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  • Fünf Jaguare an einem Tag: Michaels Familiensafari im brasilianischen Pantanal

    Fünf Jaguare an einem Tag: Michaels Familiensafari im brasilianischen Pantanal

    Eine fünfköpfige Familie aus der Schweiz, ein Roman, den Michael vor 15 Jahren gelesen hat, und vier Tage auf der Transpantaneira und den Flüssen rund um Porto Jofre: seine Geschichte in eigenen Worten

    Michael Lang ist 51 und Hausarzt mit einer kleinen Privatpraxis im Nordwesten der Schweiz, 10 Kilometer von der deutschen und der französischen Grenze entfernt. Den Urlaub plante er mit seiner Familie und ein paar Freunden. Im Gespräch waren zuerst Sri Lanka, dann Afrika und Costa Rica, bis die Wahl schließlich auf Brasilien fiel.

    Michael hatte drei Wünsche: Rio de Janeiro, die Iguazú-Wasserfälle und eine Safari im Amazonas oder im Pantanal. Am Ende setzte sich das Pantanal durch, und das lag vor allem an einem Buch. Vor rund 15 Jahren hatte er „Das Testament“ gelesen, John Grishams Roman über einen Anwalt, der in die Sümpfe Brasiliens geschickt wird, um eine Missionarin zu finden.

    Im Juli 2026 verbrachten Michael, seine Frau und ihre drei Kinder im Alter von 17 bis 21 Jahren vier Tage auf der Pantanal-Jaguar-Budget-Safari. Organisiert hat die Reise PlanetaEXO, geführt wurde sie von einem lokalen Guide. Hier erzählt Michael, wie es war. Viel Spaß beim Lesen!

    Vier Tage auf der Transpantaneira (und keine Minute Langeweile)

    Das Testament spielt im südlichen Pantanal, Michael und seine Familie zog es aber ins nördliche Pantanal. Sie flogen nach Cuiabá und fuhren von dort mit dem Auto ins Feuchtgebiet. Die Reise hatte zwei Stationen: zuerst eine Lodge weiter im Norden, danach das Flussgebiet rund um Porto Jofre, wo die Straße Transpantaneira endet.

    Der Wechsel zwischen den beiden Orten gefiel Michael. „Es war so interessant, diese verschiedenen Orte zu sehen, und mir war nie langweilig“, sagt er. Auch das Tempo passte: „Es war ziemlich entspannend, im Boot zu sitzen und über den Fluss zu gleiten.“

    Nach dem schwierigsten Moment gefragt, muss Michael passen: kein anstrengender Weg, kein schlechtes Wetter, keine Bootsfahrt, die sich zu lange hinzog. „Eigentlich gibt es nichts, was für mich eine Herausforderung war“, antwortet er. Ihm ist klar, dass vier Tage fürs Pantanal eher kurz sind und es auch längere Reisen gibt. Nennen kann er trotzdem keinen einzigen Kritikpunkt.

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    Fünf Jaguare an einem Tag

    Michael liebt Tiere und ist begeisterter Hobbyfotograf, aber kein Wildtierexperte. Auf seiner Wunschliste fürs Pantanal stand im Grunde nur ein Tier: „Ich wollte unbedingt Jaguare sehen. Und wir haben jede Menge gesehen.“ An einem einzigen Tag entdeckte die Gruppe rund fünf Jaguare an fünf verschiedenen Stellen.

    Und es blieb nicht bei den Jaguaren: überall Vögel, ein Tapir, Hirsche, Otter und viele Kaimane. Da ging dem Tierfreund natürlich das Herz auf.

    Genau dafür nehmen Reisende den weiten Weg auf sich. Rund um Porto Jofre fließen die Flüsse Cuiabá, Piquiri und Três Irmãos durch den Staatspark Encontro das Águas, und nirgends im Pantanal stehen die Chancen auf einen Jaguar besser. Die meisten Sichtungen gibt es in der Übergangs- und der Trockenzeit, also von Mai bis Oktober.

    Ihm fiel auf, wie wenige Menschen zuschauten. Ganz anders an den Iguazú-Wasserfällen: Dort „stehen Hunderte Leute auf einer Plattform und auf den Gehwegen“, erzählt er. Und auf dem Fluss im Pantanal? „Da sind vielleicht ein Dutzend oder 10 Boote. Overtourism gibt es nicht, würde ich sagen.“

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    Eine private Tour, ganz auf die Familie zugeschnitten

    Michael hatte sich darauf eingestellt, dass ihr Guide Fábio eine Gruppe von 10 oder 12 Leuten betreuen würde. Stattdessen hatte die Familie ihn ganz für sich allein. „Er war für uns wie ein privater Reiseleiter. Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt er. „Das war eine große Überraschung für mich. Aber für uns war das super, weil wir alles fragen konnten.“

    Das hieß auch: Den Takt gab die Familie vor. „Wir konnten in unserem eigenen Tempo reisen. Wir haben gesagt, okay, wir wollen dies oder das machen, oder wir wollen dann und dann los. Es war also so individuell, lobt er. Neben den Jaguaren schätzt er genau das an der Reise am meisten. „Der persönliche Kontakt zum Guide war ausgezeichnet.“

    Fábios Englisch half nicht nur bei der Tierbeobachtung. Anderswo in Brasilien konnte sich die Familie mit Einheimischen nur mühsam verständigen, mit ihrem Guide dagegen gingen die Gespräche richtig in die Tiefe. „Wir haben immer über Kultur, Religion, Finanzthemen, Politik und alles Mögliche geredet“, erzählt er. „Ich glaube, das war der engste Kontakt, den wir auf dieser Reise hatten.“

    👉 Mehr dazu: Wo im Pantanal übernachten: Lodge-Guide

    Frösche im Bad und eine Otterdame namens Cheetah

    Als Michael von einem lustigen Moment der Reise erzählen wollte, schaute er kurz zu seiner Tochter: Kleine Frösche hatten sich in die Zimmer der Familie verirrt, und sie traute sich nicht mehr ins Bad. Was er ihr damals sagte, könnte glatt das Motto fürs ganze Pantanal sein: „Wir sind hier nicht in der Stadt. Wir sind in der Wildnis.

    Und dann war da noch Cheetah, eine an Menschen gewöhnte Otterdame. Die Familie traf sie zweimal auf dem Fluss, und beide Male versuchte sie, an Bord zu kommen. „Sie wollte immer ins Boot springen. Das war so lustig“, erzählt er und lacht.

    Seine anderen Lieblingsmomente waren stiller: Bootsfahrten bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, auf denen er die schöne Landschaft auf sich wirken ließ.

    👉 Mehr dazu: Tiere im Pantanal: die Tierwelt Brasiliens

    Wie sicher war Brasilien? Michaels ehrliche Antwort

    Unsicher hat sich Michael in Brasilien nie gefühlt, und er erklärt ganz nüchtern, warum. Die Familie mied die heikleren Ecken von Rio und São Paulo, ließ sich per Fahrdienst-App von Ort zu Ort bringen und war mit einer zweiten Familie als Gruppe unterwegs.

    Seine wichtigste Regel, um sich an fremden Orten gut zurechtzufinden: „Wenn man eine gewisse Wachsamkeit mitbringt für das, was passieren kann, muss man keine unangenehmen Situationen durchmachen.“

    Die Avenida Paulista, das Aushängeschild São Paulos, erinnerte ihn mit ihrem breiten, sauberen Straßenbild an Paris. Rund um Wahrzeichen wie die Catedral da Sé und den Mercadão, eine 93 Jahre alte öffentliche Markthalle, ging es in der Stadt rauer zu. Ähnliches hatte er schon anderswo gesehen, schockiert war er deshalb nicht. Der Kontrast zwischen den beiden Gesichtern der Stadt ist ihm aber im Kopf geblieben.

    Ein ruhigeres Tempo und besseres Essen als erwartet

    Für viele Europäer heißt Brasilien Fußball und sonst nicht viel, sagt Michael. Seine Familie und er haben auf der Reise etwas anderes erlebt: Die Wirklichkeit ist reicher und viel vielfältiger. Die Sprachbarriere war zwar etwas mühsam, überzeugt haben sie am Ende aber die Menschen und das Tempo.

    Dass sich seine Frau in das Land verlieben würde, hätte er nicht gedacht. „Sie sagte, die Leute sind so nett und im Vergleich zur Schweiz so entspannt, erzählt er. Zu Hause sei ja schon der Einkauf im Supermarkt hektisch. „In Brasilien ging alles langsamer. Und das gefällt mir.“

    Auch das Essen war eine Überraschung. Michael hatte mit sehr einfachen Gerichten gerechnet und bekam ein echtes Festessen. „Das brasilianische Essen war viel besser, als wir erwartet hatten, und günstiger als in anderen Ländern. Das hat mich wirklich überrascht.“

    Fragt man ihn nach seinem Fazit zu Brasilien, zählt er auf: warme, sonnige Strände, entspannte Menschen, große Städte, Wasserfälle und Wildtiere. Einziger Haken ist die Größe des Landes, denn „die Distanzen sind riesig“. Plane also Inlandsflüge ein. „Ich empfehle Brasilien jedem, der mich fragt, wohin er in den Urlaub fahren soll. Das Land hat alles“, sagt er.

    Michaels Tipps für die erste Brasilienreise

    Auf die Frage, was er einem Freund vor der ersten Brasilienreise raten würde, antwortet Michael ganz praktisch:

    • Städte, Natur und Wildtiere kombinieren: Seine Familie verband São Paulo, Rio de Janeiro, die Iguazú-Wasserfälle, Ilha Grande und das Pantanal.
    • Für Ilha Grande im Bundesstaat Rio de Janeiro ein paar Tage mehr einplanen: Die Familie verbrachte drei Tage auf der Insel, und seine Kinder zählen sie zu den Highlights der Reise. Der Grund: „Einfach Strand und ein schönes Dorf.“
    • Die Safari von Anfang an mit einkalkulieren: Eine Safari im Pantanal ist nicht gerade billig, auch nicht in der Budget-Variante. Für Michael waren der private Guide und die Organisation das Geld am Ende wert.
    • Einen englischsprachigen Guide wählen: Außerhalb der Hotels sprechen oft nur wenige Menschen Englisch. Ein Guide mit fließendem Englisch ist deshalb dein bester Zugang zum Land.

    👉 Mehr dazu: 10 Pantanal-Reisetipps

    Als Nächstes: Salvador oder Lençóis Maranhenses

    Michael will wiederkommen. Auf seiner Liste stehen Salvador und die weißen Sanddünen der Lençóis Maranhenses mit ihren glasklaren Lagunen.

    Nach seinem Besuch an den Iguazú-Wasserfällen möchte er außerdem mehr vom Süden Brasiliens entdecken. Ein konkretes Ziel hat er zwar noch nicht, an Möglichkeiten mangelt es dort aber nicht!

    👉 Mehr dazu: 10 Fakten über die Lençóis Maranhenses, Brasilien

    Mit PlanetaEXO ins Pantanal

    Du hast das Pantanal jetzt mit Michaels Augen gesehen und weißt, was dich dort erwartet: Jaguare, Otter, Kaimane und stille Bootsfahrten bei Sonnenaufgang. Zeit, das alles selbst aus der Nähe zu erleben!

    PlanetaEXO ist eine auf Pantanal-Touren spezialisierte Ökotourismus-Plattform. Zusammen mit erfahrenen lokalen Guides und Veranstaltern kümmern wir uns um die Logistik, also Transfers, Lodges, Mahlzeiten und Bootssafaris, damit sich deine Familie ganz auf das Erlebnis konzentrieren kann. Kontaktiere uns jetzt!

  • Reporterin Jihee Yeon filmt die Dünen der Lençóis Maranhenses unter orangefarbenem Himmel mit einer Drohnensteuerung

    Dreh in den Lençóis Maranhenses fürs koreanische Fernsehen: Jihee Yeons Brasilienreise

    Drei Tage zu Fuß durch die Dünen: Für einen KBS-Beitrag kam eine koreanische Reporterin in die Lençóis Maranhenses und reiste beeindruckt von Brasiliens Schönheit und Herzlichkeit weiter

    Jihee Yeon ist 34 Jahre alt und arbeitet als Reporterin für KBS, den wichtigsten öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender Südkoreas. Auf der Suche nach den schönsten Bildern für einen Sonderbeitrag reiste sie in die Lençóis Maranhenses.

    „Mehrere Leute haben mir die Lençóis Maranhenses empfohlen und gesagt, die Lagunen wären gerade voll und es wäre genau die richtige Zeit für einen Besuch“, erzählt sie. „Sobald ich die Fotos und Videos gesehen hatte, hat mich die Landschaft nicht mehr losgelassen.“ Sie fing sofort an, den Dreh zu planen.

    Mit schwerer Fernsehausrüstung im Gepäck war Jihee im Lençóis-Maranhenses-Nationalpark unterwegs, an ihrer Seite der Kameramann Soo Han Kim. Er lebt in São Paulo und dokumentiert südkoreanische Geschichten in ganz Südamerika. Der Park im Bundesstaat Maranhão umfasst 155.000 Hektar mit Süßwasserlagunen und riesigen weißen Sanddünen, die bis zu 40 Meter hoch aufragen. Dieser Abschnitt war nur ein Teil ihrer Reiseroute, zu der außerdem Belém, die Insel Marajó, São Luís und Salvador gehörten.

    Jihee Yeon wandert durch die weißen Dünen der Lençóis Maranhenses, vor ihr zwei Trekker
    Photo: KBS

    Die Dünen und Lagunen durchquerte Jihee auf einem dreitägigen Trekking durch die Lençóis Maranhenses. Organisiert und geführt haben es das Team von PlanetaEXO und lokale Guides. Hier kommt ihre Geschichte. Viel Spaß beim Lesen!

    Was sie filmen wollte

    Schon vor der Landung hatte Jihee ein ganz bestimmtes Bild im Kopf. „Ich wollte blaue Lagunen filmen, die hinter jeder Sanddüne wieder auftauchen, Wasser mitten in einer scheinbar endlosen Wüste“, sagt sie.

    Im zweiten Teil ihres Auftrags ging es um Menschen: Sie wollte Reisende treffen, die den Park zu Fuß statt im Geländewagen durchqueren. Hinter dieser Entscheidung vermutete sie mehr. „Ich habe mir vorgestellt, dass Leute, die lieber zu Fuß gehen, als mit dem Auto zu fahren, vielleicht alle einen besonderen Grund dafür haben und die Landschaft auf eine Art erleben, die ihnen mehr bedeutet.“

    Beim ersten Teil hielt der Park, was er versprach. Nur das Ausmaß hatte sie unterschätzt. „Ich dachte, sie wären auf bestimmte Gebiete beschränkt, aber sie nahmen einfach kein Ende, drei Tage lang, die ganze Wanderung über“, sagt sie über die Dünen. „Mir war nicht klar, wie riesig diese Landschaft ist.“

    Eine zweite Überraschung kam von ganz anderer Seite: Schwimmen hatte sie gar nicht eingeplant. „Ich hätte nie gedacht, dass mir das Schwimmen dort so viel Spaß machen würde, aber den Lagunen konnte man einfach nicht widerstehen.“

    Trekker wandern über eine weiße Sanddüne neben einer türkisfarbenen Lagune in den Lençóis Maranhenses
    Photo: KBS

    👉 Mehr dazu: Die schönsten Lagunen der Lençóis Maranhenses: Brasiliens Wüste mit tausend Seen

    Eine Landschaft, für die ihr jeder Vergleich fehlte

    Wüsten hat Jihee schon in mehreren Ländern gesehen. Genau deshalb hinkte hier jeder Vergleich. „So etwas hatte ich noch nie gesehen: unzählige Lagunen, verstreut über ein riesiges Dünenmeer, und mittendrin kleine Dörfer“, staunt sie.

    Mit diesem letzten Detail rechnen die wenigsten Reisenden: Die Lençóis Maranhenses sind nicht menschenleer. Im Park und in seiner Umgebung leben Menschen in kleinen Dörfern, und zwischen den Dörfern verlaufen die Trekkingrouten. Erst das macht die Durchquerung überhaupt möglich, denn dort isst und schläfst du.

    Gibt es in Korea oder anderswo, wo sie schon gearbeitet hat, etwas Vergleichbares? Sie antwortet knapp: „Ich bin schon an viele Orte gereist, aber die Lençóis Maranhenses waren wirklich einzigartig, anders als alles, was ich je gesehen habe.“

    👉 Mehr dazu: 10 Fakten über die Lençóis Maranhenses, Brasilien

    Die Kinder, die Blumen und ein anderes Zeitgefühl

    Frag Jihee nach den Menschen vor Ort, und sie fängt mit den Kindern an. „Sie haben uns nicht einfach wie Touristen behandelt, sondern schienen sich wirklich zu freuen, uns willkommen zu heißen und Zeit mit uns zu verbringen“, erinnert sie sich. Ihre Gruppe schwamm mit den Kindern in den Lagunen, „und sie haben uns sogar Blumen geschenkt, die sie in der Nähe gepflückt hatten. Das war unglaublich herzlich, und ich glaube nicht, dass ich das je vergessen werde.“

    Der größte kulturelle Unterschied lag für sie weder im Essen noch in der Sprache. Er lag im Umgang mit der Zeit. „In Korea sind wir es gewohnt, schnell unterwegs zu sein und uns an feste Zeitpläne zu halten“, erklärt sie. „In Lençóis dagegen schien jeder Tag natürlicher zu verlaufen, ganz nach dem Wetter, der Umgebung und dem Miteinander der Menschen.“

    Ein Klischee will sie daraus aber nicht machen. „Ich würde es nicht einfach als ein langsameres Leben beschreiben, sondern eher als eines, das enger mit dem Rhythmus der Natur verbunden zu sein schien.“

    Jihee Yeon hält kleine gelbe Blumen am Wasser, im Hintergrund ein Kind aus dem Ort
    Photo: KBS

    👉 Mehr dazu: Wie die Lençóis Maranhenses entstanden sind: brasilianische Sanddünen und Lagunen verstehen

    Jihees erste Nacht in der Hängematte

    In den Camps und Dorfpensionen entlang der Trekkingroute schlafen Reisende nicht in Betten, sondern in Hängematten. Für Jihee war es das erste Mal, und am Ende gefiel ihr gerade das an der Reise mit am besten.

