes, der bei Sonnenuntergang ein Kanu über einen ruhigen Fluss paddelt, eine entschleunigte Art, den Amazonas zu erkunden

    8) Erzwungene Begegnungen mit Wildtieren? Nein, danke

    Bei Tagestouren ab Manaus sind Fälle dokumentiert, in denen mit Wildtieren alles andere als ethisch umgegangen wird. Nicht selten werden die Tiere betäubt, damit sie zahmer sind und Menschen an sich heranlassen.

    Schwimmen mit Delfinen in Manaus wird gern als harmloses Erlebnis verkauft, das Füttern ebenso. Doch die rosa Flussdelfine gehören zu einer stark gefährdeten Art, und solche künstlichen Begegnungen stören ihr natürliches Verhalten.

    Auch wer Geld für ein Foto mit Faultieren, Kaimanen, Schlangen oder anderen Wildtieren zahlt, richtet Schaden an, und das ist in Brasilien verboten. Die Tiere werden nur in Gefangenschaft gehalten, um als Requisite für Touristen-Selfies zu dienen.

    Echte Tierbeobachtungen passieren spontan: ein Flussdelfin, der neben dem Kanu auftaucht, ein Faultier, das dein Guide entdeckt. Garantiert ist keine davon. Nimm ein Fernglas mit, halte Abstand und lass die Tiere das Tempo bestimmen.

    👉 Weiterlesen: 10 faszinierende Fakten über den Amazonas-Delfin

    Amazonas-Flussdelfin (Boto) taucht an der Wasseroberfläche auf, eine Begegnung in freier Natur, die du aus respektvollem Abstand genießt
    Photo: Jacob Willoughby

    9) Kauf Souvenirs direkt bei lokalen Kunsthandwerkern

    Kaufst du direkt bei indigenen Kunsthandwerkern und kleinen Produzenten, bleibt dein Geld in der Region und du bekommst Stücke, deren Herkunft du kennst. Du suchst echte Souvenirs aus Manaus für zu Hause? Hier lohnt sich der Weg:

    • GaleriAmazônica (R. Costa Azevedo, 272): Arbeiten von mindestens 15 indigenen Völkern, jeweils mit Angabe von Volk und Material.
    • Praça Tenreiro Aranha (R. Guilherme Moreira, 53) und Largo de São Sebastião (R. 10 de Julho, s/n): Kunsthandwerksstände und Läden im Centro, mit Samenschmuck, Körben und Hängematten.
    • Läden im touristischen Zentrum: bequem, aber für dieselben Stücke teurer.

    Lass die Finger von allem, was aus Tierhäuten, Krallen, Zähnen oder Federn gemacht ist. Kauf und Verkauf solcher Produkte sind nach brasilianischem Recht verboten, und für die Ausfuhr braucht es eine offizielle Genehmigung des Ibama, der nationalen Umweltbehörde.

    Kunsthandwerksladen in Manaus mit geflochtenen Körben, bemalten Tabletts, Samenschmuck und Souvenir-T-Shirts
    Photo: Eduardo Amorim

    10) Achte in der Äquatorhitze auf deine Gesundheit

    Tageshöchstwerte von durchschnittlich 31 °C im Februar bis 34,1 °C im September und eine Luftfeuchtigkeit von 75–86 %: So beschreibt das INMET, Brasiliens Wetterdienst, das Klima in Manaus.

    Gegen die Hitze helfen ein paar einfache Manaus-Tipps: Trink den ganzen Tag Wasser aus Flaschen, nimm Sonnencreme mit LSF 30+, setz einen Hut auf und trag leichte, langärmelige Kleidung.

    Impfungen und Mücken

    • Gelbfieber: Für die Einreise nach Brasilien keine Pflicht, für den Bundesstaat Amazonas aber empfohlen. Lass dir die Impfung für Manaus mindestens 10 Tage vor der Reise geben, mit 30 Tagen Abstand zur Masernimpfung.
    • Malaria und Dengue: Der beste Schutz vor Krankheiten, die Mücken übertragen, ist, gar nicht erst gestochen zu werden. Nimm einen Mückenschutz mit mindestens 20 % DEET oder Picaridin, trag Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt, und halte nachts Fenster und Türen geschlossen. Hotels in der Region haben meist Moskitonetze.

    Medizinische Notfälle

    In Brasilien behandelt das öffentliche Gesundheitssystem SUS Notfälle kostenlos, auch bei internationalen Reisenden. Wichtigstes öffentliches Notfallkrankenhaus in Manaus ist das Hospital e Pronto-Socorro 28 de Agosto in Adrianópolis.

    Private Kliniken behandeln nur gegen Bezahlung oder mit umfassendem Versicherungsschutz, und Dschungel-Lodges liegen Stunden von der nächsten medizinischen Versorgung entfernt. Eine Reiseversicherung mit medizinischer Evakuierung, die alle geplanten Aktivitäten abdeckt, ist deshalb unverzichtbar.

    👉 Weiterlesen: Ist der Amazonas gefährlich? Der komplette Sicherheitsguide für Brasilien

    Von den Manaus-Tipps zur Reise: Plan deine Amazonas-Tour mit PlanetaEXO

    Manaus ist eine spannende Stadt, aber wenn du den Amazonas-Regenwald entdecken willst, empfehlen wir dir, die meiste Zeit in der Natur zu verbringen. Ob Dschungel-Lodge, Flusskreuzfahrt oder Camping-Expedition: Ein mehrtägiges Erlebnis bietet dir mehr Gelegenheiten, abgelegene Wasserwege zu erkunden, Tiere zu beobachten und von lokalen Guides zu lernen.

    PlanetaEXO ist eine auf Abenteuerreisen in Brasilien spezialisierte Ökotourismus-Plattform. Wir arbeiten mit den besten lokalen Veranstaltern im Amazonas zusammen und kümmern uns um jedes Detail deiner Reise, von der Abholung im Hotel in Manaus bis zur maßgeschneiderten Route durch den Regenwald. Kontaktiere uns jetzt!

  • Frau auf einer weißen Düne über einer türkisfarbenen Lagune in den Lençóis Maranhenses unter blauem Himmel

    Neue Doku von PlanetaEXO zeigt Ökotourismus in Lençóis Maranhenses

    „Far From The Crowds, Close To What Matters“ zeigt, wie ein Tourismusmodell mit wenigen Gästen das Leben traditioneller Gemeinschaften verändert, mitten in der neuen UNESCO-Welterbestätte

    PlanetaEXO hat seinen neuen Kurzfilm offiziell veröffentlicht: „Lençóis Maranhenses: Far From The Crowds, Close To What Matters“. Am 23. September feiert die Dokumentation auf YouTube Premiere. Sie zeigt, welche tiefgreifenden sozioökonomischen Auswirkungen ein mehrtägiges Trekkingmodell mit wenigen Teilnehmenden im brasilianischen Lençóis-Maranhenses-Nationalpark hat, und stellt dabei die Realität abgelegener Gemeinschaften dem wachsenden Massentourismus in der Region gegenüber.

    Der Nationalpark erlebt gerade einen Besucheransturm wie nie zuvor. Beflügelt vom neuen Titel als UNESCO-Welterbe kamen 2025 laut ICMBio 656.388 Besucher, 41 % mehr als im Vorjahr.

    Wenn du den großen Menschenmassen aus dem Weg gehen willst, ist die beste Reisezeit für die Lençóis Maranhenses heute entscheidend. Die Mini-Doku lenkt den Blick aber noch weiter weg von den leicht erreichbaren Lagunen. Im Mittelpunkt stehen die Gemeinschaften in und rund um das Schutzgebiet, die auf Übernachtungen in den eigenen Häusern als Einnahmequelle setzen.

    Sonnenuntergang über einer Regenwasserlagune zwischen den weißen Dünen der Lençóis Maranhenses
    Weit weg von den überlaufenen Lagunen: die spektakuläre Landschaft der Lençóis Maranhenses, wo sanfter Tourismus das Leben der Menschen im Park verändert. (Foto: Isadora Sá)

    „Wir behalten bewusst den kleinsten Anteil“, erklärt Lucas Ribeiro, Gründer von PlanetaEXO und Regisseur des Kurzfilms. „Wenn der Großteil des Geldes nicht bei den Menschen bleibt, die die Reisenden aufnehmen, für sie kochen und mit ihnen wandern, dann ist das kein gemeinschaftsbasierter Tourismus. Dann wird nur eine hübsche Landschaft verkauft.“

    Harte Zahlen hinter der Geschichte

    PlanetaEXO bringt Reisende direkt mit einheimischen Partnern zusammen, und seine Zahlen belegen: Das Format aus der Mini-Doku funktioniert. In den letzten zwei Saisons hat das Unternehmen die Dünendurchquerung für einen bewusst kleinen Kreis von nur 583 Reisenden organisiert.

    Weil 80 % des Bruttoumsatzes am Reiseziel bleiben, flossen mehr als 1,4 Millionen R$ (rund 250.000 US$) direkt in die lokale Wirtschaft. Das Geld ging ohne Vermittlungsgebühren an Gastfamilien, Fahrer und Guides.

    Kleine Wandergruppe bei der Durchquerung der weißen Sanddünen der Lençóis Maranhenses
    Fernab der Massen, nah an dem, was zählt. Wer auf dem Landweg reist, ist hier in kleinen Gruppen unterwegs. So bleibt ein großer Teil der Einnahmen in den Gemeinschaften vor Ort. (Foto: Isadora Sá)

    Vom Fischernetz zur Gastfreundschaft

    „Far From The Crowds, Close To What Matters“ macht diese Zahlen im Alltag der Menschen in der Oase Baixa Grande greifbar. Bis zur nächsten Straße sind es von dort mehrere Stunden.

    Seu Moacir hat lange vom Fischfang für den Eigenbedarf gelebt, heute sieht sein Einkommen ganz anders aus. „Zwanzig Jahre lang war ich Fischer. Wir haben Fisch gefangen, um ihn zu verkaufen, und das brachte fast nichts ein. Der Tourismus bringt ein bisschen mehr“, erzählt er im Film.

    „Früher war alles sehr schwer“, ergänzt Dona Dete, seine Frau, die mit ihm zusammen die Gäste aufnimmt. „Dann kam der Tourismus, und es wurde besser, Gott sei Dank. Bei uns war alles kleiner, wir hatten nur ein paar Häuschen. Jetzt ist es besser. Heute kann ich mehr Leute unterbringen.“

    Dona Dete und Seu Moacir lächeln am Fenster ihres Hauses in der Oase Baixa Grande
    Von Fischern zu Gastgebern: Dona Dete und Seu Moacir haben erlebt, wie sich ihr Leben dank der Einnahmen aus dem Tourismus in der Oase Baixa Grande verändert hat. (Foto: Marcelo Bonifácio)

    Für Reisende, die authentische Touren in den Lençóis Maranhenses suchen, ist der Abstand zum Massentourismus ein wichtiges Kriterium. „Wir wollten die Gegend abseits des Touristenrummels erleben. In riesigen Gruppen wollten wir nicht unterwegs sein“, erzählt die Französin Morgane Meyer in einer Aufnahme, die während des Treks entstanden ist.

    Zwei Reisende laufen eine weiße Düne hinunter zu einer Lagune in den Lençóis Maranhenses
    Auf der Suche nach einem authentischen Erlebnis fernab des Massentourismus entschieden sich die französischen Reisenden Morgane und Guillaume für die klassische Durchquerung zu Fuß. (Foto: Isadora Sá)

    Der portugiesische Tourist Diogo Melo sieht das genauso. „Die positive Wirkung auf die Gemeinschaften ist ganz offensichtlich. Wenn wir [bei ihnen zu Hause] übernachten, merkt man, dass die Familien dadurch einen stabileren Lebensstandard erreichen.“

    Der portugiesische Reisende Diogo Melo ruht sich auf einer Düne in den Lençóis Maranhenses aus
    Für den portugiesischen Reisenden Diogo Melo ist das Schönste an der Reise, mitzuerleben, wie direkt und positiv sich der Tourismus auf die Stabilität der Gastfamilien auswirkt. (Foto: Isadora Sá)

    Mit dem Film will PlanetaEXO zeigen, dass Tourismus in Brasiliens Naturgebieten das Einkommen dezentral verteilen muss. So werden Naturschutz und lokale Entwicklung zu einem rentablen Geschäftsmodell für die Partner vor Ort.

    Technische Daten | „Lençóis Maranhenses: Far From The Crowds, Close To What Matters“

    • Format: Kurzdokumentation
    • Dauer: 5 Min. 30 Sek.
    • Regie: Lucas Ribeiro
    • Bildgestaltung: Isadora Sá und Marcelo Bonifácio
    • Schnitt: Marcelo Bonifácio
    • Interviews: Lucas Ribeiro und Isadora Sá
    • Mitwirkende: Seu Moacir und Dona Dete (Baixa Grande – Lençóis Maranhenses), Bruno Lamas (Brasilien), Carol Costa (Brasilien), Diogo Melo (Portugal), Franck Nicolas (Frankreich), Guillaume Poupin (Frankreich), Magali Liprandi (Frankreich), Marcelo Zelarayán (Barreirinhas – Brasilien) und Morgane Meyer (Frankreich).
    • Besonderer Dank: das Team des Paraíso do Caju
  • Die besten Tauchspots in Fernando de Noronha: 21 Tauchplätze nach Tiefe und Level

    Die besten Tauchspots in Fernando de Noronha: 21 Tauchplätze nach Tiefe und Level

    Tiefe, Küste und nötiges Level für jeden der 21 Tauchplätze, die Noronhas lizenzierte Tauchbasen anfahren, dazu die Regeln im Park und die besten Monate zum Tauchen

    Fernando de Noronha zählt 21 Tauchplätze mit eigenem Namen, verteilt auf zwei Küsten. Welchen du ansteuerst, hängt dabei weniger von seiner Schönheit ab als davon, welche Inselseite in der Woche deiner Reise überhaupt betauchbar ist. Der Archipel steht als Meeres-Nationalpark unter Schutz und gehört zum UNESCO-Welterbe. Die Bedingungen sind hervorragend: Das Wasser hat im Jahresmittel 26 °C, und es gibt Spots für Einsteiger wie für erfahrene Taucher.

    Laut Projeto Golfinho Rotador, der NGO, die seit 1990 die Spinnerdelfine der Region beobachtet, gehen rund 40 % der Besucher mit Flasche tauchen, während etwa 75 % schnorcheln oder freitauchen. Allein abtauchen darf hier aber niemand: Flaschentauchgänge erlaubt der Park nur mit von ICMBio zugelassenen Tauchbasen. Entscheidend ist also, welche Spots dein Brevet und die Saison überhaupt zulassen. Neugierig, welche davon zu deinem Level passen?

    PlanetaEXO, eine auf Tauchreisen in Brasilien spezialisierte Ökotourismus-Plattform, hat diesen Guide zu den besten Tauchspots in Fernando de Noronha erstellt. Schau’s dir unten an!

    Insel Fernando de Noronha

    Die Tauchspots von Fernando de Noronha im Überblick

    Die Tauchplätze in Fernando de Noronha verteilen sich auf zwei Seiten: das Mar de Dentro, das „innere Meer“ an der geschützten Küste mit Blick aufs brasilianische Festland, und das Mar de Fora, das „äußere Meer“ auf der offenen Atlantikseite Richtung Afrika.

    Diese Zweiteilung bestimmt deinen Tauchkalender stärker als alles andere. Im inneren Meer taucht es sich von Juli bis Dezember am besten, im äußeren von März bis Mai.

    Und noch ein Hinweis zu den Zahlen: Die Tiefenangaben weiter unten sind die typischen Tauchtiefen, die Noronhas lizenzierte Tauchbasen nennen, nicht die tiefste Stelle am Grund.

    Tauchspots in Fernando de Noronha

    Cabeço da Sapata (42 m)

    Die tiefe Felsnadel im Mar de Dentro ist Fortgeschrittenen und technischen Tauchern vorbehalten, getaucht wird im Multilevel-Profil. Je tiefer du kommst, desto größer die Fische: Schwarze Zackenbarsche, badejo, Rochen und ab und zu ein Hai.

    Der Spot liegt vor der Ponta da Sapata. Gegen genau diese Landspitze prallte 1983 die Corveta Ipiranga V17, und das erklärt, warum ihr Wrack hier in der Nähe liegt.