    „Besonders schön fand ich es, die Nacht mit den anderen Reisenden zu verbringen, in unseren Hängematten zu liegen und uns zu unterhalten“, sagt sie. „Es war viel bequemer, als ich erwartet hatte, und ich habe langsam verstanden, warum die Menschen in den Dörfern Hängematten den Betten vorziehen.“

    Auf dieser Reise kam für die Guides eine Aufgabe dazu, die sie sonst meist nicht haben: Jihee schleppte drei Tage lang schwere Fernsehausrüstung durch weichen Sand. „Der Guide hat meine Ausrüstung mitgetragen und ständig nachgefragt, ob ich beim Drehen Hilfe brauche“, lobt sie. Ab dem zweiten Tag wurde die Gruppe mit einer größeren zusammengelegt und der Zeitplan straffer, doch „selbst dann hat der Guide alles nur Mögliche getan, um mich beim Filmen zu unterstützen.“

    Und Jihees Fazit zu Unterkünften, Guides und der Organisation der Reise? „Ich war mit dem ganzen Erlebnis sehr zufrieden.“

    Luftaufnahme von strohgedeckten Häusern in einem Dorf zwischen Grün und Lagunen in den Lençóis Maranhenses
    Photo: KBS

    👉 Mehr dazu: Wo übernachtest du in den Lençóis Maranhenses?

    Vor Sonnenaufgang, ausgestreckt im Sand

    Ausgerechnet Jihees schönster Moment der Wanderung hatte gar nichts mit dem Filmen zu tun. „Mein Lieblingsmoment war, als wir vor Sonnenaufgang losgegangen sind und uns gemeinsam in den Sand gelegt haben, um in die Sterne zu schauen.“

    Mehr noch als die Landschaft faszinierten Jihee ihre Mitreisenden: Während sie selbst vor allem den Dreh im Blick hatte, war der Rest der Gruppe in einem völlig anderen Tempo unterwegs. „Sie haben sich Zeit gelassen und die endlose Landschaft ohne Eile genossen“, erinnert sie sich. „Sie haben den Sand unter den Füßen gespürt, sind in den Lagunen geschwommen und haben sich sogar ans Wasser gesetzt, um zu lesen.“

    „Sie haben sich die Lençóis Maranhenses nicht einfach nur angeschaut, sie haben sie richtig erlebt, mit dem ganzen Körper“, sagt sie nachdenklich. „Das hat mich tief beeindruckt.“

    Sternenhimmel über Strohdächern und Hängematten beim Trekking durch die Lençóis Maranhenses

    👉 Mehr dazu: Wie viele Tage solltest du in den Lençóis Maranhenses bleiben?

    Jihees Tipps für den ersten Besuch in den Lençóis Maranhenses

    Das Besondere an ihren Tipps: Jihee war auf der Wanderung die Einzige, die sich selbst nicht daran halten konnte. Mit Kamera und viel Ausrüstung war sie ständig in Bewegung, und das hatte seinen Preis. „Ich war so beschäftigt, dass ich manchmal weder Zeit noch den Kopf dafür hatte, ganz in die Landschaft vor mir einzutauchen. Das bedaure ich“, gibt sie zu.

    Ein paar wichtige Dinge hat sie in den Dünen trotzdem gelernt.

    Jihee Yeon und eine Mitreisende am Rand einer Lagune zwischen den Dünen der Lençóis Maranhenses
    Photo: KBS

    Pack so wenig wie möglich ein

    Warum, hat Jihee am eigenen Leib erfahren. Wenn du ausschließlich zu Fuß durch weichen Sand unterwegs bist, spürst du jedes Kilo extra, und mit schwerer Drehausrüstung auf dem Rücken wurde das für sie zur echten Herausforderung.

    Lass die Tage nicht vom Zeitplan bestimmen

    Wer einfach nur als Reisender kommt, sollte „sich Zeit nehmen und es sich gönnen, die Landschaft in vollen Zügen zu genießen“.

    Den Park das Tempo vorgeben lassen, nicht die Uhr: Das ist für Jihee der beste Weg, die Lençóis Maranhenses zu erleben.

    Lass dich ganz darauf ein

    „Ich würde allen empfehlen, mit der Einstellung herzukommen, sich mit ganzem Herzen auf die Landschaft und alles, was dazugehört, einzulassen, genau wie die Leute, mit denen ich unterwegs war.“ Das heißt: rein in die Lagunen, in der Hängematte schlafen und lange genug stillsitzen, damit der Ort wirklich bei dir ankommt.

    👉 Mehr dazu: 10 Reisetipps für die Lençóis Maranhenses: so wird deine Reise rundum gelungen

    War Brasilien sicher? Jihees ehrliche Antwort

    Fünf Reiseziele, teure Kameraausrüstung und oft Dreharbeiten mitten auf der Straße: So sah Jihees Reise aus. Für Belém und die Insel Marajó in Pará ebenso wie für São Luís und die Lençóis Maranhenses in Maranhão ist ihre Antwort ganz klar: „Ich habe mich extrem sicher und wohlgefühlt. Ich konnte nachts frei herumlaufen und mit der Ausrüstung neben mir auf der Straße filmen, ohne mich bedroht zu fühlen.“

    Nur vor Salvador in Bahia hatte man sie vorher gewarnt. Dort kam dann aber alles anders als erwartet. „Als ich ankam, haben sich die Menschen um mich herum richtig ins Zeug gelegt, um mir zu helfen“, erzählt sie. Einheimische und Uber-Fahrer „haben mir genau erklärt, welche Vorsichtsmaßnahmen ich treffen und welche Orte ich meiden sollte. Weil sie ständig auf mich aufgepasst haben, hatte ich dort unterwegs nie das Gefühl, in Gefahr zu sein.“

    „Nach dem, was ich selbst erlebt habe, ist mir Brasilien nicht als gefährlicher Ort in Erinnerung geblieben“, fügt sie hinzu. „Ich erinnere mich an ein Land, in dem ich sicher reisen konnte und in dem sich die Leute vor Ort mit großer Herzlichkeit um mich gekümmert haben.“

    Trekkinggruppe posiert mit einer PlanetaEXO-Flagge in den Lençóis Maranhenses

    👉 Mehr dazu: Anreise nach Lençóis Maranhenses

    Könnte Brasilien in Korea zum nächsten großen Trend werden?

    Wie sehr Brasilien die südkoreanische Kultur schätzt, ist kein Geheimnis. Wir wollten von Jihee wissen, ob das auch umgekehrt gilt und ob der „Brazilcore“-Trend, der in den sozialen Medien kursiert, schon in Korea angekommen ist.

    „Koreaner verbinden Brasilien schon lange mit Leidenschaft und mitreißender Energie. Samba ist in Korea sehr bekannt und läuft oft als Hintergrundmusik in Fernsehsendungen“, antwortet sie.

    Das Problem ist ihrer Meinung nach nicht fehlendes Interesse, sondern der Kalender. „Die meisten Koreaner haben keinen besonders langen Urlaub.“ Allein die Anreise nach Südamerika frisst laut Jihee einen großen Teil der Zeit, die sie überhaupt haben. Deshalb planen viele Reisende Routen durch mehrere Länder, damit sich der Flug lohnt.

    Wie lassen sich Koreaner für Brasiliens Natur gewinnen, für Ziele wie die Lençóis Maranhenses, den Amazonas oder das Pantanal? Jihee hält klare Routen, die in die tatsächlich verfügbare Zeit passen, für einen guten Ansatz. „Mit Informationen und Reiserouten, die zeigen, wie man die Vielfalt Brasiliens auch in begrenzter Zeit gut erleben kann, könnten sich mehr Koreaner für Brasilien als Reiseziel entscheiden.“

    Bei Reisenden mit mehr Spielraum macht sie sich keine Sorgen, schließlich ist das Land riesig und hat enorm viel zu bieten. „Wer auf eigene Faust und mit mehr Zeit reist, könnte locker einen Monat in Brasilien verbringen und würde trotzdem immer wieder neue Orte entdecken.“

    👉 Mehr dazu: Beste Reisezeit: Brasilien

    Wo Jihee als Nächstes drehen will

    Ein Auftrag war Jihee nicht genug. Sie will wiederkommen, und zwar für die Seite Brasiliens, die sie diesmal nicht gesehen hat: die Städte. „Ich würde gern Großstädte wie São Paulo und Rio de Janeiro erleben. Ich bin sehr neugierig, wie das Leben in Brasiliens Städten aussieht.“

    Auch Campos do Jordão steht auf ihrer Liste. Die Bergstadt im Bundesstaat São Paulo ist wegen ihrer europäischen Architektur und des kühlen Wetters als „Schweiz Brasiliens“ bekannt. Jihee war im Winter unterwegs und fand es faszinierend, wie stark sich diese Jahreszeit dort von der im Norden und Nordosten unterscheidet, den Regionen, die sie bereist hatte.

    „Auf dieser Reise habe ich Regenwald, Inseln, Dünen, Lagunen und Städte an der Atlantikküste erlebt“, zählt sie auf. „Nächstes Mal würde ich gern eine ganz andere Seite Brasiliens filmen.“

    Eine Person sitzt neben einem Kamerastativ auf einer Düne und blickt auf eine Lagune in den Lençóis Maranhenses

    👉 Mehr dazu: Die 15 besten Ökotourismus-Reiseziele in Brasilien, die Sie 2026 erkunden sollten

    Trekking in den Lençóis Maranhenses mit PlanetaEXO

    Mit Jihee hast du den Park jetzt einmal durchquert. Du weißt also, was die Lençóis Maranhenses zu bieten haben: Dünen, die noch lange weitergehen, wenn du längst mit ihrem Ende rechnest, Lagunen, denen niemand widerstehen kann, Nächte in der Hängematte zwischen anderen Abenteuerlustigen und Dörfer, in denen dich die Menschen herzlich und gastfreundlich empfangen.

    PlanetaEXO ist eine Ökotourismus-Plattform, die sich auf Touren in den Lençóis Maranhenses spezialisiert hat. Von der ersten Buchung bis zum letzten Bad in einer Lagune: Gemeinsam mit erfahrenen lokalen Guides und Veranstaltern übernehmen wir die gesamte Logistik, damit du dich ganz auf das eigentliche Erlebnis konzentrieren kannst. Melde dich jetzt bei uns!

  • Drei Nächte im Südpantanal: Sandys Tierbegegnungen in Brasilien

    Drei Nächte im Südpantanal: Sandys Tierbegegnungen in Brasilien

    Eine Reisende, die Brasilien längst kannte, der erste Brasilien-Besuch ihres Sohnes und drei Nächte am Rio Miranda, erzählt in ihren eigenen Worten

    Sandy McKelvey ist 63 und fährt seit dem größten Teil ihres Erwachsenenlebens nach Brasilien. An einem Community College in New York unterrichtet sie Englisch als Fremdsprache; Portugiesisch spricht sie, weil sie in jüngeren Jahren ein Unternehmen in Brasilien führte und 12 Jahre lang durchs Land reiste.

    Gelebt hat sie in Bahia und Pernambuco, dazu kamen Ceará, Belém do Pará, Manaus, Minas Gerais, Natal, São Luís do Maranhão, Santarém, Rondônia und Acre. Nur eines fehlte in all den Jahren: Sie hatte nie einen Fuß ins Pantanal gesetzt. Empfohlen hatte es ihr ein befreundeter Biologe aus Corumbá, einer Stadt am Rand des Feuchtgebiets.

    Die Gelegenheit kam mit den zwei Ferienwochen ihres Sohnes Robert. Weil er zum ersten Mal nach Brasilien flog, standen Rio de Janeiro und São Paulo am Anfang der Route schnell fest. Sandy suchte danach aber den Kontrast und entschied sich für das Feuchtgebiet, das sich über 210.000 km² in Mato Grosso und Mato Grosso do Sul erstreckt.

    Im August 2026 verbrachten Sandy und Robert drei Nächte in einer Dschungel-Lodge am Ufer des Rio Miranda, auf einer günstigen Pantanal-Tour, die PlanetaEXO organisiert hatte und ein einheimischer Guide leitete. Ihre Geschichte erzählen wir jetzt: Schau sie dir unten an!

    Was sie erwartet hat und was das Pantanal wirklich ist

    Im Kopf hatte Sandy die Bilder aus Naturdokus. Vor Ort fand sie eine erstaunlich stark bewirtschaftete Landschaft, denn auf einem guten Teil des Südpantanals weiden Rinder.

    “Mir wurde klar, wie viel vom Pantanal Agrarland ist, Fazendas, Rinderzucht,” sagte sie. “Und das ergab Sinn. Es war nicht genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber trotzdem sehr interessant. Es hat mir wirklich gefallen.”

    Wie unberechenbar wilde Natur gerade bei Tieren ist, wusste sie. Robert hoffte trotzdem auf einen Ameisenbären. Daraus wurde leider nichts, dafür bekamen Mutter und Sohn Wasserschweine, Kaimane, Wasserbüffel, Brüllaffen und viele schöne Vögel zu sehen.

    Fürs Pantanal gilt: Die Trockenzeit, etwa von Juli bis Oktober, drängt die Tiere an die letzten Wasserstellen und beschert dir die besten Chancen. Brasiliens erste Adresse für Tierbeobachtung ist die Region ohnehin, doch die Natur folgt ihrem eigenen Rhythmus. Genau diese Unberechenbarkeit macht Ökotourismus so authentisch.

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    Im Pantanal ist dein Guide dein bester Freund

    Frag Sandy, was die Reise ausgemacht hat, und sie redet über Bobby, ihren Guide. “Das Besondere an der Reise war unser Guide. Er war einfach großartig.”

    Seine Arbeit hörte nie auf, so beschreibt sie es. “Er hat die Umgebung permanent nach Tieren abgesucht. Und ehrlich: Wäre er nicht dabei gewesen, hätten wir nichts gesehen, weil sich die Tiere verstecken. Ein Beispiel bringt sie immer wieder: eine Gruppe Brüllaffen, hoch oben und weit weg. “Er hat einfach bemerkt, dass sich ein paar Äste bewegen, und rief: ‘Schaut, Brüllaffen!’ Das war unglaublich,” schwärmte sie.

    Der Zufall wollte es, dass Bobby ausgerechnet diesen Freund aus Corumbá gut kennt, was die Erfahrung noch reicher und persönlicher machte.

    Die andere Hälfte waren die Gespräche. Sandy fragte pausenlos nach, und was sie hörte, war ein Brasilien, das ihr in Bahia oder Pernambuco nie begegnet war. “Mir hat gefallen, Menschen kennenzulernen, die anders sind als die, denen ich in anderen Teilen Brasiliens begegnet bin,” sagte sie.

    Ihr Fazit ist der einfachste und zugleich wertvollste Rat. Fahr niemals ohne Guide ins Pantanal. Das wäre reine Zeitverschwendung.”

    👉 Mehr dazu: Anreise ins Pantanal in Brasilien

    Flussaufwärts in den schmalen Seitenarm, wo die Tiere nah herankamen

    Aus dem gesamten Programm ragt eine Ausfahrt heraus: die zweite Bootstour, die flussaufwärts in einen kleineren Wasserarm führte. Dort sah Sandy deutlich mehr Tiere.

    Den Moment, den sie am genauesten beschreibt, erlebte sie in einem sumpfigen, dicht bewachsenen Abschnitt, wo das Boot einfach anhielt. “Wir sind kurz dort geblieben, und dann haben wir gemerkt, dass wir komplett umzingelt waren,” erinnerte sie sich. Dutzende Kaimane auf allen Seiten.

    Und mitten zwischen ihnen lief ein jaçanã über die Pflanzen. Einheimische nennen ihn Jesus-Christus-Vogel, weil er “über das Wasser gehen” kann. Seine riesigen Füße mit den schlanken Zehen und langen Krallen verteilen das Gewicht auf den Wasserpflanzen und lassen ihn erstaunlich flüssig über die Fläche gleiten.

    “Er war direkt da, mitten unter all den Jacarés, und keiner hat den anderen gestört,” ergänzte sie. “Sie haben einfach zusammen abgehangen. Ich fand das sehr schön.”

    👉 Mehr dazu: Tiere im Pantanal: die Tierwelt Brasiliens

    Der Angeltag, mit dem niemand gerechnet hatte

    Piranha-Angeln gehört in der Lodge von Sandy und Robert zum Standardprogramm, doch sie hatte darauf wenig Lust. Weil eine andere Gruppe den Termin belegte, rutschte ihrer auf den letzten Tag. “Ich dachte, das wird gehetzt und einfach nicht besonders,” gab sie zu.

    Ausgerechnet daraus wurde einer der besten Momente der ganzen Reise. Den Unterschied machte wieder der Guide. “Es hat richtig Spaß gemacht. Ohne Bobby wäre es kein Spaß gewesen.” Von anderen Gruppen hatte Sandy gehört, dass sie nichts fingen und irgendwann aufgaben. Bobby stellte stattdessen eine Regel auf: Niemand hört auf, bevor alle einen Fisch gefangen haben.

    “Jeder von uns hat einen Fisch gefangen. Er hat uns immer wieder neues Fleisch gegeben und alles erklärt. Wir haben nicht aufgehört, bis wirklich alle einen hatten,” sagte sie lächelnd.

    Eine Kette, eine Machete und eine halbe Stunde Flechten

    Zum Abschluss des Aufenthalts stand eine kurze Wanderung an. Auch hier galt: Ohne professionelle Führung läuft nichts. “Uns wäre nichts aufgefallen, wenn er nicht auf bestimmte Dinge gezeigt hätte, auf einzelne Bäume zum Beispiel,” merkte Sandy an.

    Unterwegs blieb Bobby an einer Sukkulente stehen, zeigte der Gruppe, wie man mit der Machete die Fasern aus einem Blatt löst, und flocht sie so lange, bis das Band hielt. Gedacht war das Armband für Robert, doch Bobby verschätzte sich bei der Länge und gab es jemand anderem. Kein Problem: Für Robert würde er ein neues machen.

    Also schnitt er ein zweites Blatt ab und nahm es dann mit zurück. Am nächsten Tag, kurz vor dem Angeln, setzten sich Bobby und Robert zusammen und arbeiteten daran. Heraus kam statt eines Armbands eine Kette: ein Kaimanzahn, den er dabeihatte, eine zweite eingeflochtene Faser für den Farbkontrast und rund eine halbe Stunde Arbeit.

    “Das war so unglaublich schön, weil dieser Mann ganz klar Künstler und Guide zugleich ist,” sagte sie. “Damit rechnet man überhaupt nicht. [Bobby] wollte einfach, dass [Robert] ein schönes kleines Andenken hat.”

    Gute Gastfreundschaft und ein sehr heißer Tag

    Dass ihre Unterkunft, die Pantanal Jungle Lodge, angenehm rustikal ist, wussten Sandy und Robert vorher. “Es ist etwas urig, aber genau das haben wir erwartet, und genau das mögen wir,” sagte sie. Sie nahmen eines der Etagenbetten und teilten sich das Zimmer mit zwei weiteren Reisenden. “Das war völlig in Ordnung. Alle waren super höflich.

    Der Rest ihres Urteils fällt kurz und eindeutig aus: “Das Essen war wirklich gut und alle Gäste waren super freundlich.” Die Lodge liegt direkt am Rio Miranda, und der nimmt einem die halbe Arbeit ab: Vögel fotografierte Sandy, ohne das Gelände zu verlassen.

    Mit dem Aufenthalt war Sandy zufrieden, mit der Hitze weniger. Das Pantanal ist von Natur aus heiß und je nach Jahreszeit trocken; ein Vormittag beim Ausritt forderte sie allerdings besonders. “Es müssen etwa 100 °F (38 °C) gewesen sein. Es war richtig heiß und wir waren draußen in der Sonne.”

    Am Nachmittag ging die Gruppe Kajakfahren, gegen die Strömung. “Ich fahre eigentlich sehr gern Kajak, aber es war einfach zu heiß. Irgendwann dachte ich nur noch: Ich habe eine Hitzeerschöpfung.” Anstrengend war das, doch sie stellte klar: Niemand sonst hatte dieses Problem. “Das war nur ich. Mir hat die Hitze zu schaffen gemacht.”

    Das Wetter bestimmt den Ablauf und die Erlebnisse stark mit, nicht nur im Pantanal, sondern in jedem Naturreiseziel. Die eigenen Grenzen zu kennen, so wie Sandy, ist das Klügste, was du tun kannst!

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    War das Pantanal sicher? Sandys ehrliche Antwort

    Naiv beantwortet Sandy diese Frage nicht. Sie hat in Brasilien gelebt, in brasilianischen Städten Gutes wie Schlechtes erlebt und bewegt sich in Großstädten sehr bewusst.

    Ihre Antwort zum Pantanal kam sofort. “Ich habe mich zu 100 % sicher gefühlt. Man muss sich nicht einmal Gedanken darüber machen, wo man seine Geldbörse oder seine Tasche liegen lässt,” bekräftigte sie.

    Auch die Tiere machten ihr keine Sorgen. “Ich hatte nie Angst vor den Tieren. Der Gedanke kam mir gar nicht erst,” sagte sie. “Wir sitzen in einem großen Boot. Das ist sicher.” Ihr fiel auch die organisatorische Seite auf. “[Die Crew] hat sehr genau darauf geachtet, dass alle eine Schwimmweste tragen.”

    Nächster Halt: das Amazonasgebiet (diesmal mit ihrer Tochter)

    Aus der Pantanal-Reise ist längst die nächste entstanden. Sandys Tochter kommt zum ersten Mal nach Brasilien, und die beiden fahren nach Manaus und weiter ins Amazonasgebiet, das Sandy von früher kennt und seither nicht mehr gesehen hat.

    Diese beiden Ziele in einem Leben zu sehen, ist eine gute Kombination. Das Amazonasgebiet ist Wald: dicht, vertikal und geheimnisvoll. Das Pantanal ist offenes Feuchtgebiet, in dem das Wasser die Tiere ins Blickfeld zieht.

    Als jemand, der Brasilien in- und auswendig kennt, empfiehlt Sandy den Ort, der ihr Herz gewonnen hat: Salvador in Bahia, eine der Städte, in denen sie gelebt hat. “Die Stadt ist so besonders, so geschichtsträchtig, dazu die Kultur, die Musik. Wer nach Brasilien fährt, muss nach Salvador.”

    👉 Mehr dazu: Pantanal oder Amazonas: Was passt zu dir?

    Das Südpantanal mit PlanetaEXO besuchen

    Du hast Sandys Reisegeschichte gelesen und weißt jetzt, was das Südpantanal wirklich bietet: ein bewirtschaftetes Feuchtgebiet, in dem Tiere gefunden und nicht vorgeführt werden. Und einen Guide, der das Flussufer lesen kann und damit über die ganze Reise entscheidet.

    PlanetaEXO ist eine Ökotourismus-Plattform, die auf Touren ins Südpantanal spezialisiert ist. Gemeinsam mit erfahrenen Guides und Veranstaltern vor Ort übernehmen wir die Logistik (Transfer ab Campo Grande, Lodge, Mahlzeiten und Aktivitätenprogramm), damit du dich von der ersten Buchung bis zur letzten Bootsfahrt auf die Natur konzentrieren kannst. Schreib uns jetzt!

  • Luftaufnahme der Uakari Floating Lodge mit ihren rot gedeckten Hütten entlang eines Stegs auf dem See im Mamirauá-Reservat

    8 Fakten über die Uakari Floating Lodge: das schwimmende Ökohotel im brasilianischen Amazonas

    Ein Forscher suchte einen seltenen Affen, und am Ende stand eine Lodge, die wirklich auf dem Fluss schwimmt: Hier kommen ein paar Fakten über die Uakari-Lodge, tief im brasilianischen Mamirauá-Reservat

    An einem Abschnitt des Solimões nahe Tefé, tief im brasilianischen Amazonas, liegt eine der ungewöhnlichsten Unterkünfte der Region: eine Lodge, komplett auf dem Wasser gebaut. Die Uakari Floating Lodge steht im Mamirauá-Reservat für nachhaltige Entwicklung, einem 1.124.000 Hektar großen Schutzgebiet aus Várzea-Wald (Überschwemmungswald). Mit dem Fluss hebt und senkt sie sich um bis zu 12 Meter im Jahr.

    Seit fast drei Jahrzehnten ist die Lodge in Betrieb, eines der frühesten Beispiele im Amazonas für Tourismus in der Hand der Gemeinden. Geführt wird sie von einem staatlichen Forschungsinstitut und den Flussgemeinden, die hier wirklich zu Hause sind. Namensgeber ist der Uakari-Affe, ein auffälliger Waldbewohner mit knallrotem Gesicht.

    Holzsteg über dem Fluss zu einer Pfahlbauhütte unter orangefarbenem Sonnenuntergang im Amazonas
    Photo: Gui Gomes

    Du fragst dich, was ein schwimmendes Hotel mitten in einem Schutzgebiet so besonders macht, dass sich die Fahrt flussaufwärts lohnt? PlanetaEXO, eine auf Amazonas-Regenwald-Touren in Brasilien spezialisierte Ökotourismus-Plattform, hat 8 Fakten über die Uakari-Lodge zusammengetragen. Schau sie dir unten an!

    1. Die Uakari Floating Lodge gibt es, weil ein Forscher einen seltenen Affen suchte

    Der brasilianische Primatologe José Márcio Ayres reiste in den 1980er-Jahren in die Region, um dort gezielt den weißen Uakari zu erforschen, genau das Tier, das der Lodge später ihren Namen gab. Vorgefunden hat er ein Gebiet, das von unkontrollierter Ausbeutung bedroht war.

    Weil er das Ökosystem der Region sichern wollte, schlug er 1985 ein Schutzgebiet vor. Aus dieser Initiative entstand die Ökologische Station Mamirauá im Jahr 1986. 1998 kam dann das Instituto Mamirauá dazu, das staatliche Forschungsinstitut, das die Lodge bis heute verwaltet.

    Seinen Doktortitel erwarb Ayres in Cambridge mit einer Arbeit über Uakaris und den Überschwemmungswald des Amazonas, gestützt auf Feldforschung nahe Tefé. Die Uakari-Lodge ging direkt aus dieser Forschung hervor: Ab etwa 1998 wuchs sie aus einem schwimmenden Forschungslabor heraus, das das Institut im Reservat betrieb. Seit fast 30 Jahren empfängt sie Gäste und steckt die Einnahmen aus dem Tourismus laufend in Projekte der örtlichen Gemeinden.

    Weißer Uakari-Affe mit kahlem rotem Gesicht und hellem, zotteligem Fell auf einem flechtenbewachsenen Ast im Amazonas-Regenwald
    Photo: André Zumak

    👉 Mehr dazu:

    2. Schwimmende Fundamente aus einem der leichtesten Bäume des Amazonas

    Die Uakari-Lodge im Amazonas steht nicht auf Stelzen wie die meisten Bauten am Flussufer: Sie schwimmt wirklich.

    Die Gebäude ruhen auf massiven Stämmen des Assacu (Hura crepitans), eines heimischen Amazonasbaums, der über 30 Meter hoch wird. Sein Holz ist ungewöhnlich leicht (Dichte etwa 0,36–0,38 g/cm³) und trägt damit ein ganzes Haus auf dem Fluss.

    Der Entwurf stammt aus dem Reservat selbst: Forscher des Instituto Mamirauá entwickelten ihn gemeinsam mit AAGEMAM, dem Verband der Guides aus den Flussgemeinden. Traditionelles Wissen der Region über schwimmendes Bauen steckt hier in einer modernen Gästeunterkunft. So entstand eine schwimmende Lodge im Amazonas.

    Schwimmende Bungalows mit roten Dächern der Uakari Floating Lodge, vom Wasser aus zwischen Zweigen gesehen
    Photo: Gui Gomes

    👉 Mehr dazu: Die besten Amazonas-Lodges in Brasilien

    3. Geführt von einem Forschungsinstitut und der Gemeinde vor Ort

    Die Uakari Floating Lodge gehört dem Instituto Mamirauá, das 1999 offiziell als staatliche Forschungseinrichtung gegründet wurde und dem brasilianischen Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation angegliedert ist.

    Im Alltag verwaltet das Institut sie gemeinsam mit AAGEMAM, dem Verband der Flussgemeinden im Reservat. So entscheiden die Menschen vor Ort direkt mit, wie ihr eigenes Schutzgebiet Besucher empfängt.

    Auch der Schutz des Ökosystems ist offiziell anerkannt. Das Mamirauá-Reservat für nachhaltige Entwicklung umfasst 1.124.000 Hektar überfluteten várzea-Wald am Zusammenfluss von Solimões und Japurá. Seit 1993 ist es ein Ramsar-Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. 2003 kam seine Demonstrationszone zum Zentralamazonischen Schutzgebietskomplex hinzu, einer UNESCO-Welterbestätte.

    4. Pioniergeist und Pegelstände

    Brasilien schuf eigens eine neue Schutzgebietskategorie für Mamirauá. So entstand das allererste Reservat für nachhaltige Entwicklung des Landes. Unterzeichnet wurde das Gesetz am 12. Juli 1996.

    Anders als Schwarzwassergebiete kennt diese Weißwasser-Aue aus várzea-Wald extreme Schwankungen im Jahresverlauf. Zwischen Niedrigwasser (September bis November) und Hochwasser (Mai bis Juli) steigt und fällt der Pegel um rund 10 bis 12 Meter, örtlich sogar bis zu 16 Meter.

    Etwa vier Monate im Jahr steht der Wald rund um die Lodge unter Wasser. Genau deshalb musste sie von Anfang an schwimmen können.

    Überfluteter Várzea-Wald am Flussufer im Mamirauá-Reservat mit einem Vogel über dem Wasser

    👉 Mehr dazu: Die Besten Amazonas Kreuzfahrten in Brasilien

    5. Unterwegs im Kanu statt auf der Straße

    Durch einen überfluteten Wald führt keine einzige Straße, deshalb geht hier alles mit dem Kanu oder einem kleinen Boot: Fahrten durch den Überschwemmungswald selbst, Nachtwanderungen auf der Suche nach Kaimanen, traditionelles Piranha-Angeln, Begegnungen mit rosa Flussdelfinen und ein geführter Besuch in einer der Flussgemeinden des Reservats.

    Die Uakari Floating Lodge bietet Aufenthalte von 3, 4 oder 7 Nächten, dazu ein eigenes 4-Nächte-Programm zur Vogelbeobachtung für alle, die es gezielt auf die Artenliste des Reservats abgesehen haben. Der Betrieb ist klein und abgelegen, mit nur einer Handvoll Zimmer. Deshalb sollten Kinder in der Regel älter als 10 Jahre sein.

    Die Anreise verlangt etwas Einsatz: Du fliegst zuerst nach Manaus, dann in einem rund einstündigen Inlandsflug weiter nach Tefé. Die letzten 1,5 bis 2 Stunden bringt dich ein Boot bis zur Lodge.

    Guide paddelt ein Kanu mit zwei Reisenden durch den überfluteten Wald des Amazonas
    Photo: Gui Gomes

    👉 Entdecke das Abenteuer: Uakari Lodge: Amazonas-Regenwald-Ecolodge-Reise in Brasilien

    6. Nachhaltigkeit im Betrieb und internationale Auszeichnungen

    Die Lodge erzeugt ihren Strom selbst mit Solarenergie, sammelt Regenwasser für die Gäste und klärt ihr Abwasser, bevor es überhaupt in den Fluss gelangt.

    2015 zahlte sich dieses Engagement für die Gemeinden aus. Bei den World Responsible Tourism Awards holte die Uakari Lodge Silber in der Kategorie „Best for Poverty Reduction“, geteilt mit nur zwei weiteren internationalen Finalisten. Ausgezeichnet wurde ein Modell, das den wirtschaftlichen Nutzen direkt in die Dörfer zurückfließen lässt.

    Mitarbeitende warten bei Sonnenuntergang auf dem Holzdeck der Uakari Floating Lodge, während ein Boot anlegt
    Photo: Gui Gomes

    7. Einer der besten Orte weltweit, um den rosa Amazonas-Flussdelfin zu sehen

    In den Gewässern rund um die Uakari Floating Lodge leben so viele rosa Amazonas-Flussdelfine (boto-cor-de-rosa) wie kaum irgendwo sonst: Bis zu 61 Tiere pro Quadratkilometer wurden in den Mündungsbereichen gezählt, dazu 64 Tiere pro Quadratkilometer beim Tucuxi, dem kleineren grauen Flussdelfin.

    Bei den Delfinen bleibt es nicht. Im Reservat leben außerdem Jaguare, schwarze Kaimane, Faultiere, Nasenbären und natürlich der Affe, nach dem die Lodge benannt ist: ein weißer Uakari, eine Art, die es sonst fast nirgends auf der Welt gibt.

    Zwei graue Tucuxi-Delfine tauchen im ruhigen Wasser des Amazonas auf
    Photo: Gui Gomes

    👉 Mehr dazu: 15 Amazonas-Tiere: entdecke die Tierwelt Brasiliens

    8. Die Uakari-Lodge half, einen der größten Fische des Amazonas zu retten

    Das Instituto Mamirauá hat sein partizipatives Managementprogramm für den Pirarucu (Arapaima) gemeinsam mit den Flussgemeinden entwickelt. Weltweit gehört es zu den am besten dokumentierten Fällen, in denen sich ein Fischbestand wieder erholt hat.

    Weil die Fischer vor Ort selbst auf die Regeln achten und die Bestände zählen, wuchs die Pirarucu-Population in den bewirtschafteten Seen bis 2018 von rund 2.500 auf über 190.500 Tiere. Das trug entscheidend dazu bei, dass der Pirarucu von Brasiliens Liste der bedrohten Arten gestrichen wurde.

    Inzwischen wird das Modell auch in anderen Teilen des Bundesstaats Amazonas übernommen. Dahinter steckt derselbe Ansatz aus Naturschutz und Tourismus, aus dem auch die Uakari-Lodge überhaupt erst entstanden ist.