    Cabeço da Sapata
    Cabeço da Sapata. – Photo: Pamella Rech

    👉 Mehr dazu: Fakten über Fernando de Noronha

    Caverna da Sapata (18 m)

    Rund 15 m hoch und 30 m lang: Die Höhle bekommt natürliches Licht und ist so weitläufig, dass sich die Lichtstimmung ändert, während du hindurchtauchst. Große Rochen und schwarze Zackenbarsche finden hier Schutz.

    Strömung gibt es zwar, trotzdem nehmen die Tauchbasen Taucher mit Grundbrevet genauso mit wie Fortgeschrittene. Damit gehört sie zu den wenigen Höhlen der Insel, die auch frisch Brevetierten offenstehen.

    Corveta Ipiranga V17 (62 m)

    Das am vollständigsten erhaltene Schiffswrack des Landes. Für viele Taucher steht es ganz oben auf jeder Liste der besten Tauchplätze Brasiliens.

    Die Korvette Ipiranga der brasilianischen Marine lief 1954 in Rotterdam vom Stapel und ist rund 56 m lang. Am 3. Oktober 1983 prallte sie gegen die Ponta da Sapata, acht Stunden dauerte es, bis sie sank. Heute steht sie aufrecht auf 62 m, die Struktur ist intakt, und die Habseligkeiten der Besatzung liegen noch an Bord.

    Runter darfst du hier nur mit einem Tieftauch- oder Tec-Brevet, und vorher prüft die Tauchbasis, ob du dem Tauchgang gewachsen bist.

    Corveta V17 in Fernando de Noronha
    Corveta V17

    👉 Entdecke das Abenteuer: Fortgeschrittener Tauchkurs in Fernando de Noronha

    Laje Dois Irmãos (22 m)

    Die Laje Dois Irmãos ist ein Riff vor den Zwillingsgipfeln des Morro Dois Irmãos und einer der Spots, die brevetierte Taucher auf der Insel am häufigsten besuchen. Bis 22 m begegnest du grünen Meeresschildkröten, gefleckten Adlerrochen und Haien.

    Mittlere Tiefe, viel Struktur: Deshalb steht das Riff meist als zweiter oder dritter Tauchgang einer Reise auf dem Plan.

    Morro de Fora (16 m)

    Auf der geschützten Seite nahe der Praia da Conceição geht es hier höchstens auf 16 m. Bekannt ist Morro de Fora für seine dichten Bestände an Feuerkoralle, und im Fels verstecken sich Muränen, Trompetenfische und Schleimfische.

    Ein leichter, farbenfroher Tauchgang, genau richtig für Einsteiger, die ihre ersten Flaschentauchgänge hinter sich haben.

    Ilha do Meio (15 m)

    Ruhig und geschützt liegt die Ilha do Meio zwischen den beiden Meeren, und tiefer als 15 m geht es hier nicht. In ihren kleinen Höhlen wartet immer wieder etwas Neues: Ammenhaie, die auf dem Sand ruhen, Muränen und Fischschwärme, die so lange stillhalten, bis du sie im Kasten hast.

    Für Unterwasserfotografen und für Taucher mit frischem Brevet gehört sie zu den besten Tauchspots in Fernando de Noronha.

    Ressurreta (8–12 m)

    Ressurreta liegt zwischen Ilha da Rata und Ilha do Meio, in ruhigem Wasser von 8 bis 12 m Tiefe. Hier finden die meisten Schnuppertauchgänge statt, und es ist einer der wenigen Spots, die auch als Nachttauchgang angeboten werden.

    Zackenbarsche und Barrakudas ziehen oft durch. Weil es so flach ist, bleibt dir viel Grundzeit.

    👉 Entdecke das Abenteuer: Open-Water-Tauchkurs in Fernando de Noronha

    Cagarras Rasa (22 m)

    Hier beginnt die Cagarras-Formation, flach und geschützt, mit Tauchgängen bis etwa 22 m. Schnuppertaucher und Brevetierte teilen sich den Platz und sehen Langusten, die in Felsspalten klemmen, Oktopusse, Rochen und ein ständiges Kommen und Gehen von Rifffischen.

    Cagarras Funda (33 m)

    Die tiefe Hälfte derselben Formation: Die Tauchgänge führen bis etwa 33 m, die Felswände fallen bis auf 34 m ab. Auf Fortgeschrittene warten Canyons, Überhänge und größere pelagische Fische, die sich im flachen Teil nicht blicken lassen. Weil hier fast immer Strömung herrscht, ist Cagarras Funda ein Drifttauchgang.

    Buraco do Inferno (15 m)

    Übersetzt heißt der Name „Höllenloch“, doch die Unterwasserhöhle ist viel einladender, als er klingt. In rund 15 m Tiefe bilden markante Felsformationen Spalten und Nischen, in die sich oft Meeresschildkröten, Oktopusse und Langusten zurückziehen.

    Ruhig, flach und leicht zu navigieren: Der Spot passt zu Einsteigern und zu Tauchern mit etwas Erfahrung.

    Cordilheiras (30 m)

    Eine 30-m-Felswand nahe der Ilha da Rata mit einem der eindrucksvollsten Profile des Archipels. Die Geologie ist hier genauso spannend wie die Fische: eine einzige, durchgehende Wand, an der sich das Riffleben dicht an dicht drängt. Wegen der Tiefe und der offenen Lage gilt Cordilheiras als Tauchgang für Fortgeschrittene.

    Pontal do Norte (42 m)

    Tief und ungeschützt: An der Nordspitze der Insel geht es bis auf 42 m hinab. Dich erwarten große Fische und dichtes Meeresleben, dafür musst du mit starker Strömung und viel Tiefe klarkommen. Getaucht wird nur, wenn die Bedingungen passen, und dann ausschließlich mit erfahrenen Tauchern.

    Cabeço das Cordas (17–33 m)

    Ein Spot, zwei Tauchgänge. Den flachen Teil bis 17 m dürfen auch Taucher mit Grundbrevet betauchen, Fortgeschrittene gehen weiter bis 33 m. Prägend ist die Strömung, und sie bringt die Fische mit: Schwärme von Stachelmakrelen, Hundsschnapper und Piranjica.

    Macaxeira (40 m)

    Ganz im Norden der Insel, am Mar de Fora, geht es bis auf 40 m hinunter. Eine konstante Strömung trägt dich an einer Wand aus abgestürzten Felsblöcken entlang und weiter auf ein Algenplateau, über das Stachelmakrelen, Sardellen und gefleckte Adlerrochen ziehen.

    Am bekanntesten ist hier der Aalgarten (Eel Garden), in dem ab und zu Ammen- und Zitronenhaie auftauchen.

    Buraco das Cabras (15 m)

    Der Reiz dieses Strömungstauchgangs in rund 15 m: Du wechselst die Küste, mit Start im äußeren und Ende im inneren Meer. Vulkanische Felsformationen bieten Schildkröten, Rochen, Doktorfischen und Piranjica Unterschlupf, unterwegs siehst du Korallen, Schwämme und Schwärme auf Futtersuche.

    Caieiras (17 m)

    Auf 17 m tauchst du zwischen drei dicht mit Algen bewachsenen Felsformationen. Dieses Futterangebot macht Caieiras zu einem der Orte, an denen Meeresschildkröten fressen und ruhen. Regelmäßig zeigen sich auch Scharfnasenhaie, Barrakudas und durchziehende Schwärme. Für Taucher mit mittlerer Erfahrung einer der besten Tauchspots in Fernando de Noronha.

    Pedras Secas (15 m)

    Beste Tauchspots in Brasilien? Da fällt regelmäßig der Name „Pedras Secas“, obwohl der Platz nur 15 m tief ist. Der Fels bildet Gänge, Canyons, Bögen, Grotten und kleine Höhlen, und du tauchst mittendurch statt nur darüber hinweg. In diesem Labyrinth leben Barrakudas, Rochen, Schildkröten und Langusten.

    Frade (8–22 m)

    Vor der Praia do Atalaia am Mar de Fora, bei der Ilha do Frade, tauchst du hier zwischen 8 und 22 m.

    Die enorme Vielfalt an Fischen, Rochen, Schildkröten, Langusten und Muränen macht Frade zu einem der meistbesuchten Spots der Insel. Weil die Tiefe so stark variiert, können Einsteiger und brevetierte Taucher hier gemeinsam abtauchen.

    Trinta Réis (22 m)

    Herzstück von Trinta Réis ist ein Canyon zwischen zwei Felswänden, durch den Haie, Rochen, Schildkröten und sehr große Schwärme von Doktorfischen und piranjica ziehen. Die kleine Insel liegt im äußeren Meer vor der Enseada dos Abreus, und du tauchst hier bis auf 22 m.

    Taucher mit einem Hai in Fernando de Noronha

    Cabeço Submarino (23 m)

    Gegenüber der Baía do Sueste liegt eine der spannendsten Formationen am Mar de Fora. Der Tauchgang ist ein spiralförmiger Aufstieg bis 23 m, bei dem du die ganze Felsnadel in einem Zug umrundest. Auf ihr leben Langusten, Barrakudas, Schildkröten und dichte Schwärme, gelegentlich zieht ein Hai vorbei.

    Iuias (12–25 m)

    Canyons und Höhlen wie bei Pedras Secas, nur tiefer (12 bis 25 m), weiter draußen und der Strömung ausgesetzt. Deshalb ist Iuias nur etwas für Erfahrene. Haie siehst du an kaum einem anderen Spot in Noronha so oft wie hier, dazu jede Menge Rifffischarten.

    👉 Mehr dazu: Anreise nach Fernando de Noronha

    Tauchen in Fernando de Noronha: Regeln, Gebühren und Tauchbasen

    Jeder Flaschentauchgang im Park muss von einer von ICMBio zugelassenen Tauchbasis geführt werden. ICMBio ist die Bundesbehörde, die den Meeresnationalpark verwaltet. Auf eigene Faust tauchen oder Ausrüstung ohne Guide leihen ist streng verboten. Die zugelassenen Basen prüfen dein Brevet, und bevor sie dich zu den tieferen Spots mitnehmen, steht ein Skill-Check an.

    Dazu kommen für jeden Besucher zwei getrennte Gebühren, in denen der Tauchgang selbst nicht enthalten ist:

    • Eintritt in den Nationalpark (ICMBio): R$ 384 für ausländische Besucher und R$ 192 für Brasilianer, 10 Tage gültig, erhältlich online oder im Besucherzentrum in Vila do Boldró.
    • Umweltschutzgebühr (TPA): 2026 beginnt sie bei R$ 105,79 für den ersten Tag und steigt dann schrittweise an. Für einen Aufenthalt von sieben Tagen kommen so insgesamt R$ 672,85 zusammen.

    Im Nationalpark Fernando de Noronha gelten strenge Regeln. Verboten ist es, Pflanzen, Tiere, Steine oder Muscheln mitzunehmen, Meerestiere anzufassen oder zu füttern, Angelausrüstung mitzubringen, Selfiesticks zu benutzen oder auf Nebeninseln an Land zu gehen. Vor dem Ablegen lässt du deinen Parkpass am Kiosk im Porto de Santo Antônio validieren.

    👉 Mehr dazu: Wo übernachten in Fernando de Noronha

    Wann du welche Seite der Insel betauchen solltest

    Einen Monat, in dem alle Tauchspots in Fernando de Noronha zugleich ideal sind, gibt es nicht: Der Archipel hat zwei Tauchsaisons, eine pro Küste.

    Das vor der Dünung geschützte Mar de Dentro zeigt sich von Juli bis Dezember von seiner besten Seite, dann stehen Cabeço da Sapata, Caverna da Sapata und Pontal do Norte auf dem Programm. Am Mar de Fora ist dagegen von März bis Mai Saison: Dann lassen sich Pedras Secas, Iuias und Cabeço Submarino zuverlässig betauchen.

    Die beste Sicht hast du meist von August bis Dezember, wenn das Meer am ruhigsten ist. Das Wasser bleibt das ganze Jahr über bei etwa 26 °C, ein dünner Neoprenanzug reicht also. Stehen deine Reisedaten schon fest, wähl einfach die Küste, die in diesen Zeitraum passt.

    👉 Mehr dazu: Beste Zeit zum Tauchen in Fernando de Noronha

    Häufige Fragen zum Tauchen in Fernando de Noronha

    Brauchst du ein Brevet, um in Fernando de Noronha zu tauchen?

    Nein. Beim Schnuppertauchen (batismo) gehst du auch ohne Brevet ins Wasser, begleitet von einem Tauchlehrer und an Plätzen wie Ressurreta und Cagarras Rasa. Um andere Plätze eigenständig zu betauchen, brauchst du ein Open-Water-Brevet, und das kannst du direkt auf der Insel machen.

    Welches sind die besten Tauchspots in Fernando de Noronha für Einsteiger?

    Für den Einstieg eignen sich Ressurreta (8–12 m), Ilha do Meio (15 m), Cagarras Rasa (22 m), Buraco do Inferno (15 m) und der flache Teil von Cabeço das Cordas (17 m). Alle liegen geschützt oder sind flach genug, dass du lange und entspannt unten bleiben kannst.

    Kann jeder das Wrack der Corveta Ipiranga V17 betauchen?

    Nein. Mit 62 m liegt die Corveta Ipiranga V17 jenseits der Grenzen des Sporttauchens, du brauchst also ein Tieftauch- oder Tec-Brevet. Weil die Tauchbasen deine Erfahrung vorab prüfen, musst du den Tauchgang frühzeitig buchen.

    Ist Schnorcheln in Fernando de Noronha eine Alternative zum Gerätetauchen?

    Ja. Die meisten Reisenden schnorcheln oder tauchen frei (rund 75 %), mit Flasche tauchen dagegen nur etwa 40 %. Die besten Bedingungen zum Schnorcheln in Fernando de Noronha findest du zwischen Juni und Dezember im geschützten inneren Meer. Dort kommst du an dieselben bunten Riffe, die auch die flachen Tauchgänge ansteuern.

    Noronhas beste Tauchspots mit PlanetaEXO erleben

    Jetzt kennst du die besten Tauchspots in Fernando de Noronha nach Tiefe, Küste und Level. Als Nächstes gleichst du sie mit deinen Reisedaten und deinem Brevet ab.

    PlanetaEXO ist eine auf Touren in Fernando de Noronha spezialisierte Ökotourismus-Plattform. Wir arbeiten mit lizenzierten Tauchbasen auf der ganzen Insel zusammen, damit jeder deiner Tauchgänge von offiziell zugelassenen Teams geführt wird. Ob passender Tauchkurs oder die richtige Zahl an Tauchgängen: Um die ganze Organisation deiner Reise kümmern wir uns. Kontaktiere uns jetzt!

  • Rosafarbener Abendhimmel über den weißen Sanddünen und einer Regenwasserlagune in den Lençóis Maranhenses

    Herrlich, überwältigend, pure Freude: Maja wartete 15 Jahre auf die Lençóis Maranhenses

    Eine pensionierte Professorin aus Slowenien, ihr Mann mit der Kamera und sechs Tage zwischen Barreirinhas, Atins und Santo Amaro, erzählt mit Majas eigenen Worten

    Maja Žumer ist 73 und hat ihr ganzes Berufsleben lang Informationswissenschaft an der Universität Ljubljana in Slowenien gelehrt. Seit einem Jahr ist sie offiziell im Ruhestand, an einem Forschungsprogramm arbeitet sie aber weiter mit. Über dieses Programm landete 2026 eine Konferenz in São Paulo in ihrem Kalender und damit auch wieder Brasilien.

    In Brasilien war Maja nicht zum ersten Mal, und die Dünen der Lençóis kannte sie längst, zumindest von Fotos. Vom Lençóis-Maranhenses-Nationalpark träumte sie schon seit 15 Jahren, ein erster Anlauf war gescheitert. Diesmal klappte es, und an ihrer Seite reiste ihr Mann Slobodan Žumer, ein leidenschaftlicher Fotograf.

    Maja und Slobodan Žumer lächeln bei einem Selfie auf einer Sanddüne über einer Lagune in den Lençóis Maranhenses

    Im August 2026 war das Paar auf der Lençóis-Maranhenses-Komplettreise unterwegs. Sie verbindet die drei wichtigsten Standorte des Parks, Barreirinhas, Atins und Santo Amaro, über Land, auf dem Fluss und im 4×4. Organisiert hat alles PlanetaEXO, gemeinsam mit Guides vor Ort. Das hier ist Majas Geschichte. Lies selbst!