    Pirarucu (Arapaima), einer der größten Süßwasserfische des Amazonas, unter Wasser

    👉 Mehr dazu: Projekte zum Schutz des Regenwaldes: 8 Initiativen im Amazonas für 2026

    Die Uakari Floating Lodge mit PlanetaEXO besuchen

    Jetzt weißt du, wie aus der Suche eines Forschers nach einem seltenen Affen eine Lodge wurde, die so stark von den Gemeinden getragen wird wie kaum eine andere im Amazonas. Der nächste Schritt: das Mamirauá-Reservat mit eigenen Augen sehen.

    Als Ökotourismus-Plattform für Reisen in Ecolodges im brasilianischen Amazonas arbeitet PlanetaEXO seit Langem mit der Uakari Floating Lodge zusammen. Gemeinsam mit Partnern vor Ort plant unser Team maßgeschneiderte Aufenthalte im Reservat, ganz ohne Papierkram und Umwege. Kontaktiere uns jetzt!

  • 10 Mount-Roraima-Reisetipps für dein Trekking auf den Tafelberg

    10 Mount-Roraima-Reisetipps für dein Trekking auf den Tafelberg

    Träger, Genehmigungen, Ausrüstung, Papierkram und Wetter am 2.810 Meter hohen Tafelberg an der Grenze zu Venezuela: die Entscheidungen, die dein Trekking auf den Roraima prägen

    Der Mount Roraima ragt genau dort 2.810 Meter hoch auf, wo Venezuela, Brasilien und Guyana aufeinandertreffen. Sein 33–50 km² großes Gipfelplateau aus Sandstein entstand vor 1,8 Milliarden Jahren. Als die oberen Schichten vor 180 Millionen Jahren abgetragen wurden, erhielt der Tafelberg Roraima seine 400 bis 1.000 Meter hohen Steilwände.

    Diese Geologie bestimmt die gesamte Logistik. 85 % des Bergs liegen in Venezuela (10 % in Guyana, 5 % in Brasilien), und jede kommerzielle Tour auf den Tafelberg in Venezuela startet im Pemón-Dorf Paraitepuy. Die brasilianische Flanke gehört zum Nationalpark Monte Roraima und zum indigenen Territorium Raposa Serra do Sol: Dort geht es nur mit Klettertechnik in der Wand und mit vorheriger Zustimmung des ICMBio. Ein Trekking auf den Mount Roraima verlangt deshalb Grenzübertritt, Genehmigungen und Guides, lange bevor du losläufst.

    PlanetaEXO, eine auf Mount-Roraima-Touren spezialisierte Ökotourismus-Plattform, hat 10 Reisetipps für den Mount Roraima zusammengestellt: Träger, Genehmigungen, Ausrüstung, Wetter und Papierkram, jeder Punkt mit der passenden Zahl. Schau sie dir unten an!

    Mount Roraima Trekking: der Rand des Gipfelplateaus über einem Wolkenmeer, rechts die senkrechte Wand des Tafelbergs
    Photo: mariusz_prusaczyk

    1. Buche Träger aus der Pemón-Gemeinschaft

    Der erste der Mount-Roraima-Reisetipps lautet, in Paratepuy private Träger zu engagieren, noch bevor man überhaupt den Wanderweg betritt.

    Auf der 10-tägigen Route legst du insgesamt rund 90 Kilometer zurück, auf dem Plateau täglich 6 bis 15 Kilometer, und die meisten Veranstalter begrenzen das Gepäck pro Person auf 15 Kilo.

    Die Träger stammen aus den Pemón-Gemeinden, über deren Land der Pfad führt. Wenn du sie anheuerst, unterstützt du das Dorf direkt, das den Zugang zum Gebiet verwaltet. Genau darum geht es beim gemeindebasierten Tourismus.

    Ein Pemón-Träger mit beladenem Rucksack auf dem Savannenpfad zum Mount Roraima, dahinter die Tafelberge Kukenán und Roraima

    2. Buche das Trekking auf den Mount Roraima bei einem Anbieter, der die Grenze regelt

    Die praktische Anreise führt über Brasilien. Von Boa Vista sind es 220 km (rund 3 Stunden) auf der BR-174 bis Pacaraima, dem einzigen Grenzübergang auf der Straße zwischen beiden Ländern, und von dort weiter nach Santa Elena de Uairén in Venezuela. Bis zum Startpunkt Paraitepuy kommen noch einmal 100 km im 4×4 quer durch die Gran Sabana dazu.

    Venezuela verlangt eine Gelbfieber-Impfbescheinigung von allen, die aus Brasilien einreisen oder länger als 12 Stunden an einem brasilianischen Flughafen umsteigen. Die Visaregeln hängen von der Staatsangehörigkeit ab.

    Britische, kanadische und australische Pässe kommen bei Aufenthalten unter 90 Tagen in der Regel ohne Visum aus, US-Bürger beantragen ein E-Visum und zahlen eine Gebühr von 180 US-Dollar – auch wenn das US-Außenministerium für venezolanisches Staatsgebiet den Reisehinweis der Stufe 3 („Reconsider Travel“) aufrechthält.

    Veranstalter, die auf das Trekking zum Mount Roraima spezialisiert sind, führen dich nicht nur durch die Grenzformalitäten und den übrigen Papierkram, sie übernehmen auch sämtliche Transfers. Für dich heißt das Komfort, Ruhe und Sicherheit.

    👉 Mehr dazu:

    Ein PlanetaEXO-Guide zeigt von der Savanne aus auf den Kukenán-Tafelberg auf dem Weg zum Mount Roraima
    Photo: Lucas Gobatti

    3. Pack für Regen aus allen Richtungen

    Am Mount Roraima fallen mehr als 1.500 Millimeter Regen pro Jahr. Das Wetter am Mount Roraima entsteht oben auf dem Plateau und nicht unten im Tal, deshalb sagt dir die Vorhersage für Santa Elena so gut wie nichts. Wer am Mount Roraima die beste Reisezeit erwischen will, kommt zwischen Dezember und April, in der trockensten Zeit des Jahres. Touren starten allerdings ganzjährig, und trocken ist hier kein einziger Monat. Rechne auch in der besten Saison mit Sonne am Morgen, Wolken ab Mittag und Regen in der Nacht.

    Wer geführte Wanderungen auf dem Tepui recherchiert, stößt früher oder später auf ein Phänomen am Mount Roraima: umgekehrten Regen. Kräftige Aufwinde von rund 75 km/h fangen das fallende Wasser ab und blasen es zurück in den Himmel, bevor es den Boden erreicht.

    Nimm eine wasserdichte Hardshelljacke mit, dazu Packsäcke und einen Regenüberzug für Rucksack, Schlafsack und Elektronik. Beim wilden Campen entscheidet der Schutz deiner Ausrüstung über die ganze Woche. Auf die Packliste für den Mount Roraima gehören außerdem Ersatzsocken und ein Mikrofaserhandtuch.

    Zwei Trekker queren bei dichtem Nebel und Regen den nassen Fels auf dem Plateau des Mount Roraima

    4. Trainiere für La Rampa, nicht für die Distanz

    Die Trekking-Route auf den Mount Roraima teilt sich in klar getrennte Etappen:

    • Paraitepuy bis zum Camp am Kukenán: 15 km in 4 bis 5 Stunden.
    • Kukenán bis zum Basislager: 8 km und 750 Höhenmeter.
    • Aufstieg über La Rampa: 4,5 km in 4 bis 5 Stunden auf einem natürlichen Felsband durch die Wand, dem einzigen nicht technischen Weg hinauf zum Gipfelplateau.
    • Erkundung des Gipfelplateaus: täglich zwischen 6 und 15 km.

    Für die Wanderung zählt also nicht die Distanz, sondern wiederholtes Steigen mit Gewicht auf nassem Fels. Fang zwei Monate vorher mit Bergwanderungen an, immer mit gepacktem Rucksack. Nimm Radfahren oder Laufen für die Grundlagenausdauer dazu und arbeite an Beinen und Sprunggelenken. Flussquerungen und glitschige Blockfelder setzen unvorbereiteten Knöcheln mehr zu als die Höhe der Lunge.

    Klettertechnik brauchst du dafür nicht: Auf der Standardroute gibt es weder Seile noch Klettergurte noch echte Kletterstellen. Mit Vorbereitung kommt jeder durch, der halbwegs wanderfit ist.

    👉 Mehr dazu: Wie schwer ist der Aufstieg auf den Mount Roraima?

    Ein Trekker mit Regenhülle am Rucksack steigt über La Rampa, den natürlichen Aufstieg an der Wand des Mount Roraima
    Photo: Lucas Gobatti

    5. Finde heraus, was da oben lebt, bevor du darauf trittst

    Die winzige Roraima-Kröte (Oreophrynella quelchii) lebt ausschließlich zwischen 2.300 und 2.800 Metern auf diesem Gipfel und auf dem benachbarten Wei-Assipu-tepui. Größer als ein Daumennagel wird sie nie, und wer eine sehen will, braucht einen erfahrenen Guide, der genau weiß, wo er suchen muss.

    Die Kannenpflanze Heliamphora nutans war die erste ihrer Gattung, die je beschrieben wurde: Robert und Richard Schomburgk fanden sie im Oktober und November 1839 an den Hängen des Roraima. Außerhalb des Roraima hält sie sich nur noch auf Kukenán, Yuruaní, Maringma und Wei Assipu, also ausschließlich auf dieser einen Tepui-Gruppe.

    Die Gipfel der Tepui-Berge beherbergen eigene Ökosysteme: Laut WWF ist rund ein Drittel ihrer Pflanzenwelt endemisch. Seit 70 bis 90 Millionen Jahren liegen sie vom Tiefland getrennt, doch eine Studie von 2012 zu Laubfröschen auf verschiedenen Tepuis führte einen gemeinsamen Vorfahren auf 5,3 Millionen Jahre zurück. Arten überwinden diese Wände also sehr wohl. Geh deshalb immer auf blankem Fels und tritt nicht in die Vegetation: Nur so bleiben diese Lebensräume, wie sie sind.

    👉 Mehr dazu: 10 Fakten über den Mount Roraima

    Die winzige Roraima-Kröte (Oreophrynella quelchii) auf einer Fingerkuppe auf dem Gipfelplateau
    Photo: @cafred33

    6. Ausrüstung für den Mount Roraima: alles muss 0°C aushalten

    Du startest bei rund 25°C in der Savanne und schläfst bei 5°C, oben liegen die Tage bei 10°C und die Nächte fallen bei Regen Richtung 0°C. Das sind 25 Grad Unterschied auf 5 Grad nördlicher Breite, und alles dafür muss in einen Rucksack passen. Genau deshalb kommen so viele zu dünn angezogen in die Tropen.

    Dein Schlafsack sollte bis 0°C reichen, mit Isomatte darunter. Dazu Trekkingstöcke für den Abstieg, eine Stirnlampe mit Ersatzbatterien und eingelaufene Stiefel. Beim Camping am Mount Roraima verzeiht dir kein 15-Kilometer-Tag ein Paar neue Schuhe.

    Du übernachtest im Zelt, auf ausgewiesenen Zeltplätzen, die über das Plateau verteilt liegen. Viele schlafen unter natürlichen Felsüberhängen. Die halten Wind und Schlagregen ab, gegen die klamme Kälte aus dem Steinboden helfen sie allerdings nicht.

    Denk an eine Flasche und einen Wasserfilter: Das Gipfelwasser kommt klar aus den Tümpeln des Plateaus, und kaufen kannst du hier tagelang nichts.

    Der Lichtkegel einer Stirnlampe unter dem Sternenhimmel am nächtlichen Rand des Roraima-Plateaus
    Photo: @overlandtheamericas

    7. Teile dein Gepäck in wasserdichte Pakete

    Pack alles in wasserdichte Packsäcke und halte Sonnencreme, Snacks und Kamera in einer Außentasche griffbereit. Verteile das Gewicht sinnvoll: Schweres kommt nah an den Rücken, damit die Last auf den Hüften liegt und nicht auf den Schultern.

    Dann mach den Rucksack leichter. Jedes überflüssige Kilo wird auf La Rampa zur Last, und nichts bereuen Reisende dort so oft wie nie getragene Kleidung. Setz auf wenige, kombinierbare Schichten statt auf mehrere Outfits, zumal du im Camp keine Chance hast, feuchte Sachen zu trocknen.

    Dokumente und Bargeld reisen getrennt, in einem eigenen wasserdichten Beutel. Du brauchst einen Reisepass mit mindestens sechs Monaten Gültigkeit, die Gelbfieberbescheinigung und Bargeld.

    Ein Wanderer auf dem Pfad durch die Gran Sabana, dahinter die Tafelberge Kukenán und Roraima

    8. Rechne mit null Empfang, und entscheide jetzt, was du mit nach Hause nimmst

    Eines steht beim Trekking auf den Mount Roraima fest: Auf dem Tepui gibt es kein Internet. Zwischen Paraitepuy und dem Abstieg bist du mehrere Tage offline. Sag den Leuten zu Hause vorher Bescheid, dass du eine Weile nicht erreichbar bist.

    Ohne Empfang fotografierst du bewusster, statt nebenbei zu posten. Die wichtigsten Ziele auf dem Plateau sind das Kristalltal, der Gladys-See, der Aussichtspunkt La Ventana, der Grenzstein am Dreiländereck, El Foso und Maverick Rock, mit 2.810 Metern der höchste Punkt. Kälte und Feuchtigkeit ziehen Akkus schnell leer: Powerbanks gehören in den Packsack, Ersatzbatterien nachts in den Schlafsack.

    Ein handschriftliches Tagebuch übersteht Bedingungen, an denen ein Handy scheitert, und es hält fest, was auf Fotos fehlt. Sieh dich unterwegs als Teil einer weltweiten Gemeinschaft von Entdeckern: Jedes Bild, jede Notiz und jedes Gespräch mit anderen Wanderern gehört zu der Geschichte, die du zu Hause erzählst.

    👉 Mehr dazu: Wie kommt man zum Mount Roraima?

    Die Silhouette eines Trekkers am Abgrund des Mount Roraima bei Sonnenuntergang über dem Wolkenmeer
    Photo: @watchluke

    9. Lies dich in Geschichte und Kultur der Region ein

    „Tepui“ heißt auf Pemón „Haus der Götter“. Der Name „Roraima“ selbst stammt von roroi, blaugrün, und ma, groß. In der Kosmologie der Pemón ist der Tafelberg der Stumpf eines mythischen Baumes, der alle Früchte der Welt trug, bis Makunaima ihn fällte. Daher hat die 10-tägige Makunaima-Expedition von PlanetaEXO ihren Namen.

    In Venezuela führt die Route durch das Pemón-Gebiet; unterwegs begleiten dich Pemón-Guides und -Träger. Auf brasilianischer Seite leben die Ingarikó im Nationalpark Monte Roraima und im indigenen Territorium Raposa Serra do Sol, gemeinsam mit Macuxi, Wapichana, Patamona und Taurepang.

    Diese Flanke ist nicht Teil der Touristenroute. Der Park entstand am 28. Juni 1989, umfasst 116.747 Hektar und wird seit 2005 gemeinsam von ICMBio (Chico-Mendes-Institut für Biodiversitätsschutz), FUNAI (Nationale Stiftung für indigene Völker) und den Ingarikó verwaltet.

    Die erste dokumentierte Besteigung gelang Everard im Thurn und Harry Perkins am 18. Dezember 1884, geführt von Einheimischen, die den Gipfel vermutlich lange vorher erreicht hatten. Wer sich in diese Geschichte einliest, sieht das Plateau mit anderen Augen und führt unterwegs die besseren Gespräche.

    👉 Mehr dazu: Was befindet sich auf dem Mount Roraima?

    Die Wand des Kukenán-Tafelbergs über der grünen Savanne, im Vordergrund ein Bach
    Photo: @alecio_Cezar

    10. Plane Spielraum ein

    Drei Dinge halten sich an keinen Plan: das Wetter, die Grenze und das Tempo der langsamsten Person in der Gruppe.

    Die Dauer vom Mount-Roraima-Trekking entscheidet, wie viel Plateau du siehst. Die 8-tägige Route bringt drei Nächte oben, mit Jacuzzis, La Ventana und Maverick Rock. Die 10-tägige Route hängt zwei Nächte an, dazu das Dreiländereck, den Gladys-See und eine Übernachtung in einer indigenen Gemeinde. Die 12-tägige Variante dehnt dieses Programm noch weiter aus. Die tägliche Anstrengung bleibt gleich, nur deine Zeit oberhalb von 2.700 Metern wächst.

    Auch bei gründlicher Vorbereitung schlägt das Wetter am Berg schnell um. Zeltplätze stehen unter Wasser, eine Wolkendecke schluckt für Stunden die Aussicht, oder eine frühere Gruppe hat den besten Unterstand schon belegt. Wer Puffer einplant, macht aus solchen Rückschlägen die Geschichten, die am Ende bleiben.

    👉 Entdecke das Abenteuer: Mount-Roraima-Expedition: 12-tägiges Trekking ab Boa Vista

    Das Gipfelplateau des Mount Roraima aus der Luft, von Wolken umringt, Wasserfälle stürzen über die Wände

    Mount Roraima Reisetipps im Gepäck? Plane deine Expedition mit PlanetaEXO

    Jetzt kennst du die Reisetipps für den Mount Roraima, von den Trägern bis zum Wetterfenster. Fehlt nur noch der Termin.