    Fünfzehn Jahre, ein gescheiterter Anlauf und eine Reise nach dem Motto „Jetzt oder nie“

    Angefangen hat alles mit einem Gespräch in der Familie. Vor rund 15 Jahren erzählte Majas Schwiegertochter von ihrer neuesten Entdeckung, einem Ort in Brasilien namens Lençóis Maranhenses. Maja war sofort Feuer und Flamme, aber Brasilien war nun mal weit weg.

    Vor 10 Jahren bot sich die erste Gelegenheit, eine Konferenz in Rio de Janeiro. Maja suchte überall nach einer Agentur, die ihr die Reise organisieren könnte, fand aber keine. Und als Alleinreisende war ohnehin alles etwas komplizierter. Also wurden es stattdessen die Iguazú-Wasserfälle. „Das war schön, das muss ich zugeben“, sagt sie, „aber es waren eben nicht die Lençóis.“

    Als in diesem Jahr eine zweite Konferenz in São Paulo anstand, war die Entscheidung einfach: „Jetzt oder nie.“ Maja schrieb mehrere Agenturen an, und PlanetaEXO hob sich von allen ab. „PlanetaEXO war die einzige Agentur, die sofort geantwortet hat. Die haben total schnell reagiert und mir alle Fragen beantwortet“, erinnert sie sich.

    Im Rückblick ist ihr Urteil eindeutig: „Das war wahrscheinlich meine letzte Chance. Und es hat perfekt geklappt.“

    👉 Mehr dazu: Anreise nach Lençóis Maranhenses

    Ein Reiseziel, von dem selbst erfahrene Reisende noch nie gehört haben

    Maja ist viel herumgekommen, unter anderem in Argentinien, Mexiko, Guatemala und der Sahara. Trotzdem kamen ihr die Lençóis vollkommen einzigartig vor.

    „Ich würde sagen, das ist schon ziemlich außergewöhnlich“, sagt sie. „Da gibt es nichts Vergleichbares. Selbst andere Wüsten kommen da nicht heran, wegen der Farbe und natürlich, weil noch das Wasser dazukommt“, schwärmt sie.

    Zurück zu Hause staunte sie, wie wenige Menschen die Lençóis Maranhenses überhaupt kennen. „Wenn ich davon erzähle, selbst Leuten, die viel reisen und schon oft in Brasilien waren, dann haben sie noch nie davon gehört“, sagt sie. Für Maja zeigt das nur, wie einzigartig dieser Nationalpark ist.

    Goldenes Sonnenlicht spiegelt sich in einer Lagune zwischen windgeriffelten Sanddünen in den Lençóis Maranhenses

    Im 4×4 die Dünen hinauf: wie eine Fahrt durch Schnee

    Fünfzehn Jahre lang hatte Maja sich Fotos angeschaut, entsprechend hoch waren die Erwartungen. Vor Ort merkten sie und Slobodan jedoch, dass kein Foto die echte Schönheit der Lençóis Maranhenses einfangen kann. Vor allem die erste Fahrt im 4×4 ist ihr im Gedächtnis geblieben. Wie kann eine Sandlandschaft einer Winterlandschaft nur so ähnlich sehen?

    „Es ist, als würde man durch Schnee fahren, und weil ich so gern Ski fahre, ist das für mich wirklich etwas ganz, ganz Schönes“, staunt sie. Auch die Weite hat sie beeindruckt: „Natürlich wusste ich, dass das Gebiet riesig ist, aber mir war nicht ganz klar, wie weit man sehen kann und dass sich alles ständig verändert.“

    Kristallklares grünes Lagunenwasser vor einer weißen Sanddüne unter blauem Himmel in den Lençóis Maranhenses

    👉 Mehr dazu: Wie die Lençóis Maranhenses entstanden sind: brasilianische Sanddünen und Lagunen verstehen

    Jede Stunde eine andere Landschaft und ein glücklicher Mann mit Kamera

    Sechs Tage lang war das Paar im Lençóis-Maranhenses-Nationalpark unterwegs, und kein einziges Mal wiederholte sich der Anblick. „Es war immer etwas anderes. Die Aussicht war anders, das Licht war anders. Es war nie, nie langweilig“, sagt Maja. Das Wetter spielte mit, den Rest erledigte die Tageszeit: „Mittags ist es ganz anders als nachmittags, morgens oder bei Sonnenuntergang.“

    Auch die Oberfläche der Dünen veränderte sich. Für jemanden, der so gern fotografiert wie Slobodan, waren die Lençóis ein „Paradies für Fotografen“. Laut Maja war er im siebten Himmel, und das blieb auch den Guides nicht verborgen.

    „Für Fotos haben sie immer angehalten. Ein kurzes Zeichen von uns, und schon standen wir“, erinnert sie sich. „Und selbst wenn wir kein Zeichen gegeben haben: Sobald sie gesehen haben, dass mein Mann fotografieren will, sind sie sofort langsamer gefahren.“

    👉 Mehr dazu: Wann ist die beste Reisezeit für die Lençóis Maranhenses?

    Warme Lagunen und 10 Meter Strand ganz für sich allein

    Auf der Komplettreise stehen Lagunentouren ab allen drei Standorten auf dem Programm: Lagoa Azul (Barreirinhas); Ponta do Mangue und Canto do Atins (Atins); sowie Lagoa do Junco und Lagoa do Reflexo (Santo Amaro).

    Gefallen haben Maja alle, ein Detail ist ihr aber besonders aufgefallen: die Temperatur. „Ich war überrascht, wie warm das Wasser ist“, sagt sie. „Vielleicht liegt das wieder daran, dass ich an Schnee denke.“

    Menschenmassen waren ebenfalls nie ein Thema. Die Guides brachten die beiden zu Lagunen, an denen sie ganz allein waren, und zu anderen, an denen mehr los war, aber nie zu viel. „Wir hatten immer unsere 10 Meter Strand für uns. Die Guides haben die Lagunen und Aussichtspunkte wirklich gut ausgesucht.“

    Schatten von Maja und Slobodan auf geriffeltem weißem Sand in den Lençóis Maranhenses

    Drei Standorte, ein Fluss und nie in Eile

    Maja und Slobodan erkundeten Barreirinhas, fuhren im Schnellboot den Fluss Preguiças entlang nach Atins und verbrachten schöne Tage in Santo Amaro. Körperlich anstrengend war davon nichts.

    „Man musste sowieso kaum laufen. Wir sind zwar älter, aber noch ziemlich fit. Wir fahren beide noch Ski. Körperlich war es ganz leicht und entspannend, und wir hatten genug Zeit“, erklärt sie. Für sie war die Reise angenehm mühelos und hat sich rundum gelohnt.

    Gerade das entspannte Tempo hat ihr mit am besten gefallen. „Wir mussten nie hetzen und wussten immer im Voraus, wie viel Zeit wir an jedem Ort hatten. Alles lief wie am Schnürchen.“

    Die Organisation der Reise klappte richtig gut: Die Guides gingen den Ablauf jedes Tages immer schon am Nachmittag davor mit den beiden durch. Für Maja war das eine riesige Hilfe. „Sonst hätten wir ständig überlegen müssen: ‚Habe ich das jetzt richtig im Kopf oder nicht?‘ Von daher war das wunderbar.“

    👉 Mehr dazu: Wie viele Tage solltest du in den Lençóis Maranhenses bleiben?

    Gastgeber mit einem Lächeln, saubere Pousadas und zum ersten Mal Caju

    Abseits der Dünen fiel Maja zuerst die Stimmung auf. „Die Leute haben immer gute Laune, sie lächeln ständig. Mürrische Gesichter sieht man nicht“, erzählt sie und lächelt dabei selbst. „Die ganze Atmosphäre ist schön.“

    In den Restaurants half das Personal bei der Verständigung und gab sich alle Mühe, und in den Pousadas achteten die Gastgeber darauf, dass sich die beiden wohlfühlten und alles glattlief.

    Auch alle Unterkünfte hatte PlanetaEXO gebucht, und sie übertrafen durchweg die Erwartungen. Jede hatte ihren eigenen Charakter, in manchen ging es etwas lässiger zu als in anderen, aber alle waren „sehr schön, sauber und komfortabel. Wir hatten überhaupt keine Probleme“, so Maja.

    Auf den Tisch kamen Fisch, Fleisch und natürlich Reis mit Bohnen. Neu für Maja war Caju, die Frucht des Cashewbaums. Sie probierte die Frucht in einem Getränk und fand sie sehr interessant und authentisch, wie alles andere in den Lençóis Maranhenses auch. „Alles war köstlich.“

    Lichterkette an einem Holzgestell und Laternen an einer Lagune in der Abenddämmerung in den Lençóis Maranhenses

    👉 Mehr dazu: Wo übernachtest du in den Lençóis Maranhenses?

    Ist Brasilien sicher? Majas ehrliche Antwort

    In den Lençóis verschwendete Maja keinen Gedanken an ihre Sicherheit. In ihrer Freizeit spazierten die beiden durch Atins, auch nach Einbruch der Dunkelheit, und Sorgen machte sie sich keine. „Wir haben uns immer sicher gefühlt“, sagt sie.

    São Paulo und Rio seien etwas anderes, räumt sie ein, doch das habe sie nicht überrascht. „Alle Großstädte sind so. Man muss vorsichtig sein und darf keine Dummheiten machen. Ich bin da nicht ängstlich. Ich war schon an so vielen Orten.“

    Aus eigener Erfahrung empfiehlt Maja allen Reisenden vor allem eines: gesunden Menschenverstand.

    👉 Mehr dazu: 10 Reisetipps für die Lençóis Maranhenses: so wird deine Reise rundum gelungen

    Die Lençóis in drei Worten und Majas nächstes Reiseziel

    Wir haben Maja gebeten, die Reise in drei Worten zu beschreiben: Herrlich. Überwältigend, „aber im guten Sinn, weil diese herrliche Landschaft alle Sinne weckt.“ Und pure Freude.

    Wer über eine Reise in die Lençóis Maranhenses oder nach Brasilien nachdenkt, bekommt von ihr einen klaren Rat: „Mach es einfach, und zwar so bald wie möglich. Nicht lange zögern.“

    Ob es noch eine Brasilienreise geben wird, weiß Maja realistisch betrachtet nicht. Die Wunschliste steht trotzdem schon. Slobodan war von seinen früheren Reisen nach Manaus und ins Amazonasgebiet begeistert, also möchte auch Maja gern dorthin und außerdem in den Süden Brasiliens.

    Die Lençóis haben schließlich schon gezeigt, dass Pläne einen überraschen können. „Vor zehn Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich noch einmal zurückkomme“, sagt sie. „Also, wer weiß? Ich würde jedenfalls nie Nein sagen.“

    Die Lençóis Maranhenses mit PlanetaEXO erleben

    Jetzt hast du den Park mit Majas Augen gesehen: Dünen, die sich wie frischer Schnee anfühlen, Lagunen, so warm, dass du gar nicht mehr herauswillst, und Tage ganz ohne Hektik. Und du weißt: Auf diese Reise lohnt es sich zu warten.

    PlanetaEXO ist eine Ökotourismus-Plattform, spezialisiert auf Lençóis-Maranhenses-Touren. Wir arbeiten mit erfahrenen Guides und Veranstaltern vor Ort zusammen und kümmern uns um die gesamte Logistik, damit du dich ganz auf die Dünen konzentrieren kannst. Schreib uns jetzt!

  • Luftaufnahme des Encontro das Águas bei Manaus, wo der dunkle Rio Negro auf den sandbraunen Rio Solimões trifft

    Encontro das Águas bei Manaus, Brasilien: Warum sich Rio Negro und Solimões nicht vermischen

    Temperatur, Säuregehalt, Strömung, Dichte und Chemie: Was die Wissenschaft über den Encontro das Águas weiß, welche zwei Flüsse dahinterstecken, welchen Platz er in der brasilianischen Kultur hat und mit welchen Reisen du hinkommst

    Direkt östlich von Manaus trifft der dunkle, teefarbene Rio Negro auf den sandbraunen Rio Solimões. Statt sich zu vermischen, fließen die beiden nebeneinander her, im selben Flussbett und getrennt durch eine scharfe Linie. Du siehst sie vom Boot aus, aus dem Flugzeug und laut NASA sogar aus dem All. Das ist der Encontro das Águas, auf Deutsch etwa die „Begegnung der Wasser“.

    Ein schönes Fotomotiv ist das allemal, aber eben nicht nur: Hydrologen vermessen das Phänomen seit Jahrzehnten, Dichter haben darüber geschrieben, und die Stadt Manaus trägt es ebenso im Wappen wie der Bundesstaat Amazonas. Warum bleiben die beiden Flüsse getrennt? Und wo kannst du das mit eigenen Augen sehen?

    PlanetaEXO, eine auf Amazonas-Touren in Brasilien spezialisierte Ökotourismus-Plattform, hat hier alles zusammengetragen, was du über das Phänomen wissen musst. Los geht’s!

    Was ist der Encontro das Águas?

    Der Encontro das Águas ist der Zusammenfluss von Rio Negro und Rio Solimões am östlichen Stadtrand von Manaus. Die Hauptstadt des Bundesstaats Amazonas ist zugleich das Tor zum Amazonas-Regenwald. Wo die beiden aufeinandertreffen, ist das gemeinsame Flussbett etwa 5 bis 5,5 km breit. So steht es in einer Studie, die 2018 in der Fachzeitschrift „Comptes Rendus Geoscience“ erschienen ist.

    Berühmt macht ihn die Grenzlinie: fast schwarzes Wasser auf der einen Seite, milchkaffeebraunes auf der anderen. Das Earth Observatory der NASA hat die Linie aus der Umlaufbahn fotografiert und beschreibt sie als sichtbar „aus dem All und von der Wasseroberfläche selbst“.

    In Brasilien gehört der Zusammenfluss so fest zur Identität der Region, dass sogar der öffentliche Fernsehsender des Bundesstaats nach ihm benannt ist (TV Encontro das Águas), ebenso eine Musikreihe im Teatro Amazonas. Wer auf dem Amazonas unterwegs ist, macht hier meist den ersten Halt nach Manaus.

    Oft ist von 6 km die Rede. Laut Forschungsergebnissen in Comptes Rendus Geoscience fließen Negro und Solimões aber 50 bis 100 km flussabwärts unvermischt nebeneinander her. Eine Studie von 2009 in Hydrological Processes zeigt: Die beiden mischen sich nach und nach, und wie lang die Strecke bis dahin ist, hängt von der Jahreszeit und der Wassermenge der Flüsse ab.

    👉 Mehr dazu: Wie kommt man zum Amazonas in Brasilien?

    Wie entsteht die Grenze zwischen den Flüssen?

    Einen einzigen Grund gibt es nicht. Rio Negro und Solimões unterscheiden sich gleich in fünf messbaren Punkten: Temperatur, Säuregehalt, Geschwindigkeit, Dichte und Chemie. Zusammen bremsen diese Unterschiede die Vermischung über Dutzende Kilometer aus.

    Nahaufnahme des Encontro das Águas: der dunkle Rio Negro und der braune Rio Solimões fließen nebeneinander

    Temperatur

    Der Rio Negro ist etwas wärmer. Bei Niedrigwasser im Oktober 2014 maßen Forschende 30,3 °C im Negro und 29,6 °C im Solimões, bei Hochwasser im April und Mai 2015 waren es 29 °C gegenüber 28 °C.

    Das hat Folgen, denn warmes Wasser ist leichter als kaltes. Der Temperaturunterschied beeinflusst also, wie die Strömungen verlaufen, und wirkt sich direkt auf die Dichte beider Flüsse aus.

    Säuregehalt (pH-Wert)

    Die Studie in Comptes Rendus Geoscience ermittelte einen pH-Wert von 5,0 bis 5,6 im Negro und von 6,7 bis 6,9 im Solimões. Messungen des HYBAM-Programms kamen 1997 auf 5,5 gegenüber 7,0. Weil die pH-Skala logarithmisch ist, bedeutet ein pH-Wert von 5,5, dass das Wasser rund 30-mal saurer ist als bei pH 7,0. Kurz gesagt: Der Rio Negro ist deutlich saurer.

    Die Säure stammt aus dem Wald selbst. In den überfluteten Wäldern und Sümpfen entlang des Negro zersetzen sich Laub und Pflanzenreste und geben dabei Huminsäuren ins Wasser ab. Genau diese Stoffe sorgen auch für die dunkle Farbe.

    Nach Angaben des brasilianischen Nationalen Instituts für Amazonasforschung (INPA) hat Schwarzwasser im Amazonas typischerweise einen pH-Wert zwischen 4 und 5. Ein Weißwasserfluss wie der Solimões ist dagegen fast neutral.

    Schon gewusst? Die Säure hilft außerdem, Insekten von den Ufern fernzuhalten. Deshalb haben Abenteurer rund um den Rio Negro weniger mit Mücken zu kämpfen.

    Boot überquert am Encontro das Águas die Grenzlinie zwischen dem dunklen Rio Negro und dem sandbraunen Solimões

    Strömungsgeschwindigkeit

    Am Zusammenfluss fließt der Negro im Schnitt mit 0,37 bis 0,38 m/s (etwa 1,4 km/h), der Solimões dagegen mit 1,42 bis 1,65 m/s (etwa 5 bis 6 km/h), an manchen Stellen mit bis zu 2,6 m/s. Damit ist der Solimões rund viermal so schnell.

    Er führt auch viel mehr Wasser. Laut einer Studie in der Fachzeitschrift Geosciences kommt der Solimões im Mittel auf etwa 103.000 m³/s, der Negro auf etwa 28.400 m³/s, also nur gut ein Viertel davon.

    Der Geschwindigkeitsunterschied, der weiter unten beschriebene Dichteunterschied und die Scherkräfte entlang der Grenze wirken zusammen. Deshalb steht die Trennfläche zwischen den beiden Strömungen nicht senkrecht, sondern liegt schräg.

    Dichte

    Der Rio Solimões ist aus zwei Gründen dichter: Er ist etwas kühler und er steckt voller Sedimente aus den Anden, wo er entspringt.

    Weil sein Wasser schwerer ist, schiebt es sich unter das des Negro. Die Vermischung beginnt deshalb nahe am Flussgrund, während die Linie an der Oberfläche viel länger scharf bleibt.

    Der Encontro das Águas vom Boot aus bei Manaus: dunkles Wasser des Rio Negro wirbelt in den braunen Solimões

    Chemische Zusammensetzung

    In den 1950er-Jahren teilte der deutsche Limnologe Harald Sioli die Flüsse Amazoniens in drei Typen ein: Weißwasser, Schwarzwasser und Klarwasser. Am Encontro das Águas treffen die beiden Extreme dieses Systems aufeinander.

    • Solimões (Weißwasser): entspringt in den Anden und führt nährstoffreiche Sedimente mit; sein Wasser ist reich an Karbonaten und Kalzium.
    • Rio Negro (Schwarzwasser): entwässert den uralten Guayana-Schild mit seinen Weißsandböden, die kaum Sedimente oder Mineralien abgeben.
    • Gelöste Mineralien: Die elektrische Leitfähigkeit, ein Maß für gelöste Salze, liegt im Negro bei etwa 8 µS/cm, im Solimões bei 80 µS/cm und damit zehnmal höher.
    • Organisches Material: Im Negro steckt mehr als doppelt so viel gelöster organischer Kohlenstoff wie im Solimões. Diese Huminstoffe färben das Wasser wie starken Tee.

    Jahreszeiten und Dürre

    Starr ist die Linie übrigens nicht. Ab November steigt der Solimões, breitet sich aus und drängt das Schwarzwasser des Negro ans linke Ufer, wie Studien zeigen. Im Januar und Februar bedeckt das Weißwasser flussabwärts dann beide Ufer. Auch Lage und Breite der Mischzone verändern sich, je nachdem, wie viel Wasser jeder der beiden Flüsse führt.

    Auch extreme Dürren können die Linie verwischen. Am 4. Oktober 2024 fiel der Rio Negro in Manaus auf 12,66 m. Laut dem Geologischen Dienst Brasiliens (SGB) war das der niedrigste Pegel seit Beginn der Messungen im Jahr 1902. Danach sank der Fluss weiter bis auf 12,11 m, sodass der Kontrast kaum noch zu erkennen war.

    👉 Mehr dazu: Beste Reisezeit Amazonas: Wann du den Regenwald in Brasilien besuchen solltest

    Mehr über den Rio Negro und den Solimões

    Rio Negro

    Der Rio Negro entspringt im Regenwald im Osten Kolumbiens. Dort ist sein Quellgebiet über den Casiquiare-Kanal mit dem Einzugsgebiet des Orinoco verbunden. Insgesamt ist er etwa 2.250 km lang, 1.370 km davon in Brasilien.

    Die Initiative Aguas Amazónicas der Wildlife Conservation Society bezeichnet ihn als den einzigen großen Schwarzwasserfluss im Amazonasbecken. Auf ihn entfallen 13 bis 14 % des Amazonas-Abflusses.

    Rund 40 km flussaufwärts von Manaus verzweigt sich der Negro im Anavilhanas-Nationalpark um mehr als 400 Inseln und bildet eines der größten Flussarchipele der Welt.

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    Rio Solimões

    Solimões nennen die Brasilianer den Oberlauf des Amazonas, von der Grenze zu Peru bis zum Zusammenfluss mit dem Negro. Er entspringt in den peruanischen Anden und fließt in Brasilien rund 1.600 km weit durch eine bis zu 80 km breite Überschwemmungsebene. Sein Einzugsgebiet umfasst mehr als 2,1 Millionen km².

    Die Andensedimente, die der Rio Solimões mitführt, geben ihm seine cremig-braune Farbe. Und ihnen ist es zu verdanken, dass seine Überschwemmungsgebiete, die Várzeas, zu den fruchtbarsten Böden Amazoniens gehören.

    Drohnenaufnahme der scharfen Grenze zwischen dem schwarzen Rio Negro und dem milchkaffeebraunen Solimões im Amazonas

    👉 Mehr dazu: Wann ist die beste Zeit für eine Amazonas-Kreuzfahrt in Brasilien?

    Das Naturschauspiel in Kunst und Kultur

    Kein Wunder, dass zwei Flüsse, die sich nicht vermischen, die Fantasie beflügeln. Im Reisetagebuch des Schweizer Naturforschers Louis Agassiz und seiner Frau Elizabeth steht unter dem 5. September 1865, dass die Indigenen der Gegend den Solimões den „lebendigen“ und den Negro den „toten“ Fluss nannten.

    Seitdem greifen Künstler das Motiv immer wieder auf. Da wäre etwa der Bühnenvorhang des Teatro Amazonas (1894), den Crispim do Amaral gemalt hat. Fernando Sabino gab seiner Sammlung von Crônicas (kurzen Alltagsgeschichten) den Titel „O Encontro das Águas“ (1977). Dazu kommt der Song „Encontro das Águas“ (1993) von Jorge Vercillo und Jota Maranhão.

    So tief ist der Encontro das Águas in Geschichte und Kultur Amazoniens verwurzelt, dass er auch in den Wappen des Bundesstaats Amazonas (1897) und der Stadt Manaus (1906) auftaucht.

    Bühnenvorhang des Teatro Amazonas in Manaus, von Crispim do Amaral gemalt und vom Encontro das Águas inspiriert

    👉 Mehr dazu: Ist Manaus gefährlich? Ein Leitfaden für Reisende in den Amazonas, Brasilien

    PlanetaEXO-Reisen mit Stopp am Zusammenfluss

    Du willst selbst sehen, wie Rio Negro und Solimões Seite an Seite fließen? PlanetaEXO bietet mehrere Amazonas-Touren an, die am Encontro das Águas vorbeiführen. Hier der Überblick:

    Reise Reiseart Dauer Wann du den Encontro das Águas siehst
    4-tägige Brasilianische Amazonas-Dschungeltour Dschungel-Lodge 4 Tage Gleich zu Beginn, bei der Bootsfahrt von Manaus nach Careiro da Várzea.
    Amazon Turtle Lodge: 5-tägiger Urlaub im Amazonas-Regenwald in Brasilien Dschungel-Lodge 5 Tage Am 1. Tag bei der Überfahrt nach Careiro da Várzea: Das Boot fährt mitten hindurch.
    Juma Amazon Lodge: 5-Tage-Dschungeltour ab Manaus Dschungel-Lodge 5 Tage Am ersten Tag auf dem Weg nach Juma, wenige Stunden vor einer nächtlichen Bootssafari.
    Amazonas-Trekking- und Survival-Tour: 6 Tage Abenteuer Survival- und Trekking-Expedition 6 Tage Zum Auftakt geht es im Schnellboot den Rio Negro hinunter bis zum Zusammenfluss und von dort weiter zum ersten Dschungelcamp.
    Luxus-Kreuzfahrt Amazonas in Brasilien Flusskreuzfahrt 5 Tage Am 1. Tag, kurz nach dem Ablegen: Das Schiff fährt am historischen Hafen von Manaus und am Zusammenfluss der beiden Flüsse vorbei, bevor es den Ökologischen Park Janauari erreicht.
    Tucano Amazonas-Flusskreuzfahrt: 5-tägige Wildnis-Expedition Flusskreuzfahrt 5 Tage Gegen Ende der Reise: An Tag 4 fährt die Tucano flussabwärts bis dorthin, wo Negro und Solimões zusammentreffen.

    👉 Mehr dazu: Die besten Amazonas-Lodges in Brasilien

    Bereit für den Encontro das Águas? Plane deine Amazonas-Reise mit PlanetaEXO!

    Jetzt weißt du, warum Rio Negro und Solimões nebeneinander herfließen, statt sich zu vermischen. Bleibt nur noch eins: die Linie mit eigenen Augen sehen!

    PlanetaEXO ist eine Ökotourismus-Plattform, die sich auf Abenteuerreisen in Brasilien spezialisiert hat. Wir arbeiten mit den besten lokalen Veranstaltern im Amazonas zusammen, und unser erfahrenes Team sorgt für eine entspannte Reiseplanung und maßgeschneiderte Erlebnisse. Kontaktiere uns jetzt!

  • Bootstour nähert sich dem Fuß der Iguazú-Wasserfälle unter blauem Himmel

    Iguazú-Wasserfälle in Brasilien besuchen: der komplette Reiseführer

    Wo die Wasserfälle liegen, wie du hinkommst und wann die beste Reisezeit ist. Dazu: Was ein Ticket auf jeder Seite der Grenze abdeckt und wie viele Tage du wirklich einplanen solltest

    Die Iguazú-Wasserfälle sind ein ganzes System aus 275 einzelnen Kaskaden. Sie verteilen sich über fast 2.700 Meter des Rio Iguazú, direkt auf der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien, und stürzen bis zu 80 Meter in die Tiefe. Damit sind sie größer als die Niagarafälle. Die UNESCO nahm 1984 den argentinischen und 1986 den brasilianischen Park in die Welterbeliste auf. Gemeinsam schützen beide das größte erhaltene Stück des inneren Atlantischen Regenwaldes, das es weltweit noch gibt.

    Die Grenze teilt die Fälle ungleich auf. Rund 80 % der Kaskaden liegen auf argentinischer Seite, nur etwa 20 % auf brasilianischer. Genau deshalb hast du an den Iguazú-Wasserfällen in Brasilien den besten Überblick: Vom äußeren Rand der Plattform aus breitet sich das ganze Band der Kaskaden auf einmal vor dir aus.

    Luftaufnahme der Iguazú-Wasserfälle mit Dutzenden Kaskaden, die in die Schlucht stürzen, und einem Steg über dem Fluss
    Photo: Marina Zvada

    PlanetaEXO, ein Ökotourismus-Unternehmen mit Schwerpunkt auf Touren zu den Iguazú-Wasserfällen, hat diesen Reiseführer zusammengestellt, damit du jede Etappe gut planen kannst. Die brasilianische Seite ist dabei deine Basis, die argentinische kommt als zusätzlicher Tag dazu. Lies weiter!

    Inhaltsverzeichnis:

    1. Wo liegen die Iguazú-Wasserfälle?
    2. Anreise zu den Iguazú-Wasserfällen
    3. Iguazú-Wasserfälle: die beste Reisezeit
    4. Die zwei Nationalparks: Zugang, Eintritt und Regeln
    5. Was du an den Iguazú-Wasserfällen unternehmen kannst
    6. Was du einpacken solltest
    7. Wie viele Tage brauchst du für die Iguazú-Wasserfälle?

    Wo liegen die Iguazú-Wasserfälle?

    Die Iguazú-Wasserfälle liegen am Rio Iguazú, genau dort, wo Brasilien und Argentinien aufeinandertreffen. Bis zur Mündung in den Paraná sind es von hier aus etwa 25 Kilometer flussabwärts.

    Auf brasilianischer Seite ist Foz do Iguaçu der Ausgangspunkt, ganz im Westen des Bundesstaats Paraná. Auf argentinischer Seite übernimmt Puerto Iguazú in der Provinz Misiones diese Rolle. Gegenüber von beiden, am anderen Ufer des Paraná, liegt Ciudad del Este in Paraguay. Deshalb heißt die Gegend auch Dreiländereck.

    Laut Volkszählung 2022 hat Foz do Iguaçu 285.415 Einwohner. Du findest dort also alles, was du als Reisender brauchst: Hotels, Restaurants, Krankenhäuser und einen Flughafen.

    Ein Hinweis zu den Namen erspart dir beim Buchen Verwirrung. Der brasilianische Park heißt Parque Nacional do Iguaçu, der argentinische Parque Nacional Iguazú. Je nach Sprache begegnen dir außerdem verschiedene Schreibweisen wie Iguaçu, Iguazú oder Iguassu.

    Hier siehst du eine Karte vom Iguazú-Nationalpark und der Grenzregion, mit Foz do Iguaçu, Puerto Iguazú und Ciudad del Este im Bild:

    Karte des Dreiländerecks mit Ciudad del Este in Paraguay, Puerto Iguazú in Argentinien und dem Nationalpark Iguaçu in Brasilien

    Anreise zu den Iguazú-Wasserfällen

    Mit dem Flugzeug

    Jedes der beiden Länder hat seinen eigenen Flughafen an den Iguazú-Wasserfällen. In Brasilien ist das Foz do Iguaçu/Cataratas International (IGU). Er liegt rund 13 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und praktischerweise direkt an der Straße zum Nationalpark. Bis zum Parkeingang sind es nur etwa 10 Minuten.

    Täglich landen Flüge aus brasilianischen Städten wie São Paulo, Rio de Janeiro, Brasília, Curitiba, Porto Alegre und Recife. International gibt es nur eine Direktverbindung: ein paar Mal pro Woche von Foz do Iguaçu nach Santiago de Chile (SCL).

    Auch Argentinien hat einen eigenen Flughafen, den Cataratas del Iguazú International (IGR), mit Flügen aus Buenos Aires. Ankunft in einem Land und Abflug aus dem anderen? Als Gabelflug ist das problemlos machbar.

    Mit Auto und Bus

    Mit dem Auto ist die Anreise zu den Iguazú-Wasserfällen unkompliziert. Die asphaltierte Bundesstraße BR-277 verbindet Foz do Iguaçu mit dem Rest von Paraná. Von Curitiba aus sind es 640 Kilometer, also rund 9 Stunden Fahrt.

    Mietwagen bekommst du direkt am Flughafen. Im Nationalpark stellst du das Auto am Besucherzentrum ab und steigst in die parkeigenen Busse um, die im Ticket enthalten sind. Mit dem eigenen Fahrzeug geht es nicht bis zu den Fällen.

    Vor Ort fahren städtische Busse vom Terminal im Zentrum bis zum Parkeingang, vorbei am Flughafen und am Parque das Aves. Einfacher und bequemer geht es aber mit einem Hoteltransfer, einem Taxi oder einer geführten Tour. So machen es auch die meisten Reisenden.

    Über die Grenze auf die argentinische Seite

    Zum argentinischen Park gelangst du über die Tancredo-Neves-Brücke nach Puerto Iguazú. Von dort sind es noch 17 Kilometer bis zum Eingang. Von den Hotels in Foz do Iguaçu aus rechnest du also mit 45 Minuten bis einer Stunde, plus Wartezeit an der Grenze.

    Reisende fotografiert die Iguazú-Wasserfälle von einem Aussichtspunkt am Steg, umgeben von Regenwald
    Photo: NidoHuebl

    Iguazú-Wasserfälle: die beste Reisezeit

    Einen schlechten Monat gibt es nicht. Die Fälle führen das ganze Jahr Wasser, und beide Parks haben an 365 Tagen geöffnet. In Foz do Iguaçu herrscht feucht-subtropisches Klima mit ausgeprägten Jahreszeiten.

    Der Sommer von Dezember bis März ist heiß und nass. Die Höchstwerte klettern über 32 °C, und im Januar und Februar fällt der meiste Regen. Deshalb tosen die Fälle dann am kräftigsten. Der Winter von Juni bis August ist trocken und klar, mit Temperaturen zwischen etwa 10 °C und 23 °C.