    PlanetaEXO ist eine Ökotourismus-Plattform mit Schwerpunkt auf Wander- und Trekkingtouren in Brasilien. Wir fahren diese Route ab Boa Vista, mit Pemón-Guides und Partnern vor Ort, die sich um den Grenzübertritt, die Genehmigungen und die Camps kümmern. Du musst dich nur noch auf den Weg machen. Kontaktiere uns jetzt!

  • Ist der Amazonas gefährlich? Der komplette Sicherheitsguide für Brasilien

    Ist der Amazonas gefährlich? Der komplette Sicherheitsguide für Brasilien

    Ist der Amazonas-Regenwald gefährlich? Hier erfährst du, was wirklich ein Risiko ist und wie erfahrene Profis dafür sorgen, dass deine Reise sicher bleibt und Spaß macht

    5,5 Millionen km² groß ist der größte tropische Regenwald der Erde, 60 % davon liegen in Brasilien. Diese Dimension wirkt erst mal einschüchternd. Die Realität sieht anders aus. Wenn du dich fragst, ob ein Besuch im Amazonas-Regenwald sicher ist, lautet die Antwort ja, solange erfahrene Profis an deiner Seite stehen.

    Lizenzierte Guides, lokale Veranstalter und Dschungel-Lodges befahren dieselben Flüsse und laufen dieselben Pfade, mehrere hundert Mal im Jahr. Genau diese Wiederholung macht aus Wildnis eine geplante Reise.

    Die echten Gefahren am Amazonas sind deutlich weniger filmreif, als Kinofilme suggerieren. Hitze, Mückenstiche und Beschwerden bei Aktivitäten im Wald stehen ganz oben auf der Liste, und all das lässt sich mit den richtigen Informationen und der richtigen Begleitung vermeiden.

    Reisende am Fuß eines riesigen Urwaldbaums mit Brettwurzeln im Amazonas-Regenwald in Brasilien

    PlanetaEXO ist eine Ökotourismus-Plattform für Amazonas-Regenwald-Touren in Brasilien und hat diesen Guide zusammengestellt: jedes reale Risiko im Dschungel und wie es vor Ort gehandhabt wird. Lies weiter!

    Ist der Amazonas gefährlich? Wie das Risiko wirklich aussieht

    Raubtiere, die Menschen jagen, eine Wildnis, die Leute komplett verschluckt: Wer auf Englisch is the Amazon Rainforest dangerous in die Suche tippt, hat genau dieses Bild im Kopf. In dem Sinn, den die meisten meinen, ist der Amazonas nicht gefährlich. Wie gefährlich ist der Amazonas wirklich? Die Antwort fällt deutlich nüchterner aus.

    Warum ist der Amazonas so gefährlich? Er ist es nicht, jedenfalls nicht so, wie Kinobilder es nahelegen. Die realen Risiken sind gewöhnlich, messbar und in einer Reihenfolge sortiert, die fast alle überrascht: Hitze, von Insekten übertragene Krankheiten, Keime im Wasser, kleine Verletzungen weit weg vom nächsten Krankenhaus und derselbe Gelegenheitsdiebstahl, auf den du in jeder Großstadt achtest. Wilde Tiere kommen zuletzt, und zwar mit großem Abstand.

    Eine organisierte Reise ist aus strukturellen Gründen sicher. Du bist auf festen Routen unterwegs, mit festen Zeitplänen und einem Guide, der beruflich für die Gruppe verantwortlich ist. In den Booten liegen Schwimmwesten, in den Lodges steht ein Erste-Hilfe-Set, und jemand weiß immer, wo du bist und wann du zurück sein sollst.

    Ob ein Urlaub am Amazonas gefährlich wird, entscheidet also die Art, wie du reist. Mit Profis, die für deine Sicherheit sorgen und dafür, dass die Reise Spaß macht, ist der Amazonas-Regenwald ein sicheres Reiseziel.

    Lokaler Guide zeigt einer Reisegruppe einen Urwaldriesen bei einer geführten Wanderung im Amazonas-Regenwald
    Photo: Felipe Castellari

    Manaus, das Eingangstor zum Regenwald

    Fast jede Amazonas-Reise in Brasilien startet in Manaus, einer Stadt mit mehr als 2 Millionen Einwohnern und dem Flughafen (MAO), über den die ganze Region erreichbar ist.

    Im Alltag geht es dort um Gelegenheitsdiebstahl, nicht um Gewalt, und dagegen helfen dieselben Gewohnheiten wie in São Paulo, Lissabon oder Mexiko-Stadt.

    Dafür reicht der gesunde Menschenverstand, den du in jeder belebten Stadt einschaltest. Handy nicht offen in der Hand tragen, Uber und 99 nutzen, statt Autos auf der Straße heranzuwinken, nachts nicht allein durch leere Ecken laufen, Bargeld und Karten auf zwei Orte verteilen, eine Passkopie einstecken und das Original im Hotelsafe lassen.

    Buche deine Touren schon vor der Ankunft bei einem verlässlichen Veranstalter, den du geprüft hast, und nicht bei jemandem, der dich am Hafen oder am Flughafen anspricht.

    Teatro Amazonas bei Sonnenuntergang in Manaus, dem Tor zum brasilianischen Amazonasgebiet
    Photo: Rafael Zart

    👉 Mehr dazu: Ist Manaus gefährlich? Ein Guide für Reisende, die in den brasilianischen Amazonas wollen

    Gefährliche Tiere im Amazonas-Regenwald (und warum du ihnen kaum begegnen wirst)

    Die Liste gefährlicher Tiere im Amazonas-Regenwald ist keine Erfindung: Jaguare, Anakondas, Schwarze Kaimane, Lanzenottern, Buschmeister und Zitteraale. Die Liste der Reisenden, die von ihnen verletzt wurden, ist dagegen sehr kurz.

    Der Dschungel ist riesig, seine Fauna weit verstreut, scheu und überwiegend nachtaktiv, und das dichte Blattwerk verdeckt praktisch alles. Vor Ort besteht die Hauptaufgabe eines Guides darin, sie für die Gruppe überhaupt zu finden, statt sie abzuwehren. Im Amazonas gefährliche Tiere zu sehen, ist das Ziel und kein Sicherheitsproblem.

    Das eine Tierrisiko mit echten Zahlen dahinter liegt am Boden. Zwischen 2010 und 2020 registrierte der Bundesstaat Amazonas 16.868 Schlangenbisse, die meisten durch Bothrops (Lanzenottern), danach durch Lachesis (Buschmeister).

    Schlangenbisse sind in der Amazonasregion also ein Thema, betreffen aber überwiegend Landbewohner und indigene Familien, die barfuß im Wald arbeiten. Wer in geschlossenen Stiefeln, auf markierten Pfaden und neben einem Guide unterwegs ist, taucht in dieser Statistik nicht auf.

    Kaiman an der Oberfläche des dunklen Wassers im Amazonas-Regenwald in Brasilien
    Photo: Marcelo Bonifácio

    Die Tiere, die deine Reise wirklich prägen, sind Insekten. Mücken können Krankheiten wie Dengue oder Zika übertragen. Ameisen, Wespen, Bienen und Spinnen sorgen für Stiche, schmerzhafte Reaktionen und gelegentlich einen allergischen Notfall. Genau hier gehört deine Vorbeugung hin:

    • Trag auf freier Haut ein Repellent mit 30 % DEET oder mindestens 20 % Icaridin auf und wiederhol das alle 4 bis 6 Stunden, so wie es die CDC für Tropenreisen empfiehlt.
    • Behandle deine Kleidung mit Permethrin, das hält mehrere Wäschen durch. Auf die Haut kommt Permethrin nie.
    • Auf den Pfaden trägst du lange Ärmel und lange Hosen, besonders im Morgengrauen und in der Abenddämmerung, wenn die stechenden Insekten am aktivsten sind.
    • Nachts bleiben Fenster und Türen zu. Die meisten Amazonas-Dschungel-Lodges haben Fliegengitter, viele hängen zusätzlich Moskitonetze über die Betten.
    • Schüttel deine Stiefel jeden einzelnen Morgen aus und schau hinein, bevor du reinschlüpfst: Skorpione und Spinnen mögen dunkle, warme Ecken.
    • Lass Parfüm und stark duftende Produkte weg, sie ziehen Insekten an. Neonkleidung bleibt zu Hause.

    👉 Mehr dazu: 15 Tiere im Amazonas: die Tierwelt Brasiliens entdecken

    Hitze und Luftfeuchtigkeit: das Risiko, das fast alle unterschätzen

    Im Jahresmittel liegt das Maximum in Manaus bei 32 °C, die relative Luftfeuchtigkeit bei 81 %. Der heißeste Monat ist der September mit einem mittleren Höchstwert von fast 34 °C, laut den Klimanormalen des INMET für 1991–2020.

    Die Temperatur allein ist machbar. Erst die Luftfeuchtigkeit kann den Amazonas-Regenwald gefährlich machen: Bei hoher Feuchte verdunstet Schweiß schlechter, und Schwitzen ist nun mal der wichtigste Kühlmechanismus deines Körpers. Normale Anstrengung zieht dich hier deshalb viel stärker runter als zu Hause. Kühl zu bleiben kostet zusätzliche Kraft.

    Hitzeerschöpfung kommt auf Amazonas-Reisen häufiger vor als jede Tierbegegnung. Warnzeichen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schwäche, Gereiztheit, starkes Schwitzen und wenig Urin.

    Sag deinem Guide sofort Bescheid, wenn du Symptome bemerkst. Wer sie früh erkennt, kommt mit einer kurzen Pause im Schatten aus. Ignorierst du sie, droht ein Hitzschlag, und der ist mitten im Dschungel ein kritischer medizinischer Notfall.

    Reisende in einem Kanu im Schatten des überfluteten Waldes im brasilianischen Amazonasgebiet
    Photo: Marcelo Bonifácio
    • Trink beim Gehen in der Hitze rund 1 Liter pro Stunde. Warte nicht, bis du Durst hast.
    • Nimm Elektrolytpulver mit, denn Wasser allein ersetzt nicht, was du in mehreren Stunden Schwitzen verlierst.
    • Trag helle, schnell trocknende Langarmshirts statt Trägertop. Bedeckte Haut ist kühler als nackte und schützt gleichzeitig vor Insekten und Sonne.
    • Benutz Sonnencreme mit LSF 30+ und einen Hut mit breiter Krempe (biologisch abbaubare Formeln sind im Fluss die bessere Wahl).
    • Nimm den Zeitplan, wie er ist. Ausflüge starten bei Tagesanbruch und pausieren am frühen Nachmittag, um den Höchsttemperaturen auszuweichen, nicht um den Tag zu strecken.

    👉 Mehr dazu: Wann ist die beste Reisezeit für den Amazonas-Regenwald in Brasilien

    Die Gelbfieberimpfung für Brasilien und die anderen Impfungen, die der Amazonas verlangt

    Für die Einreise verlangt Brasilien von Ausländern keinen Impfnachweis. Gelbfieber in Brasilien ist trotzdem ein Thema, und die Gelbfieberimpfung wird allen dringend empfohlen, die in den Bundesstaat Amazonas und die weitere Amazonasregion reisen.

    Damit sich der Schutz aufbauen kann, brauchst du die Impfung mindestens 10 Tage vor der Ankunft im Risikogebiet. Nach den 2014 aktualisierten WHO-Regeln zum Internationalen Impfausweis gilt: Eine einzige Dosis schützt lebenslang.

    Die städtische Gesundheitsbehörde von Manaus empfiehlt Reisenden außerdem einen aktuellen Masernschutz und weist darauf hin, dass Gelbfieber- und Masernimpfung nicht am selben Tag gegeben werden dürfen. Dazwischen liegen rund 30 Tage Abstand.

    Genau dieses Detail ist der Grund, warum du Impfungen für Brasilien und den Amazonas 6 bis 8 Wochen im Voraus planst, nicht in der Woche vor dem Abflug. Neben diesen beiden prüft eine reisemedizinische Praxis je nach Route noch Hepatitis A und B, Tetanus und Diphtherie, Typhus und Tollwut.

    Essen und Wasser: Was du isst und was du stehen lässt

    In den Dschungel-Lodges und auf Amazonas-Flusskreuzfahrten kannst du ohne Sorge essen und trinken, was auf den Tisch kommt.

    Veranstalter, die internationale Gäste betreuen, filtern ihr Trinkwasser oder liefern es in Flaschen und kaufen bei lizenzierten Lieferanten. In den meisten Lodges steht Trinkwasser zum Nachfüllen bereit, deshalb ist eine wiederverwendbare Flasche den Platz im Gepäck wert.

    Trink nie unbehandeltes Wasser aus einem Fluss, einem Bach oder einem Igarapé, egal wie klar es aussieht. Im Waldwasser stecken Parasiten und Bakterien, über die eine saubere Oberfläche nichts verrät. Die Gesundheitsbehörde von Manaus rät auch in der Stadt zu Wasser aus der Flasche und dazu, mehrmals täglich die Hände mit Seife zu waschen.

    In der Stadt isst du dort, wo viel Durchlauf herrscht und die Lizenz sichtbar hängt. Streetfood gehört dazu und lohnt sich. Nimm den Stand mit der Schlange aus Einheimischen, an dem das Essen vor deinen Augen vom Grill kommt.

    Ganzer gegrillter Fisch auf Bananenblättern mit Farofa, Limette und Tomate im brasilianischen Amazonasgebiet
    Photo: Felipe Castellari

    👉 Mehr dazu: Amazonas-Küche: 7 typische Gerichte, die du im brasilianischen Amazonas probieren solltest

    Verletzungen, Krankheit und was passiert, wenn doch etwas schiefgeht

    Die meisten medizinischen Zwischenfälle im Wald sind klein. Blasen, Insektenstiche, ein aufgeschürftes Schienbein, ein flauer Magen, ein umgeknickter Knöchel auf einer nassen Wurzel.

    Lodges und Guides haben Erste-Hilfe-Sets dabei und regeln das direkt vor Ort. Deine persönlichen Medikamente bringst du trotzdem selbst mit, in der Originalverpackung, dazu Schmerzmittel, Antihistaminika, Mittel gegen Durchfall, Blasenpflaster und Elektrolytpulver. Bis zur nächsten Apotheke liegt eine Bootsfahrt, und die kann Stunden dauern.

    Bei Kleinigkeiten leisten Guides und Lodges Erste Hilfe vor Ort. Bei schweren Fällen greifen feste Protokolle, und der Veranstalter bringt Patienten nach Manaus. Laut der städtischen Gesundheitsbehörde verteilen sich die Notfallambulanzen dort über fünf Zonen, darunter Spezialzentren wie die Fundação de Medicina Tropical für Tierbisse.

    Brasiliens öffentliches Gesundheitssystem behandelt kostenlos, auch ausländische Gäste. So steht es als Prinzip des universellen Zugangs in der Verfassung. Eine öffentliche Notaufnahme ist trotzdem ein Auffangnetz, kein Plan.

    Der Plan heißt „Versicherung“, und das Kleingedruckte zählt mehr als der Preis. Nimm eine Police, die den medizinischen Transport aus abgelegenen Gebieten ausdrücklich abdeckt und die Aktivitäten deiner Reise beim Namen nennt: Trekking, Kajak, Bootsfahrten, Camping und so weiter.

    Standardpolicen schließen genau diese beiden Punkte gern aus: die Rettung aus entlegenen Gebieten und Abenteueraktivitäten. Und aus genau dieser Kombination besteht eine Amazonas-Reise nun mal. Prüf, ob der Rücktransport in die Heimat drin ist, und notier die Policennummer irgendwo, wo du sie auch ohne Handynetz zur Hand hast.

    👉 Mehr dazu: 10 Reisetipps für den Amazonas-Regenwald, mit denen dein Abenteuer besser wird

    Kann man im Amazonas schwimmen?

    Am richtigen Abschnitt, zur richtigen Zeit und mit dem Okay deines Guides: Ja, Schwimmen im Amazonas ist sicher. Auf den meisten Reisen gehört ein Sprung ins Wasser sogar fest zum Programm.

    Das klassische Badegewässer der Region ist der Rio Negro, und zwar genau wegen seines dunklen, sauren, von Gerbstoffen gefärbten Wassers: Darin leben deutlich weniger Mücken und Parasiten als im sedimentreichen Weißwasser des Solimões. Manche Abschnitte sind hervorragend, andere weniger, und vom Ufer aus siehst du den Unterschied nicht.

    Baden kann man im Amazonas fast überall dort, wo der Guide es freigibt. Unsicher wird ein Abschnitt fast nie durch einen Fisch, sondern durch Strömung, Tiefe, versunkene Äste und Schlammlöcher, die du im dunklen Wasser nicht erkennst.

    Die brasilianische Feuerwehr wird beim Baden im Fluss deutlich: Wo die Strömung stark ist, gehst du nicht tiefer als bis zum Knie. Erwischt dich eine Strömung, schwimm schräg Richtung Ufer, statt frontal dagegen anzukämpfen.

    Auch gefährliche Tiere im Amazonas-Fluss verdienen Aufmerksamkeit, nur fällt die Gefahr deutlich geringer aus als gedacht. Piranhas haben einen schlechten Ruf, greifen Menschen aber selten an. Etwas ruppiger werden sie nur beim Schutz ihrer Eier. Bei Zitteraalen ist weniger der Stromschlag das Problem als die Tatsache, dass sie ihr Gegenüber bewegungsunfähig machen. Kaimane tauchen erst nachts auf.