    Die beste Reisezeit für die Iguazú-Wasserfälle ist die Zwischensaison, also etwa März bis Mai oder August bis Oktober. Die Tage sind warm, aber ohne die Hitze des Februars. Die Pegel profitieren noch vom Sommerregen. Und das Gedränge von Januar und Juli bleibt dir erspart.

    Egal zu welcher Jahreszeit: Leg deine Reise möglichst nicht auf brasilianische oder argentinische Feiertage. Dann strömen Reisende aus beiden Ländern in den Park.

    Was kein Monatsdurchschnitt zeigt, sind extreme Hochwasser. Steigt der Rio Iguazú nach Regen flussaufwärts weit über den Normalpegel, sperren die Behörden auf beiden Seiten aus Sicherheitsgründen vorübergehend die Stege, die den Fällen am nächsten sind. Die meisten Hauptwege und Aussichtspunkte bleiben offen. Trotzdem lohnt sich am Tag deines Besuchs ein Blick auf die offiziellen Meldungen. Bei den stärksten Hochwassern kann der argentinische Park den Steg am Teufelsschlund wochenlang sperren und sogar Teile davon abbauen.

    👉 Mehr lesen: Iguazú-Wasserfälle Fakten: 10 Dinge, die du über das Naturwunder noch nicht wusstest

    Regenbogen über den Iguazú-Wasserfällen, gesehen von einem Aussichtspunkt an einem klaren Tag
    Photo: paulobaqueta

    Die zwei Nationalparks: Zugang, Eintritt und Regeln

    Weil die Fälle auf einer Staatsgrenze liegen, betreiben zwei verschiedene Verwaltungen die beiden Parks, jede mit eigenem staatlichem Auftrag. Die Folge: Ein Ticket von der einen Seite gilt nicht auf der anderen.

    Das übersehen viele Besucher, und es gehört bis heute zu den häufigsten Fehlern. Einer der wichtigsten Tipps für die Iguazú-Wasserfälle lautet deshalb: Plane für jeden Park einen eigenen Eintritt ein. Auch Öffnungszeiten, Preise und Regeln legt jede Seite selbst fest.

    Nationalpark Iguaçu (Brasilien)

    Der brasilianische Park umfasst 169.695 Hektar im Bundesstaat Paraná. Gegründet wurde er 1939, erweitert 1944 und 1981, und 1986 erklärte ihn die UNESCO zum Welterbe. Verwaltet wird er vom ICMBio; den Besucherbetrieb führt der Konzessionär Urbia Cataratas.

    Der Eintritt für die Iguazú-Wasserfälle auf der brasilianischen Seite kostet 2026 R$ 134 für ausländische Besucher und R$ 121 für Brasilianer und Bürger der Mercosur-Staaten. Einwohner der 14 umliegenden Gemeinden zahlen mit dem Gemeindeticket R$ 26. Die Preise können sich ändern, prüf deshalb vor deinem Besuch die aktuellen Tarife über die offiziellen Kanäle.

    Einlass ist werktags von 9 bis 16 Uhr. An Wochenenden und Feiertagen öffnet der Park eine halbe Stunde früher, um 8:30 Uhr. Bist du einmal drin, kannst du bis 17:30 Uhr bleiben, ganz egal, wann du hereingekommen bist.

    Tickets kaufst du am besten online auf der offiziellen Website des Nationalparks Iguaçu. In der Hochsaison solltest du dabei unbedingt Datum und Zeitfenster reservieren.

    Nasenbär putzt sich auf dem Geländer eines Stegs, im Hintergrund die Iguazú-Wasserfälle und der Fluss
    Photo: hansgertbroeder

    Nationalpark Iguazú (Argentinien)

    Der argentinische Park erstreckt sich über 67.000 Hektar in der Provinz Misiones. Er wurde 1934 gegründet und 1984 von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Zuständig ist die Administración de Parques Nacionales, gemeinsam mit dem Konzessionär Iguazú Argentina.

    Die Iguazú-Wasserfälle in Argentinien sind täglich von 8 bis 18 Uhr zugänglich (letzter Einlass um 16:30 Uhr). Die Eintrittspreise werden in argentinischen Pesos festgelegt und sind nach Nationalität gestaffelt. Internationale Touristen zahlen den vollen Normalpreis.

    Eine argentinische Regel solltest du bei der Planung kennen: Ein zweiter Tag direkt im Anschluss kostet 50 % des ursprünglichen Preises. Voraussetzung ist, dass du dein Ticket am ersten Tag vor dem Verlassen des Parks abstempeln lässt (gültig innerhalb von 72 Stunden).

    Was du an den Iguazú-Wasserfällen unternehmen kannst

    Der halbtägige Hauptweg ist erst der Anfang. Wenn du die Iguazú-Wasserfälle in Brasilien besuchst, warten außerdem rasante Bootstouren, Dschungelpfade, Besuche bei Sonnenaufgang und bei Nacht, ein gigantisches Wasserkraftwerk und das Denkmal am Dreiländereck. Hier ein paar Ideen!

    Kleines Boot auf dem Iguazú-Fluss, von oben durch das Laub des Waldes gesehen
    Photo: Fermin Rodriguez Penelas

    Trilha das Cataratas und der Aussichtspunkt am Teufelsschlund

    Die Trilha das Cataratas ist ein 1,4 Kilometer langer Weg am Rand der Schlucht. Nach und nach öffnet sich das Panorama, für das die brasilianische Seite berühmt ist: Die Fälle ziehen sich über die ganze Schlucht, und mit jeder Kurve rücken sie näher und werden lauter.

    Am Ende führt der Weg auf den Steg am Teufelsschlund des Iguazú, hinaus über den Fluss und direkt auf den Hauptfall zu. Ein Panoramaaufzug bringt dich danach hinauf nach Porto Canoas. Die Strecke ist asphaltiert, stufenlos und komplett barrierefrei, und die Parkbusse halten direkt am Aufzug.

    Reisende steht auf den Felsen am Fuß der Kaskaden der Iguazú-Wasserfälle
    Photo: Belmond Hotel das Cataratas

    Macuco-Safari

    Wer die Iguazú-Wasserfälle in Brasilien besucht, bucht besonders gern die Macuco-Safari. Die aufregende Bootstour bringt dich bis direkt unter die herabstürzenden Wassermassen.

    Die Tour läuft in drei Etappen ab: zuerst 2 Kilometer im Elektrofahrzeug durch den Wald, dann 600 Meter zu Fuß mit einem zweisprachigen Guide und schließlich das Boot selbst. Rund 25 bis 30 Minuten geht es über den Rio Iguazú, bis ganz unter die Fälle.

    Plane insgesamt zwei Stunden ein und rechne damit, klatschnass zu werden. Die Boote legen alle 20 Minuten ab, reservieren musst du nicht. Der Parkeintritt kommt allerdings extra dazu. Für Kamera und Handy bekommst du wasserdichte Beutel. Alles andere, was du am Körper trägst, wird nass, also pack Wechselkleidung ein.

    Bootstour mit Passagieren in Schwimmwesten, die auf die Gischt der Iguazú-Wasserfälle zufährt
    Photo: Christian Edelmann

    Wanderwege

    Die meisten Besucher verlassen den Hauptweg nie, und im Rest des Parks ist es entsprechend ruhig. Wer Natur intensiv erleben will, nimmt den Poço-Preto-Weg: 9,6 km pro Strecke durch das Herz des Atlantischen Regenwalds bis hinunter zum Rio Iguazú. Du kannst ihn zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen. Hier stehen deine Chancen am besten, neben den Nasenbären auch andere Wildtiere zu sehen.

    Auch die kürzeren Wege lohnen sich: der Caminho das Bananeiras (1,3 km bis zu einer Plattform am Flussufer), der Circuito São João (1,9 km vorbei an Wasserfällen und einem alten Kraftwerk) und die Trilha da Canafístula (2,2 km, der schattigste von allen).

    Steg über einen felsigen Bach im Atlantischen Regenwald, umrahmt von Baumwurzeln und Farnen
    Photo: Daniel Miller

    Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und Vollmond

    Am meisten bekommst du in Foz do Iguaçu für dein Geld bei den Sonderöffnungen des Parks, für die es nur wenige Plätze gibt.

    Frühaufsteher betreten mit der Sonnenaufgangstour den Steg, bevor der Park für alle öffnet, Frühstück inklusive. Oder du buchst die Tour zum Sonnenuntergang: exklusiver Zugang am späten Nachmittag, auf Wunsch mit anschließender Sternbeobachtung.

    Die Vollmondtour findet an etwa fünf Nächten im Monat nach Einbruch der Dunkelheit statt, mit Blick auf einen Mondregenbogen (einen nächtlichen Regenbogen in der Gischt). Gäste im Belmond Hotel das Cataratas, dem einzigen Hotel im Nationalpark Iguaçu, haben vor und nach den regulären Öffnungszeiten exklusiven Zugang zum Steg.

    👉 Zum Abenteuer: 3-tägige Luxusreise zu den Iguazú-Wasserfällen

    Reisende beobachtet den Sonnenuntergang über den Iguazú-Wasserfällen von einem Aussichtspunkt
    Photo: Joel Carillet

    Parque das Aves

    Direkt gegenüber vom Parkeingang liegt der Parque das Aves, der größte Vogelpark Lateinamerikas. Er ist keine Attraktion am Straßenrand, sondern eine echte Naturschutzeinrichtung. Der Park wurde 1994 eröffnet, erstreckt sich über 16 Hektar Wald und beherbergt mehr als 1.300 Vögel aus über 150 Arten. Im Fokus stehen bedrohte Arten des Atlantischen Regenwalds und gerettete Tiere, die nicht mehr ausgewildert werden können.

    Das Konzept macht den Unterschied: In begehbaren Volieren stehst du mitten im Gehege, während Tukane, Aras und Kolibris um dich herumfliegen.

    Plane rund zwei Stunden für den Parque das Aves ein. Er liegt nur fünf Minuten vom Haupteingang des Nationalparks entfernt und lässt sich deshalb mühelos mit einem Vormittag an den Fällen verbinden. Für Familien mit Kindern ist er damit das beste Ausflugsziel in Foz do Iguaçu.

    Riesentukan mit großem orangefarbenem Schnabel auf einem Stein im Regenwald

    Die argentinische Seite

    Im argentinischen Park läufst du zwischen den Fällen hindurch statt ihnen gegenüber, und dafür brauchst du einen ganzen Tag. Das deckt dein Ticket dort ab:

    • Circuito Superior: 1.755 Meter oben entlang der Kaskaden, komplett stufenlos, rund eine Stunde.
    • Circuito Inferior: 2.900 Meter hinunter Richtung Fluss, etwa 90 Minuten, mit Zugang zum Anleger für die argentinischen Bootstouren.
    • Tren Ecológico de la Selva: im Ticket enthalten. Erste Abfahrt um 8:30 Uhr, dann alle 30 Minuten, letzte Fahrt Richtung Station Teufelsschlund um 15:30 Uhr.
    • Steg am Teufelsschlund: mit diesem Zug erreichbar, führt über den oberen Rio Iguazú bis an die Kante des Hauptfalls. Steigt der Fluss, ist er der erste Steg, der gesperrt wird.
    • Sendero Verde und Sendero Macuco: zwei Waldwege im Nationalpark Iguazú, beide ohne Guide begehbar.
    • Besucherzentrum Yvyrá Retá und Yaguareté-Territorium: die Ausstellungen des Parks, die zweite zum Schutz des Jaguars.
    Wasserfall, halb von Bäumen verdeckt, an einem Waldweg nahe den Iguazú-Wasserfällen
    Photo: Ignacio Saenz Valiente

    Mehr als Wasserfälle: Itaipu und das Dreiländereck

    Abseits der Fälle ist Foz do Iguaçu vor allem für den gewaltigen Itaipu-Staudamm bekannt. Mit einer installierten Leistung von 14.000 MW aus 20 Generatoren stellte er 2016 mit 103,1 Millionen MWh einen Jahresweltrekord auf. Seit 1984 hat er mehr als 3 Milliarden MWh erzeugt.

    Mit der Tour Itaipu Panorâmica fährst du im Doppeldeckerbus zu den Aussichtsplattformen (rund 2,5 Stunden). Bei der Itaipu Especial geht es dagegen ins Innere des Kraftwerks, zu Kontrollraum und Turbinen.

    Einen Abstecher wert ist auch das Dreiländereck-Denkmal (Marco das Três Fronteiras). Es steht direkt am Zusammenfluss von Iguazú und Paraná, dort, wo Brasilien, Argentinien und Paraguay aufeinandertreffen. Von einem Punkt aus siehst du drei Länder, jedes mit eigenem Obelisken. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 14 bis 21 Uhr, ab 18:15 Uhr gibt es kulturelle Vorführungen.

    Dreiländermarke mit den Flaggen von Paraguay, Argentinien und Brasilien
    Photo: jimfeng

    Was du einpacken solltest

    An den Iguazú-Wasserfällen wirst du nass, egal ob in Brasilien oder Argentinien. Das gehört einfach dazu. Unsere Packliste gilt für beide Seiten der Grenze und für alle Jahreszeiten:

    • Regenjacke oder Poncho (gibt es auch im Park zu kaufen, mitbringen ist aber besser).
    • Schnell trocknende Kleidung und ein kompletter Satz Wechselkleidung für die Tage mit Macuco-Safari.
    • Bequeme Schuhe mit gutem Profil, dazu Sandalen oder Schuhe, die nass werden dürfen.
    • Wasserdichte Handyhülle oder Dry Bag.
    • Sonnencreme und Hut (die Stege sind lang und kaum beschattet).
    • Mückenschutz.
    • Nachfüllbare Trinkflasche.
    • Leichte Kleidung nach dem Zwiebelprinzip für Juni bis August, wenn die Tiefstwerte bei 10 °C liegen.
    • Ausweis oder Reisepass für die argentinische Seite (als physisches Dokument, kein Foto auf dem Handy).
    • Bargeld (Reais für Brasilien, Pesos für Argentinien).

    Wie viele Tage brauchst du für die Iguazú-Wasserfälle?

    Für die meisten Reisenden sind drei Tage und zwei Nächte ideal. So bleibt ein ganzer Tag für die argentinische Seite, ein halber für die brasilianische und genug Puffer rund um die Flugzeiten, damit unerwartete Verspätungen deinen Plan nicht durcheinanderbringen.

    Zwei Tage sind knapp, aber gerade noch machbar. Für den Steg auf brasilianischer Seite brauchst du etwa zwei Stunden. Das passt locker mit dem Parque das Aves oder der Macuco-Safari in einen Tag. Nimmst du in zwei Tagen noch die argentinische Seite dazu, wird es hektisch: Grenzübergänge, fast 7 Kilometer Fußweg und enge Rückfahrzeiten. Die Fälle siehst du dann zwar, aber alles fühlt sich gehetzt an.

    Mit vier oder fünf Tagen wird die Reise richtig rund. Die zusätzliche Zeit reicht für den Poço-Preto-Weg, Itaipu, das Dreiländereck bei Sonnenuntergang, einen zweiten Tag in Argentinien und, wenn der Kalender mitspielt, die Vollmondtour. Außerdem kannst du Pläne verschieben, wenn Wetter oder Fluss nicht mitmachen. An den Iguazú-Wasserfällen ist das mehr wert, als es klingt.

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  • Besenderter Jaguar, der über eine offene Wiese läuft, dahinter unscharf ein Safarifahrzeug

    10 Fakten über Onçafari, Brasiliens Jaguar-Schutzprojekt

    Der Gründer, die wegweisende Methode, die Erfolge mit Jaguaren und Mähnenwölfen und wie du die Arbeit von Onçafari in Brasilien erleben und unterstützen kannst

    Onçafari ist eine brasilianische Non-Profit-Organisation, die Jaguare, Mähnenwölfe und ihre gemeinsamen Lebensräume schützt. Heute betreibt sie 20 Schutzstationen in 4 Biomen Brasiliens. Angefangen hat alles 2011 auf einer Farm im Pantanal, wo sich Jaguare damals nur ein paar Mal im Jahr blicken ließen.

    Das Modell stammt aus Afrika: Wenn Reisende dafür bezahlen, Wildtiere zu sehen, haben die Menschen vor Ort einen Grund, sie zu schützen. Mit dieser Idee stand der Gründer, ein ehemaliger Rennfahrer, am Ende sogar in Davos auf der Bühne. Du willst wissen, wie dieser Ansatz für den Naturschutz in Brasilien funktioniert?

    Onçafari-Team an einem Land Rover Defender, auf dessen Karosserie ein gelber Jaguar gemalt ist

    PlanetaEXO, eine auf Jaguar-Touren im Pantanal spezialisierte Ökotourismus-Plattform, hat 10 Fakten über Onçafari für dich zusammengestellt. Schau’s dir unten an!

    1. Habituation von Wildtieren in Brasilien

    Die Methode von Onçafari stammt aus Südafrika, genauer gesagt aus dem Reservat Londolozi. Dort folgte ein Grundbesitzer 3 Jahre lang einer Leopardin, bis sie sich an Autos gewöhnt hatte. Ihre Jungen übernahmen diese Gelassenheit, und das Reservat wurde zu einer Top-Adresse für tägliche Leopardensichtungen.

    Onçafari brachte diese Technik, die sogenannte Habituation, als Pilotprojekt ins Pantanal und damit nach Brasilien. Weiterentwickelt wurde sie mit CENAP/ICMBio, dem nationalen Zentrum für Raubtierforschung. Das Ziel: Die Jaguare sollen lernen, dass Safari-Fahrzeuge keine Gefahr sind, und vor aller Augen ihrem Alltag nachgehen.

    Dafür braucht es viel Geduld. Laut National Geographic Brasilien hielten die Forschenden anfangs über 200 Meter Abstand, und ein Biologe brauchte 9 Monate, um sich gefahrlos auf 12 Meter zu nähern. Die Mühe lohnt sich auf lange Sicht, denn Mütter geben die Gewöhnung an ihren Nachwuchs weiter.

    Habituation heißt nicht Zähmung. Die Tiere bleiben vollkommen wild und frei. Von Menschen bekommen sie weder Futter noch Belohnung, sie reagieren einfach nicht mehr auf die Autos. Seit August 2018 wendet Onçafari dieselbe Methode in der Pousada Trijunção auch beim Mähnenwolf an.

    Jaguar mit hellen Augen, der aus dichtem grünem Unterholz hervorschaut

    2. Der Gründer war Rennfahrer

    Bevor er Jaguaren auf der Spur war, saß Mario Haberfeld im Rennwagen. 1998 wurde er britischer Formel-3-Meister. Bis 2002 fuhr er in der Formel 3000. 2003 folgte der Wechsel in die Champ Car.

    Später zog es Haberfeld zu den Wildtieren. Im August 2011 gründete er Onçafari im Caiman Ecological Refuge, einer 53.000 Hektar großen Farm mit Lodge bei Miranda im südlichen Pantanal. Der Name verbindet „onça“ (portugiesisch für Jaguar) mit Safari.

    Die ersten Meilensteine ließen nicht lange auf sich warten. Schon im Oktober 2011 bekam das Jaguarweibchen Chuva das erste GPS-Halsband des Teams. Im Mai 2013 kam die erste Wurfhöhle dazu, mit den 3 Jungtieren des Weibchens Esperança. Im April 2018 wurde im Caiman schon der 100. Jaguar registriert.

    Mario Haberfeld im Onçafari-Shirt vor dem schwarzen Land Rover Defender des Projekts

    3. Onçafari-Gründer in Davos zum Social Innovator of the Year gekürt

    Am 20. Januar 2026 wurde Mario Haberfeld beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos (Schweiz) als Social Innovator of the Year ausgezeichnet. Die Schwab Foundation for Social Entrepreneurship ehrte ihn als eine von 21 Führungspersönlichkeiten weltweit.

    In seiner Rede wies Haberfeld darauf hin, dass im jüngsten Bericht des Forums 5 der 10 globalen Risiken Umweltrisiken sind. Wenige Monate zuvor hatte er in Brasilien den Prêmio Empreendedor Social 2025 gewonnen, den die Folha de S. Paulo zusammen mit der Schwab Foundation vergibt.

    Anerkennung gab es auch schon vorher: Im Juni 2025 erhielt Haberfeld in London die Auszeichnung „Unsung Hero“ der Latin American Travel Association (LATA).

    Mario Haberfeld mit der gerahmten Urkunde „Outstanding Social Entrepreneur of the Year 2026“ auf der Bühne des Weltwirtschaftsforums

    4. Onçafari ist in 4 der 6 Biome Brasiliens aktiv

    Auf das Pantanal folgten 2016 der Atlantische Regenwald, 2017 das Amazonasgebiet und 2018 der Cerrado. Dort arbeitet das Projekt von der Pousada Trijunção aus, genau an dem Punkt, an dem die Bundesstaaten Bahia, Goiás und Minas Gerais aufeinandertreffen.

    Onçafari will die Artenvielfalt Brasiliens bewahren, indem es Naturräume schützt und lokale Gemeinden unterstützt. Konkret bedeutet das: große ökologische Korridore, die zersplitterte Lebensräume wieder verbinden und von 20 Schutzstationen aus betreut werden. So beschrieb es Haberfeld 2026 in seiner Rede in Davos.

    An der Landesgrenze hört die Arbeit nicht auf. Über die Initiative Jaguar Rivers kooperiert Onçafari mit Organisationen in Argentinien, Paraguay und Bolivien. Außerdem will das Projekt in 2 weitere Biome Brasiliens vorstoßen: die Pampa und die Caatinga.

    5. Ökotourismus finanziert den Naturschutz

    Ökotourismus ist das Rückgrat von Onçafari, und die Rechnung ist einfach: Ein Jaguar, den Reisende sehen können, ist lebend viel mehr wert als die Rinder, die er vielleicht reißt. Damit haben Viehzüchter einen Grund, ihn zu schützen.

    Innerhalb von 2 Jahren haben laut Onçafari 100 % der Gäste im Caiman mindestens einen Jaguar gesehen. Die Auslastung der Lodge ist seit 2011 um 580 % gestiegen. Eine Studie von 2017 beziffert die Einnahmen aus dem Jaguar-Tourismus im nördlichen Pantanal auf 6,8 Mio. US-Dollar pro Jahr, denen Verluste an Rindern von rund 121.500 US-Dollar gegenüberstehen.

    Dieses Geld schafft Jobs und neue Berufswege. Manche Farmarbeiter, für die Jaguare früher Schädlinge waren, arbeiten heute als Guides. Ein gutes Beispiel dafür, wie Ökotourismus in Brasilien aus einem bedrohten Raubtier einen Gewinn für die ganze Region macht.

    👉 Mehr dazu: 3 Wege, wie nachhaltiger Tourismus im Pantanal Wildtiere schützt

    6. Mit Onçafari auf Safari: im Caiman und in der Pousada Trijunção

    Nur in 2 Lodges führt das Team von Onçafari selbst Safaris durch: im Caiman Ecological Refuge im Pantanal und in der Pousada Trijunção im Cerrado. PlanetaEXO bietet Reisen zu beiden an, mit Vollpension und geführten Tierbeobachtungen in genau den Gebieten, in denen die Forschenden des Projekts unterwegs sind.

    Die Pantanal-Luxussafari im Caiman Ecological Refuge dauert 4 Tage und 3 Nächte. Start ist in Campo Grande, von dort bringt dich ein privater Transfer über 236 km zur Lodge. Pirschfahrten gibt es frühmorgens und am späten Nachmittag, und eine Safari mit dem Onçafari-Team kannst du als optionales Extra dazubuchen. Am besten reist du von Mai bis Oktober, in der Trockenzeit.

    Auf der Reise Pousada Trijunção: Cerrado-Tour in Brasilien (5 Tage, 4 Nächte) gehört Onçafari fest zum Programm. An Tag 3 brichst du noch vor Sonnenaufgang mit dem Team auf, um Mähnenwölfe aufzuspüren. Danach geht es in den Nationalpark Grande Sertão Veredas (230.000 Hektar). Wie bei allen Wildtieren gibt es keine Garantie für Sichtungen, doch deine Chancen stehen sehr gut.

    Steinweg durch einen Cerrado-Garten zur Veranda mit Hängematte der Pousada Trijunção

    7. Neben dem Ökotourismus hat Onçafari 7 weitere Arbeitsfelder

    Ökotourismus ist nur eines von 8 Arbeitsfeldern des Projekts. Die übrigen 7 setzen jeweils an einer anderen Stelle im Wildtierschutz an:

    Onçafari-Team legt einem betäubten Jaguar im Feld ein GPS-Senderhalsband an

    • Forschung: Mit GPS/VHF-Halsbändern, die sich von selbst lösen, und mit Kamerafallen haben die Forschenden bisher 50 Halsbänder angelegt und bei 32 Jaguaren Proben genommen.
    • Bildung: Vorträge für Gemeinden, Unternehmen und Schulen sowie Unterstützung vor Ort für die BBC-Doku „Jaguars: Brazil’s Super Cats“, kommentiert von David Attenborough.
    • Auswilderung: 3 Rehabilitationszentren mit 7 Gehegen im Amazonasgebiet und im Pantanal.
    • Soziales: Handwerkskurse, agrarökologische Gärten und Zusammenarbeit mit rund 100 Angehörigen der Boe Bororo im Indigenen Territorium Perigara.
    • Wälder: 4 Schutzgebiete mit zusammen mehr als 66.000 Hektar, entstanden auf gespendetem Land.
    • Brandschutz: Ausrüstung und Schulungen für Brandbekämpfungsteams sowie Brasiliens zweiter integrierter Brandmanagementplan auf Privatland.
    • Politische Arbeit: Einsatz für strengere Umweltgesetze, darunter ein Schutzgebiet, das 200 km des Flusses São Benedito sichert, und die Kampagne gegen Wildtierhandel Sou Amigo da Fauna.

    8. Jaguar und Mähnenwolf stehen im Fokus von Onçafari

    Jaguar

    Der Jaguar (Panthera onca) ist die größte Katze Amerikas und nach Tiger und Löwe die drittgrößte der Welt. Rund 50 % der verbliebenen Jaguare leben in Brasilien, so Onçafari, und im Pantanal gibt es die höchste Jaguardichte der Erde.

    Ist der Jaguar vom Aussterben bedroht? Weltweit nicht: Die IUCN stuft die Art als potenziell gefährdet (Near Threatened) ein, Brasilien als gefährdet. Regional sieht es anders aus. In der Pampa ist die Großkatze seit 1952 ausgestorben, und in der Caatinga und im Atlantischen Regenwald zählt der Jaguar-Bestand weniger als 300 Tiere.

    Seit 2011 hat Onçafari über 300 Jaguare identifiziert und mehr als 3.400 Sichtungen dokumentiert. Allein im Caiman wurde 2016 der 50. Jaguar erfasst, 2020 bereits der 150.

    👉 Mehr dazu: Wo man im Pantanal Jaguare sieht

    Reisende im Safarifahrzeug beobachten einen Jaguar, der im Pantanal auf einem Ast ruht

    Mähnenwolf

    Der Mähnenwolf (Chrysocyon brachyurus) ist der größte Wildhund Südamerikas: rund 90 cm Schulterhöhe, bis zu 36 kg schwer. Ein großer Teil seiner Nahrung ist die Lobeira (Wolfsapfel), deren Samen er im ganzen Cerrado verbreitet. Doch wie stark ist der Mähnenwolf gefährdet? Es gibt nur noch etwa 17.000 erwachsene Tiere, mehr als 90 % davon in Brasilien.

    In Trijunção bekam im Dezember 2018 der erste Mähnenwolf ein Halsband von Onçafari, 2019 fand das Team die erste Wurfhöhle. Gemeinsam mit dem brasilianischen Umweltministerium setzt sich das Projekt außerdem dafür ein, dass keine Wölfe mehr in Bewässerungskanälen ertrinken.

    Nahaufnahme eines Mähnenwolfs mit großen Ohren und rötlichem Fell vor trockenem Gras

    Weitere Arten

    Außerdem beobachtet Onçafari 32 weitere Säugetierarten, darunter Puma, Ozelot, Tapir, Riesenotter, Großen Ameisenbären und Sumpfhirsch.

    2018 dokumentierte das Team Una, den ersten schwarzen Jaguar, der in der Nähe von Trijunção nachgewiesen wurde. 2026 folgten, gemeinsam mit Embrapa Pantanal, melanistische Sumpfhirsche.

    👉 Mehr dazu: Tiere im Pantanal: die Tierwelt Brasiliens

    9. Onçafari gelang eine Weltpremiere bei der Jaguar-Auswilderung

    Der bekannteste Erfolg von Onçafari begann mit 2 Waisen. Die Schwestern Isa und Fera wurden 2014 gerettet und 2016 im Pantanal freigelassen. Damit waren sie die ersten Jaguare weltweit, die erfolgreich ausgewildert wurden. 2018 brachte Isa ihre Tochter Aurora zur Welt, das erste Junge eines ausgewilderten Jaguars.

    Danach wuchs das Programm zur Jaguar-Auswilderung weiter. 2019 kamen die Schwestern Pandora und Vivara im Amazonasgebiet frei. Jatobazinho, ein Männchen, das im Zentrum von Onçafari behandelt worden war, ging nach Argentinien und zeugte dort die ersten in freier Wildbahn geborenen Jaguarjungen im Iberá-Nationalpark seit 70 Jahren.

    Noch ein Erfolg: Esperança, eines der ersten Jaguarweibchen, die das Team begleitet hat, erlebte 2018 die Geburt ihrer Urenkelin Shiva. Der Beweis, dass die Habituation über Generationen hält.

    Jaguar-Pfotenabdruck im Sand, so breit wie die daneben aufgelegte offene Hand

    10. Jaguar-Patenschaft: Du kannst einen Jaguar oder Mähnenwolf adoptieren

    Besonders direkt unterstützt du Onçafari, wenn du ein Tier adoptierst. Mit einer Jaguar-Patenschaft oder einer Patenschaft für einen Mähnenwolf begleitest du 1 Jahr lang das Leben deines Tieres in freier Wildbahn. Gleichzeitig finanzierst du die Forschung und den Schutz, die dahinterstehen.

    Eine weitere Möglichkeit ist „Amigo da Onça“, ein Monatsbeitrag ab 20 R$. Zudem fließt jeder Einkauf im offiziellen Onlineshop direkt in das Projekt. Außerdem kannst du per Pix spenden, das Projekt in deinem Testament bedenken oder Freunde bitten, statt eines Geschenks für dich zu spenden.

    Außerhalb Brasiliens nimmt Onçafari International einmalige und regelmäßige Spenden an und hat ein eigenes Programm namens „Adopt a Jaguar“.

    Und auch Reisen hilft: Jeder Gast im Caiman oder in der Pousada Trijunção finanziert das Modell mit.

    👉 Mehr dazu: Naturschutzprojekte im Pantanal

    Jaguar, der auf einem dicken Ast ruht, den Kopf auf den Pfoten, und in die Kamera blickt

    Die Projekte von Onçafari mit PlanetaEXO besuchen

    Jetzt weißt du, wie Onçafari Jaguare und Mähnenwölfe zu einem guten Grund gemacht hat, ihre Landschaft zu schützen. Höchste Zeit, sie in freier Wildbahn zu sehen!

    PlanetaEXO ist eine Ökotourismus-Plattform, die sich auf Wildlife-Safaris in Brasilien spezialisiert hat. Wir arbeiten mit den besten lokalen Anbietern zusammen, und unser Team hilft dir, ein maßgeschneidertes Erlebnis ohne Planungsstress zusammenzustellen. Kontaktiere uns jetzt!

  • Pferde durchqueren bei Sonnenaufgang das flache Wasser im Pantanal

    Aufregend, bequem, lustig: Sallys Familienreise ins südliche Pantanal

    Eine britische Familie, vier Tage auf einer aktiven Rinderfarm am Rio Aquidauana, erzählt von Sally selbst

    Sally Heal ist 48 und Lehrerin aus einem kleinen Dorf mitten in England, heute bildet sie aber vor allem andere Lehrkräfte aus. Ihre Tochter lebte seit einem Jahr in Chile und kannte Brasilien schon von einer Reise mit Freunden.

    Im chilenischen Winter zog es die Familie ins Warme. Sally, ihr Mann und die beiden erwachsenen Kinder (20 und 22 Jahre alt) entschieden sich für Brasilien. Costa Rica stand auch zur Wahl, doch höhere Kosten, komplizierte Flugverbindungen und Regenwetter sprachen dagegen. Es war ihre erste Reise nach Brasilien und ihr zweiter Besuch in Südamerika.