    Reisende schwimmen mit Schwimmhilfen neben dem Boot im Amazonas in Brasilien
    Photo: Felipe Castellari

    Diese Regeln sorgen dafür, dass Baden im Fluss unspektakulär bleibt:

    • Halt dich immer an die Ansage deines Guides, wo und wann geschwommen wird, und geh nie allein ins Wasser.
    • Nachts und in der Dämmerung gehst du nicht ins Wasser, denn dann kommen Kaimane nah ans Ufer.
    • Geh nicht mit offenen Wunden ins Wasser und nicht nach Alkohol.
    • Im Boot trägst du die Schwimmweste. Von der brasilianischen Marine zertifizierte Westen sind bei lizenzierten Anbietern Standard, und bei den meisten Unfällen trug die betroffene Person keine.
    • Behalt Kinder im Wasser permanent im Blick, auch im ruhig wirkenden Flachwasser.

    👉 Mehr dazu: Wie kommst du in den Amazonas-Regenwald in Brasilien?

    Besuch in lokalen Gemeinden: Respekt ist die Sicherheitsregel

    Gemeinden der Ribeirinhos am Flussufer und indigene Dörfer stehen auf vielen Amazonas-Routen, und einige davon empfangen Gäste in ihren Häusern, für einen Austausch, der wirklich etwas bringt: Essen, Handwerk und das Alltagswissen über einen Ort, an dem sie seit Generationen leben.

    Gemeindebasierter Tourismus ist für die Amazonasregion enorm wichtig. Er stützt lokale Familien finanziell wie sozial und trägt gleichzeitig zahlreiche Naturschutzprojekte mit.

    Isoliert lebende Völker sind ein ganz anderes Kapitel, und der Tourismus hält bewusst Abstand von ihnen. Die brasilianische Indigenenbehörde FUNAI führt 115 dokumentierte Einträge zu isolierten indigenen Gruppen, davon 29 offiziell bestätigt, alle im Amazonasgebiet. Das ist die größte isoliert lebende Bevölkerung der Welt.

    Brasilien setzt eine strikte Nichtkontakt-Politik durch, deshalb führen Guides und Veranstalter ihre Routen immer weit an diesen Schutzgebieten vorbei. Diese Grenze ist nicht nur juristisch, sie ist tödlich: Isoliert lebende Gruppen haben keine Immunität gegen Krankheiten, die ein Besucher kaum bemerken würde.

    Kinder beim Tauziehen in einer Flussgemeinde im Amazonas-Regenwald in Brasilien
    Photo: Isadora Sá

    In Gemeinden, die Besuch empfangen, ist die lokale Etikette gleichzeitig die wichtigste Sicherheitsregel:

    • Frag immer um Erlaubnis, bevor du fotografierst, bei Kindern erst recht.
    • Verteile Süßigkeiten, Geld oder Geschenke nicht auf eigene Faust. Dein Guide sagt dir, was passend ist, damit nach deiner Abreise nichts schiefläuft.
    • Respektier die Grenzen deiner Gastgeber und schau dir bei den Familien vor Ort ab, wo man geht und wo man sitzt.
    • Wenn du dir bei irgendetwas unsicher bist, frag zuerst deinen Guide. Diese eine Gewohnheit verhindert die meisten peinlichen Momente und jede Kränkung.

    👉 Mehr dazu: Tourismus, der den Amazonas am Leben erhält

    Kenn deine Grenzen und sei ehrlich

    Wie viel Kondition eine Amazonas-Expedition verlangt, ist sehr unterschiedlich. Durch überflutete Wälder zu paddeln, ist etwas anderes als ein ganztägiges Dschungel-Trekking oder eine Nacht in der Hängematte auf einem abgelegenen Posten. Dauerhitze und Luftfeuchtigkeit legen noch etwas drauf: Bei 32 °C wird auch leichte Bewegung anstrengend.

    Wenn dir etwas nicht geheuer ist, sag es, bevor es losgeht. Guides planen ganz routinemäßig Alternativen, und eine Gruppe, die weiß, dass ein Mitglied die lange Wanderung auslässt, bleibt zusammen und im Zeitplan.

    Die Grenzen von Körper und Kopf zu respektieren, ist eine der wirksamsten Methoden, um unangenehme Situationen komplett zu vermeiden. Die riskanteste Person auf jeder Reise ist die, die nicht schwach wirken will. Wer über sein Limit hinausgeht, macht aus einem machbaren Tag eine Evakuierung.

    Reisender mit Wasserflasche auf einem Dschungelpfad im Amazonas-Regenwald in Brasilien
    Photo: Marcelo Bonifácio

    Folge immer deinem Guide

    Sicher durch den Amazonas-Regenwald kommst du mit einer einzigen Gewohnheit: Mach, was dein Guide dir sagt, und sag deinem Guide, wie es dir geht. Ausgebildete Profis lesen diesen Wald auf einem Niveau, das kein Besucher in einer Woche oder einem Monat erreicht.

    Guides wissen, welche Pflanzen brennen, welcher Flussabschnitt sicher ist, was eine Veränderung im Klang des Kronendachs bedeutet und wie man Stunden vom nächsten Krankenhaus entfernt Erste Hilfe leistet. Dieses Wissen schützt dich nur, wenn du es auch nutzt.

    Guide führt Reisende auf einem Waldpfad durch den Amazonas-Regenwald in Brasilien
    Photo: Gui Gomes
    • Bleib bei der Gruppe und auf dem Weg. Geh nie allein in den Wald, auch nicht ein kurzes Stück von der Lodge weg.
    • Frag nach, bevor du ein Tier, eine Pflanze oder eine Frucht anfasst. Vieles ist harmlos, einiges nicht, und auseinanderhalten kannst du das kaum.
    • Gib Medikamente, Allergien, Vorerkrankungen und Phobien schon bei der Buchung an.
    • Halt dich an die Zeiten. Aufbruch im Morgengrauen und Rückkehr in der Dämmerung sind Sicherheitsentscheidungen zu Hitze, Tieren und Licht, keine Planungslaune.
    • Stell Fragen. Guides rechnen damit, und eine Gruppe, die versteht, warum eine Regel existiert, hält sich deutlich zuverlässiger daran.

    Sichere Amazonas-Reisen mit PlanetaEXO

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    PlanetaEXO ist eine Ökotourismus-Plattform für Dschungeltouren im Amazonas und arbeitet mit den besten lokalen Veranstaltern, Lodges und Guides der Region zusammen, also mit genau den Profis, die diesen Wald zu einem sicheren Reiseziel machen. Unser Team übernimmt Planung und Logistik. Du musst nur noch genießen. Schreib uns jetzt!

  • Aktivitäten in der Chapada Diamantina, Brasilien

    Aktivitäten in der Chapada Diamantina, Brasilien

    Zu jeder der 10 Sehenswürdigkeiten in der Chapada Diamantina: Distanz, Schwierigkeit, Eintritt und Ausgangsort, damit du deine Tage danach planst

    Der Chapada-Diamantina-Nationalpark umfasst 152.000 Hektar im zentralen Hochland von Bahia, verteilt auf die Gemeinden Lençóis, Palmeiras, Mucugê, Andaraí und Ibicoara. Gegründet wurde er per Bundesdekret vom 17. September 1985. In einem einzigen Park treffen hier drei brasilianische Biome aufeinander (Caatinga, Cerrado und Atlantischer Regenwald), was es so nur an wenigen Orten gibt.

    In einer Woche schaust du einen 340 Meter hohen Wasserfall hinunter, schwimmst in einer gefluteten Höhle, aus der ein prähistorisches Faultier geborgen wurde, und übernachtest in einem Tal ohne Handyempfang. Auf den beliebtesten Routen ist der Zugang reguliert: allein für den Trail zur Cachoeira da Fumaça zählt ICMBio mehr als 25.000 Besucher pro Jahr. Du willst wissen, was man in der Chapada Diamantina unternehmen kann, ohne einen ganzen Tag auf dem falschen Weg zu verlieren?

    PlanetaEXO, eine auf Chapada-Diamantina-Touren spezialisierte Ökotourismus-Plattform, hat 10 Sehenswürdigkeiten ausgewählt, jede mit Distanz, Schwierigkeit, Gebühr und Ausgangsort. Schau dir unten die Highlights der Chapada Diamantina an!

    Vale do Pati

    Vale do Pati liegt mitten im Nationalpark und lässt sich nur zu Fuß durchqueren. Die komplette Traverse misst mehr als 70 Kilometer in fünf Tagen, steigt auf knapp 1.400 Meter und verlangt Tagesetappen von 15 bis 25 Kilometern. Keine Straße führt hinein, es gibt keinen Handyempfang und kein Hotel.

    Du übernachtest in den Häusern der Familien, die noch im Tal leben, für dich kochen und ein Zimmer vermieten. Weil der Ein- und Ausstieg über drei verschiedene Punkte läuft (Vale do Capão, Guiné in Mucugê und Andaraí), gibt es Routen von 3 bis 8 Tagen. Genau deshalb lässt sich kein zweiter Trek im Park so frei zuschneiden.

    Gut zu wissen:

    • Ausgangsorte: Vale do Capão, Guiné oder Andaraí.
    • Distanz: 70+ km in 5 Tagen, dazu Varianten mit 3 und 8 Tagen.
    • Schwierigkeit: schwer (15 bis 25 km am Tag mit eigenem Gepäck).
    • Guide: unverzichtbar; die Route ist nicht markiert und führt über Privatland.

    👉 Mehr dazu: 10 Fakten über Vale do Pati, Brasilien

    Cachoeira do Buracão

    Cachoeira do Buracão stürzt 85 Meter in einen Canyon aus geschichtetem Fels, nahe Ibicoara im Süden der Chapada Diamantina in Bahia. Der 3 Kilometer lange Trail dorthin ist kurz und gilt als leicht bis mittelschwer. Kein anderer großer Wasserfall der Region gibt dir so viel für so wenig Aufwand zurück.

    Die Cachoeira do Buracão stürzt zwischen den geschichteten Felswänden der Schlucht bei Ibicoara in ein dunkles Becken, vom Wasser aus gesehen

    Er liegt im Parque Natural Municipal do Espalhado, deshalb brauchst du einen bei der Gemeinde registrierten Guide oder einen Besucherbegleiter. Dazu zahlst du Eintritt, und im Becken ist eine Schwimmweste Pflicht. Nach starkem Regen macht die Strömung das Baden manchmal unmöglich, auch wenn der Wasserfall dann erst richtig stark wird.

    Gut zu wissen:

    • Ausgangsort: Ibicoara.
    • Distanz: rund 3 km pro Richtung, auf einem leichten bis mittelschweren Trail.
    • Gebühr und Guide: beides Pflicht, gebucht im Ort oder bei der Guide-Vereinigung.
    • Kombiniere ihn mit: Cachoeira das Orquídeas und Cachoeira do Recanto Verde am selben Tag.

    👉 Entdecke das Abenteuer: Chapada Diamantina Wanderung 6 Tage: Vale do Pati, Wasserfälle & Höhlenseen

    Morro do Pai Inácio

    Ein halber Tag frei, und du bist noch unschlüssig, welche Aktivitäten in der Chapada Diamantina sich lohnen? Fang hier an. Der Gipfel des Morro do Pai Inácio liegt auf 1.120 Metern, gut 250 Meter über der Ebene. Vom Tor bis nach oben brauchst du etwa 25 Minuten auf einem kurzen, steilen Pfad.

    Sonnenuntergang am Morro do Pai Inácio über den Tafelbergen und dem Tal, das die BR-242 durchschneidet, in der Chapada Diamantina

    Von oben hast du die Berge Camelo und Três Irmãos im Blick, dazu die ganze Breite des Tals, das die Fernstraße BR-242 durchschneidet. Komm kurz vor Sonnenuntergang und häng einen Wasserfall in der Nähe dran, etwa den Poço do Diabo.

    Gut zu wissen:

    • Ausgangsort: Lençóis oder Palmeiras, beide unter einer Autostunde entfernt.
    • Distanz: rund 500 Meter bergauf ab dem Parkplatz.
    • Schwierigkeit: leicht (der einzige Stopp dieser Liste, den auch Nicht-Wanderer schaffen).
    • Gebühr und Zeiten: kleine Gebühr am Tor (zuletzt R$ 12, prüfe das vor Ort); 9 bis 17 Uhr.

    Cachoeira da Fumacinha

    Fumacinha ist der härteste Einzeltag dieser Liste. Die Wände, die sich um den Wasserfall schließen, ragen fast 300 Meter auf. Das Projeto Cachoeiras Gigantes hat die Fallhöhe mit 210 Metern vermessen, deutlich mehr als die sonst genannten 100 Meter.

    Ein Wanderer steht auf einem Felsblock im geschlossenen Canyon der Cachoeira da Fumacinha, winzig vor fast 300 Meter hohen Wänden

    Der Weg führt 18 Kilometer hin und zurück durch das Flussbett. Los geht es an der Siedlung Baixão, die selbst 30 Kilometer Schotterpiste von Ibicoara entfernt liegt. Die ersten 3 Kilometer sind leicht, danach hüpfst du über Felsblöcke und packst mit den Händen zu.

    Ein in der Chapada Diamantina registrierter Guide ist Pflicht, denn in der Regenzeit wird der Fluss gefährlich.

    Gut zu wissen:

    • Ausgangsort: Ibicoara, dazu 30 km Schotterpiste bis zum Startpunkt.
    • Distanz: 18 km hin und zurück (3 bis 4 Stunden pro Richtung).
    • Schwierigkeit: schwer (ab Kilometer 3 Felsblöcke im Flussbett und Kletterpassagen).
    • Behalte die Vorhersage im Blick: in der Regenzeit starke Strömung, in den Trockenmonaten kann der Wasserfall deutlich weniger Wasser führen.

    👉 Mehr dazu: Chapada Diamantina Wasserfälle: die schönsten Trails und versteckten Highlights

    Cachoeira da Fumaça (von oben)

    Mit 340 Metern ist die Cachoeira da Fumaça der zweithöchste Wasserfall Brasiliens. Höher ist nur die Cachoeira da Neblina in Rio de Janeiro. Der Wind fängt das Wasser lange vor dem Aufprall und macht Sprühnebel daraus. Daher der Name: fumaça heißt Rauch.

    Die 340 Meter hohe Cachoeira da Fumaça von oben: Das Wasser zerstäubt zu Nebel, darüber ein Regenbogen über dem Tal

    Ab Vale do Capão sind es 12 Kilometer hin und zurück: erst 2 Kilometer steile Stufen, dann 4 Kilometer über unebenen Fels bis zum Aussichtspunkt. Unter den zugangsbeschränkten Wegen im Chapada-Diamantina-Nationalpark ist es der meistbegangene.

    Oben gibt es kein Becken, deshalb fahren die meisten Gruppen die 3 Kilometer weiter zur Cachoeira do Riachinho, wo du dich danach abkühlst.

    Gut zu wissen:

    • Ausgangsort: Vale do Capão, Gemeinde Palmeiras.
    • Distanz: 12 km hin und zurück (rund 5 Stunden).
    • Schwierigkeit: mittel (die ersten 2 km sind der gesamte Anstieg).
    • Zeitpunkt: Am Ende der Trockenzeit kann der Wasserfall komplett versiegen.

    👉 Mehr dazu: Chapada Diamantina: beste Reisezeit für Wanderungen und Wasserfälle

    Cachoeira da Fumaça (von unten)

    Derselbe Wasserfall, der Blick von der anderen Seite, eine völlig andere Reise. An den Fuß kommst du nur über eine 3-tägige Traverse zwischen Vale do Capão und Lençóis. Laufen kannst du sie in beide Richtungen, aber du zeltest wild und schleppst Proviant, Wasser und Ausrüstung selbst.

    Ein Trekker sitzt am Camp und blickt von unten auf die Cachoeira da Fumaça, auf der Überquerung zwischen Vale do Capão und Lençóis

    Dieser Trek gehört zu den Klassikern der Chapada Diamantina, und am Ende wartet ein Bad im natürlichen Becken direkt unter der hohen Felswand. Unterwegs geht es durch unberührten Wald, vorbei an Ruinen aus der Diamantenzeit und an zwei weiteren Wasserfällen: Capivara und Palmital.

    Toiletten gibt es auf der Strecke keine. Müll und Abfall nimmst du komplett wieder mit.

    Gut zu wissen:

    • Ausgangsorte: Vale do Capão und Lençóis, je einer an einem Ende.
    • Dauer: 3 Tage, wildes Camping, kein Nachschub unterwegs.
    • Schwierigkeit: schwer (volles Gepäck, Felspassagen, Flussquerungen).
    • Nimm mit: Zelt, Wasseraufbereitung, den gesamten Proviant und Müllbeutel.

    👉 Entdecke das Abenteuer: Chapada-Diamantina-Reise: 7 Tage voller Wasserfälle, Höhlen und Trails

    Poço Encantado und Poço Azul

    Von allen Aktivitäten in der Chapada Diamantina sind diese beiden gefluteten Höhlen die einfachsten und zugleich die ungewöhnlichsten.

    Poço Encantado bei Itaetê misst 110 × 70 Meter und ist über 60 Meter tief. Sein glasklares Wasser stammt aus einem nicht erneuerbaren Grundwasserleiter, deshalb ist Schwimmen verboten. Vom 1. April bis 10. September (am stärksten im Juni und Juli) fällt zwischen 10 und 13:30 Uhr Sonnenlicht durch eine Felsöffnung auf den See.