    Los ging es in Rio de Janeiro, von dem die ganze Familie begeistert war, und auf der Ilha Grande. Danach flogen sie westwärts nach Campo Grande. Sie wollten Tiere und Pflanzen sehen und erleben, wie sich Brasilien abseits der Städte wirklich anfühlt. Fast wäre es ins Amazonasgebiet gegangen. Am Ende fiel die Wahl aber auf das Pantanal, ein Feuchtgebiet von 210.000 km² in Mato Grosso und Mato Grosso do Sul. Ihr Mann hatte es sich von Anfang an gewünscht.

    Ende August 2026 verbrachte die Familie vier Tage in der Pousada Aguapé, einer Lodge am Ufer des Rio Aquidauana. Gebucht hatte sie eine Pantanal-Tour ab Campo Grande, organisiert von PlanetaEXO und begleitet von einem lokalen Guide. Das ist ihre Geschichte. Lies weiter!

    Sally und ihre Familie zu Pferd mit Reithelm auf der Fazenda im Pantanal

    Eine aktive Rinderfarm, kein Fünf-Sterne-Hotel

    Sally hatte mit einer sehr einfachen Lodge gerechnet. Damit lag sie nur halb richtig. „Sie war einfach, aber viel größer, als ich dachte, und viel bequemer“, sagt sie. Die Dusche war besser als erwartet, und vor dem Zimmer hatte die Familie Platz, um Sachen zu trocknen und im Schatten zu sitzen.

    Die Pousada Aguapé liegt auf einer traditionellen Rinderfarm, die seit mehr als 150 Jahren derselben Familie gehört. Es gibt 15 Zimmer, einen Pool und einen Bereich mit Hängematten. Für Sally war gerade die Schlichtheit der Reiz. „Ich will nicht ins Pantanal fahren und dann in einer Unterkunft wohnen, die sich wie ein Fünf-Sterne-Hotel anfühlt. Dann kann ich auch gleich woanders in ein Fünf-Sterne-Hotel gehen.“

    Sie wollte das Pantanal pur. „Gürteltiere, die durchs Restaurant laufen, Vögel, die beim Essen auf der Terrasse landen, Tukane, die über deinen Kopf hinwegfliegen, und Aras, die direkt neben dir nisten, während du im Pool bist … Das war einfach großartig.“

    Pantaneiro-Rinderhirte treibt eine Rinderherde durch den Staub im Pantanal

    Die Farm wird bis heute bewirtschaftet. Sally sah gern den Pantaneiros (den einheimischen Cowboys) zu, „mit ihren ganz eigenen Sätteln und den Messern hinten im Hosenbund“. Im Umgang mit den Pferden wirkten sie völlig entspannt. Ein ganz anderes Leben, keine Frage, aber eines, das sich ehrlich und fast poetisch anfühlte.

    👉 Mehr lesen: Wo im Pantanal übernachten: Lodge-Guide

    Der Guide, der sich an einen anderen Tisch setzte

    Sallys erste Erinnerung an Bruno, den Guide der Familie, hat mit Tieren nichts zu tun. Sie kamen gerade rechtzeitig zum Mittagessen in der Lodge an, und er setzte sich an einen anderen Tisch. „Er hat nicht einfach angenommen, dass wir mit ihm an einem Tisch sitzen wollen, sondern gewartet, bis wir ihn eingeladen haben, mit uns zu essen und zu reden. Er hat wirklich respektiert, dass es unser Urlaub war, und das fand ich total schön.“

    Dann kam die Tierwelt ins Spiel, und mit ihr sein geschultes Auge. Das erste Tier war ein großer Nandu, der flugunfähige Laufvogel, den man in Brasilien Ema nennt. Bruno bestimmte ihn sofort, samt Geschlecht: ein Weibchen. Zu jedem weiteren Vogel nannte er die Art und oft auch das Alter.

    Der Guide der Familie neben dem offenen Safari-Truck

    Auf dem Fluss war er ständig wachsam und entdeckte immer neue Tiere. Sally war so beeindruckt, dass sie ihn fragte, wie er so etwas überhaupt sehen könne. Seine Antwort: Er wisse genau, wonach er suche, und da reiche schon eine kleine Bewegung. Sally nennt sogar eine Zahl. „Von allem, was wir gesehen haben, hätten wir 80 % gar nicht bemerkt, wenn Bruno uns nicht darauf aufmerksam gemacht hätte.“

    Bruno und der Bootsführer arbeiteten Hand in Hand und manövrierten so, dass alle die beste Sicht und das beste Foto bekamen. Als sie Brüllaffen entdeckten, versuchte Rafael vom Lodge-Team, ihren Ruf nachzumachen, und Sallys Sohn fand das urkomisch. Bruno spielte mit. „Das ist so eine Krankheit von ihm. Wir tun ihm einfach den Gefallen und lassen ihn diese Geräusche machen“, scherzte er.

    👉 Mehr lesen: Tiere im Pantanal: die Tierwelt Brasiliens

    Ameisenbären, Tukane und eine sehr satte Echse

    Die erste Bootstour begann mit einer Mutprobe: Direkt vor dem Boot lag ein Kaiman. Ein Familienmitglied (wir haben versprochen, nicht zu verraten, wer) hatte panische Angst. Die Guides witzelten die ganze Reise über darüber, machten daraus aber auch eine kleine Lektion, denn Kaimane wollen mit Menschen nichts zu tun haben. „Man muss nur ‚husch, husch‘ machen und auf sie zugehen, dann laufen sie weg“, erklärt Sally.

    Danach reihte sich eine Sichtung an die nächste. Tukane flogen um den Pool, und Gürteltiere, Ameisenbären, Nandus und Wasserschweine tauchten in Mengen auf, wie Sally sie noch nie gesehen hatte.

    Ein Fund ist ihr besonders in Erinnerung geblieben: ein bereits leeres Nandu-Ei und daneben noch die Echse, die es gefressen hatte. „Sie lag einfach da, vollgefressen und satt, mit einem leeren Ei neben sich“, erinnert sie sich. „Schön ist das nicht, aber irgendwie war das schon cool.“

    Großer Ameisenbär sucht Futter im offenen Grasland

    Nur ein Tier ließ sich nie blicken: der Jaguar. Der Trost kam später, von einer ungarischen Familie, mit der sie sich auf den Bootstouren angefreundet hatten. Die Ungarn reisten weiter ins nördliche Pantanal und schickten Sally „die tollsten Fotos und Videos von Jaguaren, weil sie dort jede Menge gesehen haben“.

    Gut zu wissen: Die besten Chancen auf einen Jaguar hast du im nördlichen Pantanal. Der Süden punktet dagegen mit der Tierwelt des Weidelands, also mit Tieren, wie Sally sie gesehen hat. Für beide Regionen gilt: In der Trockenzeit von Juli bis Oktober sammeln sich die Tiere an den verbliebenen Wasserstellen.

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    Das größte Pferd für die kleinste Reiterin

    Sally hatte noch nie auf einem Pferd gesessen. „Das war ziemlich einschüchternd. Und dann haben sie mir das größte Pferd gegeben, dabei bin ich nur 1,57 m groß.“ Den Grund erfuhr sie erst später: Es war das älteste und ruhigste Pferd der Farm.

    Der Ausritt wurde zur Lieblingsaktivität der Familie. „Ich glaube, das war unser bester Tag“, sagt Sally. Der Guide, der den Ritt anführte, war „großartig, einfach sehr lustig“. Immer wieder trieb er die Pferde von Sohn und Tochter ein bisschen schneller an, „einfach, um sie aus ihrer Komfortzone zu holen und ein bisschen mit ihnen zu lachen“. Und dann führte die Route mitten durchs Wasser.

    Blick vom Sattel, während die Pferde das überflutete Grasland durchqueren
    Photo: Pousada Aguapé

    Am meisten schätzt Sally den Blick auf die Landschaft, den ihr der Ritt geschenkt hat. „Man kommt nah an die Tiere und an die Umgebung heran und hat das Gefühl, mittendrin zu sein, statt im Auto zu sitzen. Im Auto hat man immer diese Distanz zu dem, was man erlebt. Auf einem Pferd fühlt sich das ganz anders an.“

    Dazu kam der Stolz: „Am Ende hatte ich das Gefühl, etwas gemacht zu haben, das ich in Großbritannien nie gemacht hätte“, sagt sie rückblickend.

    Caipirinhas, Nachtisch und sechs Frucht-Tattoos

    Das Essen in der Lodge war, wie Sally sagt, „außergewöhnlich“. Mit zwei hungrigen erwachsenen Kindern und „einem Mann, der Fleisch wirklich liebt“, zählte die Menge genauso wie die Qualität, und die Lodge überzeugte bei beidem. Die Überraschung war der Nachtisch: Kuchen und Süßspeisen, wie man sie in Großbritannien nicht bekommt.

    Koch der Lodge schneidet gegrilltes Rindfleisch auf einem Holzbrett

    Die Sprachbarriere stand dem Lachen nie im Weg. „Sie haben sich für uns interessiert und wir uns für sie“, sagt sie. „Ich würde es Geplänkel nennen, nur eben fast ohne Worte, eher mit Händen und Füßen.“

    Eines Abends durfte Sally hinter die Bar: Rosana, die dort arbeitet, überließ ihr das Feld, und Sally mixte Caipirinhas für alle. „Wir haben getanzt und gesungen, und es war einfach richtig lustig.“ Dahinter steckte auch ein Plan. „Ich wollte lernen, wie man sie macht, damit ich sie zu Hause selbst mixen kann.“

    Das ungewöhnlichste Souvenir stammt von Rafael, einem weiteren Guide der Lodge. Die Familie entdeckte ein temporäres Tattoo auf seinem Arm und fragte nach. Daraufhin bot Rafael an, ihnen genau solche zu machen. Er trug sie mit einer Mischung aus Holzkohle und Fruchtsaft auf, die über mehrere Wochen nach und nach abgeht. Sally bekam sechs. Bei unserem Gespräch war nur noch eins übrig, auf der Hand, die sie kaum gewaschen hatte. Warum? Das verrät der nächste Teil der Geschichte.

    Ein gebrochener Finger und ein Team, das ruhig blieb

    Der Unfall passierte ausgerechnet im harmlosesten Moment der Reise. Nach Ausritten, Wanderungen und Bootstouren spielte Sally mit ihrem Sohn Volleyball im Pool, als der Ball sie „einfach blöd erwischt hat“. Der Finger war komplett gebrochen.

    „Das konnte niemand vorhersehen. Es war niemandes Schuld“, betont sie. „Wenn man bedenkt, was wir alles gemacht haben, wie Reiten und Wandern, da hätte so viel passieren können. Da ist es aber nicht passiert. Es war einfach ein Moment der Entspannung.“

    Und das weit weg von allem. „Wir waren ziemlich abgelegen im Pantanal, eigentlich mitten im Nirgendwo, und das hätte eine absolute Katastrophe werden können.“ Bis zum nächsten Krankenhaus war man etwa eine Stunde über eine unbefestigte Piste unterwegs. Die Lodge-Leitung fuhr Sally hin, kümmerte sich um sie und übersetzte alles. Auch Bruno war im Krankenhaus eine große Hilfe. „Alle sind auch wirklich ruhig geblieben. Niemand ist in Panik geraten, das war echt schön zu sehen.“

    Ihre Kinder blieben in der Lodge und machten mit dem Programm weiter. „Als ich zurückkam, hatten sie so viel Spaß gehabt“, erzählt sie. „[Das Team] hat aus etwas, das ein Albtraum hätte werden können, einen richtig schönen Tag für meine Kinder gemacht und sich wirklich, wirklich gut um mich gekümmert. Ich war so dankbar.“

    Sally mit bandagierter Hand und Arm nach dem Krankenhausbesuch

    Die Reise endete trotzdem früher als geplant. Vorgesehen waren noch ein paar Tage in São Paulo und danach die Iguazú-Wasserfälle. Stattdessen flog Sally mit ihrem Sohn vorzeitig nach Hause, während ihr Mann und ihre Tochter zum Skifahren nach Chile zurückkehrten.

    War Brasilien sicher? Sallys ehrliche Antwort

    Vor der Reise hatten mehrere Leute die Familie gewarnt, Rio de Janeiro und São Paulo könnten gefährlich sein. Sally hat das anders erlebt. „Ich habe mich nie in Gefahr gefühlt. Ich habe mich nie unwohl gefühlt. Das war eine Überraschung, aber eine angenehme.“

    Sie hat eine Theorie dazu, und die sagt über die Reisenden genauso viel aus wie über das Land. „Wenn ich reise, erwarte ich immer, dass die Menschen herzlich, offen und freundlich sind. Und ich glaube schon, dass das zum Teil daran liegt, wie man sich als Gast in einem fremden Land verhält. Wie man sich verhält, bestimmt oft, wie man empfangen wird.“

    Im Pantanal kam zur Herzlichkeit noch Humor dazu. „Auch wenn man die Sprache nicht spricht: Das Personal in der Lodge war so nett und so lustig“, lobt sie. Mit dem Service für ihre Familie war sie hochzufrieden.

    Sallys Tipps für die erste Reise ins Pantanal

    Ihr erster Tipp kam ohne Umschweife: „Reise mit PlanetaEXO.“ Ihre Gründe sind ganz handfest, genau wie ihre übrigen Ratschläge.

    Buch über jemanden mit direktem Draht zu den Lodges

    Das Pantanal von einem Computer in Großbritannien aus zu buchen, war schwieriger als gedacht. „Man weiß nicht so recht, wonach man sucht, man spricht die Sprache nicht, und man weiß nicht genau, wie man die Lodges erreicht, weil viele, glaube ich, nur über Reiseveranstalter arbeiten.“ Ihre Tochter stieß online auf PlanetaEXO. Dank einer Stornierung wurde ein Vierbettzimmer frei, und die Familie buchte nur drei bis vier Wochen vor der Anreise.

    Ab da erledigte die Kommunikation den Rest. „Ich wusste genau, was zu tun war und was mich erwartete. Ich wusste sogar, welche Kleidung ich einpacken sollte.“ Einmal verwechselte sie eine Gepäckregel, die sie anderswo gelesen hatte (nur weiche Taschen, maximal 15 kg), und geriet in Panik. Eine einzige Nachricht vom PlanetaEXO-Team stellte die Sache sofort klar.

    Reise mit einem Guide, der deine Sprache spricht

    „Er hat das Pantanal lebendig gemacht“, sagt Sally über Bruno. „Ich glaube nicht, dass wir auch nur annähernd so viel mitgenommen hätten, wenn Bruno nicht dabei gewesen wäre. Und sein Englisch war hervorragend, das hat wirklich geholfen.“

    Bei dieser Tour ist ein privater englischsprachiger Guide inklusive, zusätzlich zum portugiesischsprachigen lokalen Guide der Lodge.

    Steig aufs Pferd

    Das gilt auch, wenn du noch nie geritten bist. Sally und ihr Mann waren Anfänger, und trotzdem wurde es ihr bester Tag.

    Die Guides der Farm führen Anfänger behutsam ans Reiten heran und geben ein angenehmes Tempo vor. Weil die Pferde so gemächlich gehen, kommst du den Wildtieren erstaunlich nah.

    Mach langsam

    Ihren letzten Tipp würde sie allen geben, die zum ersten Mal ins Pantanal reisen. „Nimm dir Zeit und geh es langsam an. Lass die Natur einfach auf dich wirken, statt nach irgendwas zu suchen“, empfiehlt sie.

    Überflutete Ebene des Pantanal mit blühendem rosa Ipê-Baum
    Photo: VisitMS

    👉 Mehr lesen: 10 Pantanal-Reisetipps

    Aufregend, bequem, lustig

    Wir haben Sally gebeten, das Pantanal in drei Worten zu beschreiben. Mit einem Augenzwinkern stellte sie vorher eine Bedingung: „Ohne meinen gebrochenen Finger zu erwähnen.“

    Aufregend, „weil es sich vor Ort aufregend angefühlt hat“. Bequem, „und damit meine ich nicht nur, dass die Betten bequem waren. Ich meine, dass man sich sofort wie zu Hause gefühlt hat.“ Und lustig. „Wir haben viel gelacht, mit den Leuten und mit meiner Familie. Es hat richtig Spaß gemacht.“

    Sallys Sohn steigt auf den Safari-Truck, mit temporären Frucht-Tattoos am Arm

    Als Nächstes: Jaguare, Fernando de Noronha und die verpassten Wasserfälle

    Brasilien hat der Familie eine Wunschliste hinterlassen. Ihr Mann will ins nördliche Pantanal zu den Jaguaren. Sally zieht es nach Fernando de Noronha, in die Lençóis Maranhenses und zu den Iguazú-Wasserfällen, die sie verpasst hat, weil sie die Reise wegen ihrer Verletzung vorzeitig beenden musste.