    Ein Sonnenstrahl fällt auf das blaue Wasser des Poço Encantado in der Höhlenhalle bei Itaetê

    Poço Azul in Nova Redenção hat fließendes Wasser, deshalb darfst du hier mit Schwimmweste treiben. Der Ort ist außerdem eine Fossilfundstelle: Taucher bargen ein fast vollständiges Skelett von Eremotherium laurillardi, einem Riesenfaultier von bis zu 6 Metern Länge und rund 5 Tonnen Gewicht, ausgestorben vor etwa 11.000 Jahren. Der erste Schädel kam 1995 ans Licht.

    Eine Besucherin treibt auf dem Rücken im blauen Wasser des Poço Azul, die Höhlenwände spiegeln sich im Becken, in Nova Redenção

    Gut zu wissen:

    • Ausgangsorte: Itaetê (Poço Encantado) und Nova Redenção (Poço Azul), eine Stunde auseinander.
    • Distanz: Poço Encantado liegt 140 km von Lençóis entfernt, erreichbar über Schotterpiste.
    • Gebühren: Beide liegen auf Privatgrund und kassieren vor Ort.
    • Bestes Licht: April bis September, zwischen 10 und 13:30 Uhr.

    👉 Mehr dazu: 10 Fakten über die Chapada Diamantina in Brasilien

    Cachoeira do Mixila

    Der 80 Meter hohe Mixila liegt tief im Canyon des Rio Capivari, der sich an der engsten Stelle auf 4 Meter Breite verjüngt. Von der Gegend um Lençóis aus folgst du dem Flussbett, steigst über Felsblöcke und durchschwimmst zwei Becken. Den Rucksack lässt du dabei auf den Steinen zurück.

    Eine Schwimmerin auf einer Luftmatratze reckt die Arme am Fuß der 80 Meter hohen Cachoeira do Mixila im Capivari-Canyon
    Foto: @nairaferreiraa

    Als Tageswanderung ist die Tour brutal und nur etwas für sehr fitte Wanderer: rund 25 Kilometer hin und zurück, dazu 9 Kilometer Anfahrt, die du besser mit Allrad fährst. Mit einer Übernachtung wird eine deutlich bessere Tour daraus, und unterwegs nimmst du noch die Wasserfälle Capivari und Poção mit.

    Gut zu wissen:

    • Ausgangsort: Lençóis.
    • Distanz: rund 25 km hin und zurück.
    • Schwierigkeit: schwer (4 bis 5 Stunden am ersten Tag, 6 bis 7 am zweiten).
    • Schwimmen inklusive: Zwei Becken musst du durchqueren, pack also wasserdichte Packsäcke ein.

    Cachoeira do Sossego

    Sossego fällt rund 20 Meter über eine gestufte Wand in einen Canyon. Unten liegt ein Becken, breit genug zum Durchschwimmen, ringsum flacher Fels zum Trocknen. Von Lençóis, Bahia, sind es 12 Kilometer hin und zurück mit 463 Höhenmetern, normalerweise an einem Tag zu schaffen.

    Ein Reisender mit Strohhut sitzt auf dem Fels über dem Becken der Cachoeira do Sossego, 12 Kilometer von Lençóis entfernt

    Das letzte Stück verläuft durch das Flussbett über große Felsblöcke, samt einer Passage unter einem überhängenden Vorsprung, die du nur bei niedrigem Wasserstand angehen solltest. Nach langem Regen lässt du die Route besser aus: Der Fluss steigt schnell und die Steine werden extrem rutschig.

    Gut zu wissen:

    • Ausgangsort: Lençóis.
    • Distanz: 12 km hin und zurück (463 Höhenmeter).
    • Schwierigkeit: für die Distanz schwer (an den Felsblock-Passagen verlierst du die Zeit).
    • Geh nicht hin: nach mehreren Regentagen am Stück.

    👉 Mehr dazu: Wandern in der Chapada Diamantina: die 5 besten Touren, Wasserfälle und Distanzen

    Höhle Lapa Doce und Pratinha

    Lapa Doce in Iraquara gehört zu einem Höhlensystem von 42 Kilometern Länge, von dem 850 Meter für Besucher offen sind. Das sind rund 1,5 Stunden unter Tage zwischen Stalaktiten, Stalagmiten und Kalksteinvorhängen. Mit mehr als zehn Eingängen ist sie die meistbesuchte Höhle der Gemeinde.

    Besucher mit Stirnlampen neben einer riesigen Stalagmitensäule in der Halle der Lapa-Doce-Höhle in Iraquara

    Der Besuch beginnt mit einem steilen Abstieg über Treppen und bleibt danach leicht, deshalb schafft ihn fast jeder. Die meisten hängen Pratinha dran, nur Minuten entfernt: Dort tritt ein klarer Fluss direkt aus einem Höhlenmund, und du kannst treiben, schnorcheln oder die Seilrutsche nehmen. Beide kassieren vor Ort.

    Eine Schnorchlerin im klaren türkisfarbenen Wasser der Pratinha, unter der geschichteten Kalksteinwand und zwischen den Seerosenblättern

    Gut zu wissen:

    • Ausgangsort: Iraquara, rund 1,5 Autostunden von Lençóis.
    • Distanz: 850 Meter unter Tage (rund 1,5 Stunden).
    • Schwierigkeit: leicht (nach den Treppen am Eingang).
    • Guide: in der Lapa Doce Pflicht; die Gebühren zahlst du an beiden Stopps vor Ort.

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  • Schwimmende Öko-Lodge am Rio Negro im Amazonas, vom Boot aus bei Sonnenaufgang gesehen

    Unterwegs im Amazonas: Ericas Abenteuer in einer schwimmenden Lodge in Brasilien

    Unterwegs im Amazonas: Ericas Abenteuer in einer schwimmenden Lodge in Brasilien

    Eine Reisende, zwei Freundinnen und ein überraschend intensiver Einstieg in den größten tropischen Regenwald der Welt

    Manche Reisen beginnen mit einem Ort, diese begann mit einem Termin. Erica L., 41, arbeitet in den USA als Research-Analystin. Als eine Freundin ihre Hochzeit in Rio de Janeiro ansetzte, war für Erica klar: die perfekte Gelegenheit, die Reise zu verlängern. Wenn sie schon den ganzen Weg nach Brasilien fliegt, wollte sie mehr davon sehen.

    Zusammen mit zwei Freundinnen brach sie zu einer Reise ins Amazonasgebiet auf, die sie so schnell nicht vergisst. Übernachtet hat sie in einem autarken Hotel mit 6 Suiten, das auf dem Fluss schwimmt, mit dem Wasserstand steigt und fällt und das ganze Jahr über mit sauberer Energie läuft.

    Luftaufnahme eines dunklen Flusses, der sich durch den Amazonas-Regenwald in Brasilien schlängelt

    Erica und ihre Freundinnen fuhren auf einer 3-tägigen Amazonas-Dschungeltour ab Manaus in den Regenwald, organisiert und begleitet vom Team von PlanetaEXO und von lokalen Guides. Hier erzählen wir ihre Geschichte, damit du siehst, wie sich Natur wirklich anfühlt: besondere Tierbegegnungen, Kontakt zu den Menschen vor Ort und viel mehr Komfort, als sie erwartet hatte. Lies selbst!

    Eine Reiseverlängerung, die alle Erwartungen übertraf

    Als Erica die Tour buchte, waren ihre Erwartungen schon hoch. Sie hatte das Programm von PlanetaEXO gelesen und Fotos gesehen, doch die Wirklichkeit übertraf alles. Das Team der Lodge hat sich weit über das Übliche hinaus für uns eingesetzt. Sie waren so herzlich und nett zu uns“, erinnert sie sich.

    Am meisten überraschte sie das Maß an Komfort. Sie hatte mit einer harten Expedition und mit Mücken gerechnet (ihren Freundinnen hielt sie vorher sogar eine kleine Standpauke zum Thema Mückenspray), und dann kam genau das Gegenteil.

    Die schwimmende Lodge hat eine schöne Dachterrasse zum Sternegucken und einen einladenden Pool. „Es war alles sehr gut machbar und bequem. Die Bootsfahrten waren ruhig und dauerten höchstens 3 Stunden, und das Team hat immer darauf geachtet, was die Gruppe gerade braucht.“

    Reisende bei einer Bootsfahrt auf dem Rio Negro während einer 3-tägigen Amazonas-Tour ab Manaus

    👉 Mehr lesen: Die besten Amazonas-Lodges in Brasilien

    Gastfreundschaft am Amazonas und Blick fürs Detail

    Mit Ernährungseinschränkungen zu reisen kann schwierig werden, gerade in abgelegenen Gegenden. Erica ist Vegetarierin, ihre beiden Freundinnen leben vegan. „Ehrlich gesagt hatte ich ein bisschen Angst, dass sie verhungern, weil das keine sehr verbreitete Ernährung ist.“

    Das Team der Lodge lief dann zu Hochform auf. Zu jeder einzelnen Mahlzeit gab es eigens zubereitete vegane Hauptgerichte und Desserts aus lokalem Gemüse und lokalen Zutaten, ganz im Sinne dessen, wofür die Lodge bei Nachhaltigkeit und Umweltschutz steht.

    Suite der schwimmenden Lodge im Amazonas mit Flussblick, Hängematte auf der Terrasse und Fernglas auf dem Bett

    👉 Mehr lesen: Amazonas-Küche: 7 typische Gerichte aus Brasilien

    Der Guide, der den Wald liest

    In einem Wald ohne Schilder und mit Flüssen, die sich je nach Saison verschieben, hängt alles am Guide. Ericas Guides, Tyson und Josephine, haben bei ihr einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

    Tyson kannte die Region so gut, dass er den Bootsführer während einer Tour warnte: Das sei das letzte Mal, dass sie diese eine Route nehmen könnten, weil der Wasserstand gefallen war und es bald zu riskant würde. „Es war völlig verrückt für mich, mir vorzustellen, wie gut man ein Gelände kennen muss, um so etwas zu wissen. Mein Gehirn hat dieses Wissen über gar nichts“, scherzte Erica, beeindruckt von so viel Können.

    Die Gastfreundschaft war genauso stark. Als Tyson erfuhr, dass am nächsten Tag eine französische Familie anreisen würde, blieb er bis 3 Uhr morgens wach, um ein paar Brocken Französisch zu lernen und sie bestmöglich zu begrüßen.

    Eine weitere Überraschung war die Herkunft des Teams. „Mir war nicht klar, dass das gesamte Personal aus den indigenen Gemeinschaften vor Ort kommt“, gibt sie zu. „Schon das allein ist einer der schönsten Teile der Reise. [Das Team] war so warmherzig und freundlich. Das war die gastfreundlichste Unterkunft, die ich je auf einer Reise erlebt habe.“

    Gruppe auf einem Regenwaldpfad mit einem lokalen Guide während einer Amazonas-Dschungeltour

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    Tierbegegnungen, die im Kopf bleiben

    Die Gruppe angelte Piranhas und sah Faultiere, Kaimane, viele Vögel und zwei Affenarten, doch die Show stahlen die Amazonasdelfine.

    „Tyson sagte zu uns: ‚Ich glaube, ihr seht nicht nur Delfine, ich glaube, ihr seht ganze Delfinschwärme.‘ Und wir sind rausgefahren und haben genau das gesehen! Es war unglaublich. Sie haben gejagt, sind aus dem Wasser gesprungen und kamen ganz nah ans Boot“, erinnert sich Erica begeistert. Die Sichtungen kamen oft genug, dass alle sie filmen konnten.

    Amazonas-Flussdelfin, der knapp unter der Wasseroberfläche des Rio Negro schwimmt

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    Ist eine Reise in den Amazonas sicher? Ericas ehrliche Antwort

    Sicherheit beschäftigt fast alle, die zum ersten Mal nach Brasilien reisen. Erica fühlte sich zu 100 % sicher. Vor der Reise hatte sie den PlanetaEXO-Blogbeitrag über Sicherheit in Manaus gelesen und vernünftige Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

    „Ich wusste, dass ich ernst nehmen muss, was ich da lese. Wir sind immer Uber Black gefahren, und ich war sehr vorsichtig damit, wie lange wir abends unterwegs waren. Ich will nicht abenteuerlustiger sein, als ich es an einem Ort wäre, den ich besser kenne, also hatte ich keinerlei Probleme [nirgendwo in Brasilien]“, erzählt sie.

    Auch die Sprache war kein Hindernis. Ericas Grundkenntnisse in Spanisch reichten, weil es dem Portugiesischen ähnelt. In der Lodge führte sie ganze Gespräche auf Spanisch mit dem Koch und dem Barkeeper. „Alle waren sehr geduldig und nett.“

    Ericas Tipps für alle, die zum ersten Mal fahren

    Nach ihrer Reise hat Erica drei praktische Tipps für alle, die den Amazonas planen:

    Nimm kleine Scheine fürs Trinkgeld mit

    Erica hätte gern mehr Reais (die Landeswährung) in bar dabei gehabt, um den vielen Leuten im Team (Guides, Bootsführern und Lodge-Personal) einzeln Trinkgeld zu geben, die sie so außergewöhnlich gut betreut haben. „Mir war nicht klar, wie zuvorkommend und intensiv der Service sein würde.“ Es waren mindestens fünf Personen, denen sie einzeln etwas geben wollte.

    Gut zu wissen: Die Trinkgeldkultur in Brasilien ist anders als in den USA, weil der Service oft schon auf der Rechnung steht und das Personal nicht damit rechnet. Es freut, ist aber nie Pflicht. Wenn du Trinkgeld geben möchtest, nimm kleine Scheine in Reais mit.

    Denk an Spenden für die Gemeinden

    Auf der Reise besuchte die Gruppe eine beeindruckende Dorfschule, in der die Kinder mehrere Sprachen lernen. Hätte sie vorher gewusst, dass manche Gemeinden Spenden annehmen, hätte sie gern Schulmaterial mitgebracht.

    „Ich würde mir nie anmaßen, so etwas einfach zu tun, weil es komisch werden kann, wenn man Geschenke anbietet, von denen niemand gesagt hat, dass sie in Ordnung sind“, sagt sie. Erica empfiehlt, vorher zu fragen, ob es eine Möglichkeit gibt, die besuchten Gemeinden zu unterstützen.

    Pack auch legere Resort-Kleidung ein

    Erica hatte sich auf eine „extreme“ Dschungelexpedition vorbereitet, dabei war die Stimmung in der Lodge sehr angenehm. „Reisende sollten ruhig mehr Resort-Kleidung oder legere Sachen für die Zeit in der Lodge einpacken“, rät sie.

    Schwimmende Öko-Lodge mit roten Dächern, die sich im Rio Negro im brasilianischen Amazonas spiegelt

    👉 Mehr lesen: Beste Reisezeit Amazonas: Wann du den Regenwald in Brasilien besuchen solltest

    Nächste Pläne: das Pantanal

    Eine Reise war ihr nicht genug. Brasilien hat sie überzeugt, und sie denkt schon an die nächste. Das nächste Ziel? Das Pantanal.

    Als großer Tierfan (der es in Rio de Janeiro nicht geschafft hat, Wasserschweine zu sehen!) träumt sie schon davon, in die Region zu fahren und die Jaguare zu sehen.

    Jaguarmutter, die ihr Junges putzt, in Brasilien

    👉 Mehr lesen: Wo man im Pantanal Jaguare sieht

    Entdecke den Amazonas mit PlanetaEXO

    Jetzt, wo du den Amazonas mit Ericas Augen gesehen hast, weißt du, was diese Reise dir abverlangt (sehr wenig) und was sie zurückgibt: spontane Tierbegegnungen, aufmerksame Guides, die den Fluss lesen wie eine Karte, Gastfreundschaft auf hohem Niveau und große Naturlandschaften.

    PlanetaEXO ist eine Ökotourismus-Plattform, spezialisiert auf Amazonas-Touren in Brasilien. Wir arbeiten mit den besten Anbietern zusammen und übernehmen die Logistik (Transfers, Lodges, Mahlzeiten und Route), damit du dich nur noch auf die Reise konzentrieren musst. Schreib uns jetzt!

  • Jalapão State Park, Brasilien: dein kompletter Reiseführer

    Jalapão State Park, Brasilien: dein kompletter Reiseführer

    Anreise, beste Reisezeit, was die fervedouros wirklich sind, wie viele Tage du brauchst und was eine Reise ins Jalapão in Brasilien kostet

    Der Jalapão State Park liegt ganz im Osten von Tocantins, mitten im Cerrado, der größten Savanne Südamerikas. Sie bedeckt 2.036.448 km², das sind 22 % Brasiliens, und beherbergt mehr als 12.000 Pflanzenarten. Der Park selbst schützt Dünen, Sandsteinplateaus, Wasserfälle und Becken, die von Quellen gespeist werden.

    Was das Jalapão von anderen brasilianischen Parks unterscheidet, ist das Wasser. In den fervedouros drückt Grundwasser von unten durch den Sand nach oben, und du treibst an der Oberfläche, statt einzusinken. Im nahen Rio Novo lebt außerdem eine von nur drei bekannten Populationen des Brasilianischen Sägers, einer Ente, von der weltweit weniger als 250 Exemplare übrig sind.

    Du willst wissen, wann du am besten fährst, wie viele Tage du brauchst und was so eine Reise am Ende kostet? PlanetaEXO, eine auf Reisen ins Jalapão spezialisierte Ökotourismus-Plattform, hat diesen Reiseführer zusammengestellt, damit du jede Etappe in Ruhe planen kannst. Schau ihn dir unten an!