    Jaguar ruht auf einem Baumstamm im Pantanal

    Rio und Ilha Grande kennt die Familie schon, aber das Wetter spielte nicht richtig mit. Deshalb wollen sie noch einmal hin. „Ich würde es so gern bei Sonnenschein sehen“, sagt sie.

    👉 Mehr lesen: Wo man im Pantanal Jaguare sieht

    Entdecke das südliche Pantanal mit PlanetaEXO

    Sally und ihre Familie haben dir gezeigt, wie die Gegend am Rio Aquidauana ihre Gäste empfängt. Jetzt weißt du, was das südliche Pantanal zu bieten hat. Bleibt nur noch eins: es selbst zu erleben!

    Luftbild des Pantanal-Feuchtgebiets und seiner Flüsse
    Photo: Rico

    PlanetaEXO ist eine Ökotourismus-Plattform, spezialisiert auf Touren ins südliche Pantanal. Gemeinsam mit erfahrenen lokalen Guides und Anbietern übernehmen wir die Logistik (Transfer ab Campo Grande, Lodge, Mahlzeiten und Aktivitätenprogramm), damit sich deine Familie ganz auf das Erlebnis konzentrieren kann. Schreib uns jetzt!

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    Fernando de Noronha ist ein vulkanischer Archipel aus 21 Inseln im äquatorialen Atlantik, rund 345 km vor der Nordostküste Brasiliens, und gehört zum Bundesstaat Pernambuco. Bewohnt ist nur die Hauptinsel. Etwa 70 % der Land- und Meeresfläche stehen in einem Meeresnationalpark unter Schutz, der seit 2001 offiziell als UNESCO-Welterbe anerkannt ist.

    Mit den Fakten über Fernando de Noronha im Hinterkopf verstehst du den Ort besser: seine Geschichte, die reiche Tierwelt und die Naturschutzprojekte. Neugierig, was sich auf dieser Insel verbirgt?

    PlanetaEXO, eine auf Reisen nach Fernando de Noronha spezialisierte Ökotourismus-Plattform, hat 10 Fakten zusammengestellt, die du kennen solltest, bevor du deine Reise buchst. Los geht’s!

    Facts about Fernando de Noronha
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    1. Ein vulkanischer Archipel aus 21 Inseln, bis zu 12 Millionen Jahre alt

    Insgesamt misst der Archipel 26 km², verteilt auf 21 Inseln, Inselchen und Felsen. Rund 17 km² davon entfallen auf die Insel Fernando de Noronha selbst, die als einzige bewohnt ist. Die übrigen sind unbewohnt, dort nisten Seevögel in Kolonien.

    Die Inseln sind die sichtbare Spitze eines erloschenen Vulkansystems. In der Geologie unterscheidet man zwei Hauptphasen des Vulkanismus: die ältere Remédios-Formation, deren ältestes datiertes Gestein rund 12,3 Millionen Jahre alt ist, und die jüngere Quixaba-Formation, die vor etwa 3,3 bis 1,7 Millionen Jahren aktiv war.

    Aus diesen Lavaströmen und erstarrten Vulkanschloten sind die dunklen Klippen und Felsnadeln entstanden, etwa der Morro do Pico.

    2. Näher an Afrika als an São Paulo

    Wo liegt Fernando de Noronha genau? Bis zum nächsten Punkt auf dem Festland, dem Cabo de São Roque in Rio Grande do Norte, sind es 345 km. Nach Natal sind es 361 km, nach Recife 545 km.

    Der Archipel Fernando de Noronha liegt rund 2.600 km von Afrika entfernt. Bis São Paulo ist es weiter (2.772 km), ebenso bis Curitiba oder Porto Alegre im Süden Brasiliens. Dazu kommt der Südäquatorialstrom: Er fließt westwärts über den Atlantik und umspült die Inseln mit etwa 26–27 °C warmem Wasser.

    Fernando de Noronha is near to Africa
    Photo: Google Maps

    Eine verbreitete Behauptung stimmt allerdings nicht: Fernando de Noronha ist nicht der östlichste Punkt Brasiliens. Auf dem Festland gebührt dieser Titel der Ponta do Seixas in Paraíba. Zählt man die Inseln mit, gehört das östlichste Staatsgebiet zur Inselgruppe Martim Vaz, einem Teil des Archipels Trindade und Martim Vaz, der weiter östlich im Atlantik vor der Küste von Espírito Santo liegt.

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    3. Die BR-363 ist die einzige Bundesstraße auf einer ozeanischen Insel

    Die Insel Noronha hat eine eigene Bundesstraße. Nach Angaben des DNIT, der brasilianischen Bundesbehörde für Verkehrsinfrastruktur, führt die BR-363 vom Hafen Santo Antônio bis zur Baía do Sueste, insgesamt 6,8 km.

    Das DNIT bezeichnet sie als kürzeste Fernstraße im Nordosten Brasiliens und einzige auf einer ozeanischen Insel. Oft liest man auch, sie sei die kürzeste Bundesstraße des ganzen Landes. Dieser Superlativ ist allerdings umstritten.

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    BR 363 Fernando de Noronha
    Photo: Iza Correa

    4. Von Brasiliens erster Kapitanie zur Gefängnisinsel

    Die dokumentierte Geschichte von Fernando de Noronha beginnt 1503, als eine portugiesische Expedition die Inseln sichtete. Schon 1504 übertrug König Manuel I. sie dem Kaufmann Fernão de Loronha als Kapitanie São João, Brasiliens erste erbliche Kapitanie. Loronha selbst ließ sich dort nie nieder, seinen Namen trägt der Archipel trotzdem bis heute.

    Fest unter portugiesische Kontrolle kamen die Inseln erst 1737. Portugal errichtete ein Verteidigungssystem aus 10 Festungen und machte die Insel zur Strafkolonie. Rund zwei Jahrhunderte blieb sie ein Gefängnis, bis 1938 ein gewöhnliches, danach ein Gefängnis für politische Häftlinge.

    Facts about Fernando de Noronha
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    Mitten im Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1942, erklärte Brasilien Fernando de Noronha zum Bundesterritorium. Die Häftlinge wurden auf die Ilha Grande verlegt, und nahe der Baía do Sueste entstand ein Marinestützpunkt der USA.

    Danach verwaltete jahrzehntelang das Militär die Inseln, zuerst das Heer, später die Luftwaffe und der Generalstab der Streitkräfte. Das endete 1988, als die neue brasilianische Verfassung die Inselgruppe Fernando de Noronha an Pernambuco zurückgab. Im selben Jahr wurde der größte Teil davon zum Nationalpark.

    5. UNESCO-Welterbe und kontrollierte Besucherzahlen

    Im Jahr 2001 nahm die UNESCO Fernando de Noronha in ihre Welterbeliste auf, gemeinsam mit dem Atoll das Rocas, unter dem Titel „Brasilianische Atlantikinseln: Schutzgebiete Fernando de Noronha und Atoll das Rocas“. Gewürdigt wurden die natürliche Schönheit, die ökologischen Prozesse ozeanischer Inseln und ihre Bedeutung für bedrohte Arten.

    A UNESCO World Heritage Site 
    @visitbrasil

    Kern dieses Schutzes ist der Nationalpark Fernando de Noronha, offiziell ein Meeresnationalpark. Gegründet wurde er 1988, verwaltet wird er vom ICMBio, der brasilianischen Bundesbehörde für Schutzgebiete. An Land und im Meer umfasst er rund 70 % des Archipels. Das bewohnte Gebiet liegt in einem Umweltschutzgebiet mit weniger strengen Regeln.

    Im Park liegt auch die Baía do Sancho, die bei den Travelers’ Choice Awards von Tripadvisor sechsmal zum besten Strand der Welt gekürt wurde (2014, 2015, 2017, 2019, 2020 und 2023).

    Praia do Sancho Fernando de Noronha
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    Damit das so bleibt, begrenzt eine Vereinbarung zwischen dem ICMBio und Pernambuco die Besuche auf 132.000 pro Jahr und 11.000 pro Monat. Sie legt außerdem zwei Gebühren fest, die regelmäßig angepasst werden:

    • Umweltschutzgebühr (TPA): R$ 105,79 für einen Tag und R$ 901,36 für 10 Tage.
    • Ticket für den Nationalpark: R$ 384 für ausländische Gäste und R$ 192 für Brasilianerinnen und Brasilianer (10 Tage gültig).

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    6. Etwas mehr als 3.000 Menschen und (fast) keine Geburten auf der Insel

    Die brasilianische Volkszählung von 2022 kam auf 3.167 Menschen, nach 2.630 im Jahr 2010. Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner auf Fernando de Noronha ist damit in 12 Jahren um rund 20 % gewachsen, und sie alle leben auf der Hauptinsel.

    Unter den Fakten über Fernando de Noronha gibt es einen ungewöhnlichen, der direkt mit der Einwohnerzahl zusammenhängt: Auf der Insel werden Geburten vermieden. Seit 2004 ist die Geburtsstation des Hospital São Lucas geschlossen. Schwangere, die auf der Insel leben, sollen um die 28. Woche (im siebten Monat) zur Entbindung aufs Festland reisen, die Kosten trägt die öffentliche Hand.

    Das ist eine medizinische Richtlinie, kein Gesetz, und Notfälle gibt es trotzdem: Im Juli 2026 brachte eine Frau auf Noronha in der 41. Woche ein Kind zur Welt.

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    7. Dank endemischer Arten trägt der Archipel den Spitznamen „Galápagos Brasiliens“

    Wie die Galápagosinseln hat sich Noronha isoliert entwickelt, und ein Teil der Tierwelt kommt nirgendwo sonst vor. „Galápagos Brasiliens“ ist ein Spitzname aus den Medien und kein offizieller Titel, die endemischen Arten dahinter gibt es aber wirklich. Zur Fauna von Fernando de Noronha gehören:

    • Noronha-Elaenie (Elaenia ridleyana): ein kleiner Vogel aus der Familie der Tyrannen, der nur auf dem Archipel vorkommt.
    • Noronha-Vireo (Vireo gracilirostris): ein Singvogel, den BirdLife International als gefährdet einstuft.
    • Noronha-Skink (Trachylepis atlantica): die Eidechse, die du oft beim Sonnenbaden auf Felsen und Wanderwegen siehst.
    • 10 endemische Rifffischarten hat die Distriktverwaltung bei ihrer Erhebung der Meeresfauna gezählt. Dazu gehören eine Putzergrundel (Elacatinus phthirophagus), die es nirgendwo sonst auf der Erde gibt, und ein Riffbarsch (Stegastes rocasensis), der vor allem rund um Noronha und das nahe Atoll das Rocas lebt.

    Der Archipel beherbergt zudem eine der größten Brutkolonien von Seevögeln im tropischen Südatlantik. Rotfußtölpel, Weißbauchtölpel, Fregattvögel und Tropikvögel nisten an seinen Klippen und auf den kleinen vorgelagerten Inseln.

    Noronha skink
    @mare.noronha

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    8. Delfine, Haie und Meeresschildkröten

    Noch etwas Wissenswertes über Fernando de Noronha: Ein großer Teil der Gäste kommt wegen der reichen Meeresfauna, vor allem Menschen, die beruflich oder in ihrer Freizeit tauchen. Drei Tiergruppen lohnen einen genaueren Blick.

    Facts about Fernando de Noronha
    Photo: Pamela Rech

    Spinnerdelfine

    Nach der nächtlichen Jagd auf offener See ziehen sich die Spinnerdelfine von Fernando de Noronha zum Ausruhen in die Baía dos Golfinhos zurück.

    Forschende des Projeto Golfinho Rotador haben zwischen 1991 und 2015 dokumentiert, dass die Tiere an 94 % der Tage in die Bucht kamen. Die Gruppen umfassten 2 bis 2.719 Tiere, im Schnitt waren es 284 pro Tag. UNESCO und IUCN sprechen von der größten bekannten Population ortstreuer Delfine der Welt.

    In der Baía dos Golfinhos sind Schwimmen und Boote streng verboten. Beobachten kannst du die Delfine trotzdem, und zwar frühmorgens vom Aussichtspunkt Mirante dos Golfinhos oben auf der Klippe.

    Spinner dolphins Fernando de Noronha
    Photo: Sandro Rodrigues

    Haie

    Die häufigsten Haie in Fernando de Noronha sind Ammenhaie, Zitronenhaie und Karibische Riffhaie. Weil die Gewässer rund um die Inseln eine wichtige Kinderstube für junge Haie sind, gehören Begegnungen mit ihnen beim Schnorcheln wie beim Gerätetauchen regelmäßig zu den Höhepunkten.

    Shark Fernando de Noronha
    Photo: Sandro Rodrigues

    Angriffe auf Menschen sind selten, denk aber daran, dass es Wildtiere sind. Haie lassen in der Regel alle in Ruhe, solange niemand sie stört. Beim Tauchen gilt deshalb: Halte Abstand und folge den Anweisungen deiner Tauchleitung.

    Meeresschildkröten

    Rund um Fernando de Noronha leben zwei Arten von Meeresschildkröten. Grüne Meeresschildkröten (Chelonia mydas) kommen von Dezember bis Juni oder Juli zur Eiablage an Land, vor allem an der Praia do Leão. Die Saison 2024/25 stellte einen Rekord auf: mehr als 766 Nester, der höchste Wert seit Beginn des Monitorings 1994.

    Echte Karettschildkröten (Eretmochelys imbricata) nisten hier nicht. Jungtiere suchen aber an den Riffen nach Nahrung, deshalb begegnest du ihnen beim Schnorcheln oft. Nach einem Rückgang von über 80 % in drei Generationen stuft die IUCN die Art als vom Aussterben bedroht ein, entsprechend streng ist sie geschützt.

    Hawksbill Sea Turtle Fernando de Noronha
    @dohertyphotography

    Gut zu wissen: Die Praia do Leão, der wichtigste Nistplatz der Grünen Meeresschildkröten, ist nachts gesperrt, und ab 17 Uhr ist der Zugang eingeschränkt.

    9. Schiffswracks und Korallenriffe

    Unter Wasser zählt die Distriktverwaltung 169 Rifffischarten und 11 Korallenarten. Zwischen den Riffen von Noronha liegen außerdem einige der bekanntesten Tauchwracks Brasiliens.

    Das berühmteste Wrack ist die Corveta Ipiranga V-17, eine Korvette der brasilianischen Marine. Im Oktober 1983 lief sie auf die Unterwasserfelsen Cabeço da Sapata und sank innerhalb von etwa acht Stunden, Todesopfer gab es keine. Heute liegt sie aufrecht in 55–62 Metern Tiefe, erreichbar nur mit einem technischen Tauchgang für speziell ausgebildete Taucherinnen und Taucher.

    Viel näher an der Oberfläche liegen in der Baía de Santo Antônio zwei griechische Schiffe nebeneinander: die Eleni Stathatos, die 1929 auf Grund lief, und die Maria Stathatos, die 1937 im Hafen ausbrannte. Beide ruhen in 1 bis 8 Metern Tiefe.

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    Dive in Fernando de Noronha
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    10. Plastikfreie Insel auf dem Weg zu sauberer Energie

    Im Dezember 2018 unterzeichnete die Distriktverwaltung das Dekret Noronha Plástico Zero, das im April 2019 in Kraft trat. Seitdem sind Verkauf und Nutzung von Einwegplastik auf der Insel verboten, darunter Strohhalme, Becher, Teller, Besteck, Plastiktüten, Essensbehälter aus Styropor und Plastikflaschen unter 500 ml.

    Fernando de Noronha Plastic-free
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    Schwieriger ist die Energiefrage. Der größte Teil des Stroms auf der Insel kommt noch immer aus dem Wärmekraftwerk Tubarão, das Diesel und Biodiesel verbrennt. Die Solaranlagen Noronha I und II liefern rund 10 %.

    Doch das ändert sich gerade. Das Projekt Noronha Verde unter Leitung des Energieversorgers Neoenergia kombiniert 22 MWp Solarmodule mit einem Batteriespeicher von 49 MWh. Die ersten Module speisen seit Mai 2026 im Testbetrieb ins Netz ein, der Vollbetrieb ist für 2027 geplant. Das Ziel: 100 % erneuerbarer Strom.

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