    Was dich in diesem Reiseführer erwartet:

    1. Über den Jalapão State Park
    2. Wo liegt Jalapão?
    3. Wie kommt man nach Jalapão?
    4. Wann ist die beste Reisezeit für Jalapão?
    5. Was kannst du im Jalapão State Park machen?
    6. Wie viele Tage brauchst du im Jalapão?
    7. Brauchst du einen Guide für Jalapão?
    8. Was kostet eine Reise nach Jalapão?
    9. Was du nach Jalapão mitnehmen solltest
    10. Lohnt sich eine Reise nach Jalapão in Brasilien?
    Luftaufnahme eines türkisfarbenen Fervedouro, umgeben von Buriti-Palmen im Jalapão State Park, Tocantins
    Foto: Lucas Guerra

    Über den Jalapão State Park

    Der Jalapão State Park wurde am 12. Januar 2001 gegründet. Online taucht er oft als „Jalapão Nationalpark“ auf, tatsächlich ist er aber ein Landespark: Parque Estadual do Jalapão, verwaltet von Naturatins, der Umweltbehörde des Bundesstaats Tocantins. Auf 158.970 Hektar (1.590 km²) verteilen sich Wasserfälle, Dünenfelder, Canyons und Sandsteinformationen, dazu die Quellen der fervedouros, die natürliche Becken bilden.

    Die gesamte Jalapão-Region kommt auf rund 34.000 km², fast die Fläche der Schweiz, und der Park ist davon nur ein Stück. Gleich nebenan schützt die Ökologische Station Serra Geral do Tocantins weitere 716.306 Hektar, verwaltet vom Chico-Mendes-Institut für den Erhalt der Biodiversität. Zusammen mit den angrenzenden Schutzgebieten in Bahia, Piauí und Maranhão bilden sie das größte zusammenhängende Cerrado-Schutzgebiet Brasiliens.

    Noch älter als all das ist der Sandstein unter deinen Füßen. Die Gesteine gehören zur Urucuia-Gruppe und stammen aus der Kreidezeit. Geologen lesen darin alte Dünenfelder, denn hier lag eine Wüste, kein Meer. Genau dieser poröse Sandstein speichert bis heute das Grundwasser und gibt es langsam wieder ab, an die Quellen, Flüsse und Wasserfälle, für die du herkommst.

    Die Region ist außerdem ein Zentrum für nachhaltiges Kunsthandwerk rund um capim-dourado (Goldgras) und die Fasern der Buriti-Palme. Die Ernte ist streng geregelt: Nach der Naturatins-Verordnung 362/2007 darf Goldgras nur zwischen dem 20. September und dem 30. November gesammelt werden, und nur von registrierten Sammlerinnen und Sammlern, die die Blüten auf dem Boden verstreuen, damit sich die Pflanze wieder aussät. Das Landesgesetz 3.594/2019 regelt den Rest der Produktionskette.

    Wo liegt Jalapão?

    Der Jalapão State Park liegt im Osten von Tocantins, rund 300 Kilometer von Palmas entfernt, der Hauptstadt des Bundesstaats. Die Region verteilt sich über mehrere Gemeinden, darunter Ponte Alta do Tocantins, Mateiros und São Félix do Tocantins. Den Horizont beherrscht die Serra do Espírito Santo, ein flacher Höhenzug, der rund 900 Meter erreicht.

    „Abgelegen“ ist hier keine Floskel. Mateiros, das Haupttor zum Park, zählte beim Zensus 2022 genau 2.748 Einwohner auf 9.589 km², also 0,29 Menschen pro km², so das Statistikamt IBGE. Genau diese Abgeschiedenheit hat die Landschaft intakt gehalten, und sie ist auch der Grund, warum die praktischen Hinweise im weiteren Verlauf dieses Reiseführers hier mehr zählen als anderswo.

    Wie kommt man nach Jalapão?

    Die Anreise läuft fast immer über Palmas, dort liegt der nächstgelegene Flughafen, Brigadeiro Lysias Rodrigues (PMW). Drei Airlines fliegen ihn an (Gol, Azul und LATAM), mit rund 240 Abflügen pro Monat auf Direktverbindungen unter anderem nach São Paulo, Brasília und Belo Horizonte.

    Ab Palmas rechnest du mit mindestens 4 Stunden Fahrt bis Mateiros oder São Félix do Tocantins, den beiden Orten, die die meisten Reisenden als Basis nutzen. Ein Geländewagen ist keine Option, sondern Pflicht: Einzelne Abschnitte der Straßen TO-030, TO-110 und TO-247 sind zwar asphaltiert, große Teile der Strecke bleiben aber unbefestigte Piste oder weicher Sand, dazu kommt eine sehr spärliche Beschilderung.

    Gut zu wissen: Jalapão bereist man als Rundreise, nicht als Hin- und Rückfahrt. Auf der Karte des Jalapão liegen die Ziele über die ganze Region verstreut, deshalb führen die Routen meist auf der einen Seite hinein und auf der anderen wieder hinaus.

    Die meisten Reisen starten und enden in Palmas. Bei jeder Jalapão-Reise von PlanetaEXO sind die Transfers inbegriffen, du musst dich also nicht mit unbeschilderten Sandpisten herumschlagen und kannst die Fahrt einfach genießen.

    Rote Sandpiste durch den Cerrado auf dem Weg zum Jalapão State Park, mit einem Tafelberg am Horizont

    Wann ist die beste Reisezeit für Jalapão?

    Besuchen kannst du Jalapão das ganze Jahr über, ideal ist aber die Trockenzeit von Mai bis September: kaum Regen, klarer Himmel, verlässliche Pisten. Am schönsten ist der Mai, wenn der Cerrado nach den letzten Regenfällen noch grün steht und die Luft feucht ist. Richtung September wird es trockener und staubiger, dafür werden die Sonnenuntergänge besser.

    Die Regenzeit läuft von Oktober bis April. Gewitter machen die Sandpisten dann fast unpassierbar, und Tiere lassen sich schwerer entdecken. Der nasseste Monat ist der Januar mit durchschnittlich rund 255 mm Regen.

    Kalt wird es nie. Für das Klima im Jalapão liefert Mateiros die Referenzwerte: ein Jahresdurchschnitt von 25,1 °C und rund 1.372 mm Niederschlag pro Jahr. Die Schwankungen bleiben das ganze Jahr klein, mit Höchstwerten zwischen 30 °C und 34 °C und Tiefstwerten zwischen 15 °C und 20 °C.

    Der Unterschied zwischen den Jahreszeiten ist vor allem eine Frage der Landschaft: grüne Vegetation und volle Wasserfälle in den nassen Monaten, einfachere Anfahrt und klareres Licht in den trockenen.

    Goldene Dünen von Jalapão bei Sonnenuntergang, dahinter der Tafelberg Serra do Espírito Santo

    Zeitraum Regen Was das für deine Reise bedeutet
    Mai bis Juni Sehr wenig Grüne Vegetation, volle Flüsse, bequemes Fahren. Insgesamt am ausgewogensten.
    Juli bis September Fast keiner Trockenste Luft, staubigste Pisten, beste Sonnenuntergänge. Hochsaison, also früh buchen.
    Oktober bis Dezember Nimmt zu Die Gewitter kommen zurück, die Landschaft wird grün, weniger Besucher.
    Januar bis April Am höchsten (≈255 mm im Januar) Manche Pisten sind dann nicht befahrbar, einzelne Ziele schwer zu erreichen.

    Luftaufnahme der Cachoeira da Velha, des breiten Wasserfalls im Rio Novo in Jalapão

    Wie ist das Wetter gerade in Jalapão, Tocantins?

    Wirf einen Blick darauf, wie das Wetter im Jalapão State Park gerade ist.

    Was kannst du im Jalapão State Park machen?

    Jalapão bietet eine ganze Bandbreite an Routen und Aktivitäten für Natur- und Abenteuerreisende, von Wanderungen und Rafting bis zum Treiben in Quellbecken und Besuchen in quilombola-Gemeinden. Deine Route baust du um diese Sehenswürdigkeiten im Jalapão herum.

    Treiben in den fervedouros

    Die fervedouros im Jalapão sind für die meisten Reisenden der Grund, überhaupt herzukommen. Wasser steigt durch eine Spalte im Sandstein auf und drückt durch ein Sandbett nach oben, sodass die Körner dauerhaft in der Schwebe bleiben. Es gibt also keinen festen Grund zum Stehen, und die Strömung von unten hält dich an der Oberfläche.

    Mit Salz oder der Dichte des Wassers hat das nichts zu tun, und ein vergleichbares Phänomen ist bisher nirgendwo sonst dokumentiert. Die meisten dieser Becken sind nur 1 bis 2 Meter tief, und trotzdem erreichst du den Boden dort nicht, wo die Quelle austritt.

    Am bekanntesten sind Fervedouro do Soninho, Ceiça, Buritizinho und Bela Vista. Bela Vista ist der breiteste der Region und der einzige mit Restaurant und Unterkunft direkt vor Ort.

    Mehrere fervedouros arbeiten inzwischen mit festen Zeitfenstern und begrenzen, wie viele Leute gleichzeitig im Wasser sein dürfen. Dein Guide plant sie deshalb meist früh am Morgen oder spät am Tag ein.

    Rafting auf dem Rio Novo

    Mehr Adrenalin bringt das Rafting im Jalapão auf dem Rio Novo, durch Stromschnellen der Klassen III und IV. Im selben Fluss lebt eine der letzten Populationen des Brasilianischen Sägers (Mergus octosetaceus), von der IUCN als vom Aussterben bedroht eingestuft, mit weltweit weniger als 250 Individuen. Auf den ruhigen Abschnitten wird die Abfahrt also nebenbei zur Vogelbeobachtung. Unterwegs gibt es meist einen Stopp an einem der Sandstrände am Fluss.

    Vier Reisende in einem orangefarbenen Schlauchboot in den Stromschnellen des Rio Novo in Jalapão

    Die Wasserfälle im Jalapão

    Die Cachoeira da Formiga fällt in ein Becken mit grünem Wasser, klar genug, um bis auf den Grund zu sehen. Das ist die einfachste Badestelle im Park.

    Die Cachoeira da Velha am Rio Novo ist das Gegenteil: eine breite Kaskade mit enormem Volumen, die du anschaust, statt darin zu schwimmen, und der Startpunkt für die meisten Rafting-Abfahrten.

    Schwimmer unter Wasser im klaren, türkisfarbenen Wasser der Cachoeira da Formiga in Jalapão
    Foto: @viagemnarelacao

    Wanderwege, Dünen und Sonnenaufgänge

    Starte früh in den Tag und sieh dir den Sonnenaufgang von der Serra do Espírito Santo an, einem Sandsteinkamm von knapp 900 Metern. Den Tag schließt du an den Jalapão-Dünen ab, dem einzigen Dünenfeld im brasilianischen Cerrado, mit Kämmen von bis zu 40 Metern Höhe.

    Der Sand dafür stammt von der Serra selbst. Der Wind trägt ihn ab und lagert ihn seit Jahrtausenden an derselben Stelle wieder ab.

    Wandergruppe auf einem Pfad aus rotem Fels durch den Cerrado im Jalapão State Park

    Die Gemeinden vor Ort

    Mumbuca, eine quilombola-Gemeinde in Mateiros, ist der Ursprungsort des Goldgras-Handwerks, von dem heute Dutzende Familien in der Region leben. Ein Besuch führt meist durch die Werkstätten, dazu kommen ein selbst gekochtes Essen und die Geschichte, wie die Ernte reguliert wurde.

    Rund 54 Familien nehmen an der jährlichen Ernte teil, die die Gemeinde mit der Festa da Colheita do Capim Dourado feiert.

    👉 Mehr dazu: Was tun in Jalapão?

    Wie viele Tage brauchst du im Jalapão?

    Vier Tage sind das praktische Minimum. Der Park ist groß, die Sehenswürdigkeiten liegen weit auseinander, und jede Basis erschließt andere davon, von Ponte Alta über Mateiros bis São Félix do Tocantins. In diesem Zeitfenster siehst du die Höhepunkte, ohne die halbe Reise im Auto zu verbringen.

    Wie viele Tage im Jalapão realistisch sind, entscheiden am Ende die Fahrzeiten. Bis zu einem der Ausgangsorte sind es ab Palmas mindestens 4 Stunden, und die Wege zwischen den Zielen innerhalb der Region dauern länger, als die Karte vermuten lässt. Wird der Plan knapp, geht genau diese Fahrzeit von deiner Zeit vor Ort ab.

    Mit fünf oder sechs Tagen wird daraus eine andere Reise. Die zusätzlichen Tage bringen längere Wanderungen, Ziele abseits der Hauptroute, ruhige Vormittage an den fervedouros, bevor die Tagesgruppen ankommen, und echte Zeit mit den Gemeinden vor Ort.

    Sonnenuntergang über dem Cerrado in Jalapão, mit Buriti-Palmen als Silhouetten vor orangem Himmel

    Brauchst du einen Guide für Jalapão?

    Pflicht ist er nicht, aber mit professioneller Begleitung fährst du deutlich besser. Die Pisten bestehen aus Sand und Erde und sind nur mit Geländewagen befahrbar, Schilder gibt es so gut wie keine. Bei einer Bevölkerungsdichte von 0,29 Menschen pro km² in Mateiros kannst du stundenlang fahren, ohne jemanden zu treffen, den du nach dem Weg fragen könntest.

    Eine geführte Reise regelt außerdem die Logistik, die sich von außen kaum organisieren lässt: Transport ab Palmas und zurück, die passende Uhrzeit für jeden fervedouro, Genehmigungen und Zugang für die Gemeindebesuche, dazu Hilfe, wenn eine Piste weggespült ist. Das hält deine Spuren an den Orten klein und bringt Einkommen in die Gemeinden, die sie pflegen.

    Ein Guide hilft einem Reisenden beim Aufstieg über eine Leiter an einer Felswand im Jalapão State Park

    Was kostet eine Reise nach Jalapão?

    Die Kosten für das Jalapão hängen von der Länge der Route ab, von der Größe deiner Gruppe und davon, welche Aktivitäten du dazubuchst.

    Bei PlanetaEXO beginnen die Tarife vor Ort bei 560 € pro Person für den Aufenthalt von 4 Tagen ab Palmas, 730 € für das Abenteuer von 5 Tagen und 990 € für die Wanderung von 6 Tagen.

    Darin enthalten sind ein professioneller Guide, die Unterkunft, Frühstück und Mittagessen, sämtliche Transporte während der Reise und die Eintritte zu den Zielen auf dem Programm. Pro Person sinkt der Preis, je größer die Gruppe wird, und im Juli steigt er (Hauptreisemonat). Dieselbe Route kann also je nach Termin und Teilnehmerzahl um mehr als 30 % schwanken.

    Einen Punkt planst du besser früh ein: Manche Aktivitäten laufen als Zusatzoption, darunter der Sonnenaufgang an der Serra do Espírito Santo und das Rafting auf dem Rio Novo. Entscheide dich vor der Reise, denn beides verändert den Preis und den Ablauf deiner Tage.

    👉 Entdecke die Abenteuer:

    Reisender sitzt bei Sonnenaufgang auf einer Sandsteinklippe und blickt über die Cerrado-Ebene in Jalapão

    Was du nach Jalapão mitnehmen solltest

    Pack passend zu deiner Route, denn Wandertage, Wasserfälle und Rafting verlangen jeweils andere Ausrüstung. Das empfehlen wir allen Reisenden:

    • Langarmshirt mit UV-Schutz
    • Wanderhose (leichte Hose oder Leggings)
    • Wanderschuhe oder bequeme Sneaker mit gutem Grip
    • Wasserschuhe oder ein zweites Paar Sneaker, das fürs Rafting nass werden darf
    • Sonnencreme und Insektenschutzmittel
    • Hut oder Cap
    • Sonnenbrille
    • Trinkflasche oder Feldflasche
    • Tagesrucksack bis 20 Liter für die Wanderungen
    • Leichte Jacke für die kühleren Nächte von Mai bis September, wenn die Tiefstwerte 15 °C erreichen
    • Regenjacke zwischen Oktober und April, wenn es von Dezember bis März am stärksten regnet
    • Leichte Kleidung und Badesachen

    Reisende mit Tagesrucksäcken und Sonnenhüten an einem Aussichtspunkt über dem Cerrado in Jalapão

    Lohnt sich eine Reise nach Jalapão in Brasilien?

    Der Jalapão State Park lohnt sich auf jeden Fall! Nur wenige Orte haben so viel so nah beieinander: Dünenfelder, Stromschnellen der Klasse IV, klare Wasserfälle und ein Quellphänomen, das sonst nirgendwo dokumentiert ist, alles wenige Autostunden voneinander entfernt. Und das mitten im besterhaltenen Cerrado-Block Brasiliens.

    Dazu kommen die quilombola-Gemeinden und das Goldgras-Handwerk, und daraus wird eine Reise mit genauso viel Kultur wie Natur.

    Besucher vor zwei hohen Wasserfällen, die in eine rote Sandsteinschlucht in Jalapão stürzen

    Bereit für den Jalapão State Park?

    Jetzt weißt du, wann du am besten nach Jalapão fährst, wie du hinkommst und wie viele Tage du dafür brauchst. Bleibt nur noch, deine Route auszuwählen.

    PlanetaEXO ist eine auf Reisen ins Jalapão spezialisierte Ökotourismus-Plattform. Gemeinsam mit den besten lokalen Anbietern und Guides in Tocantins kümmern wir uns um Geländewagen, Unterkunft und Zeitplanung, damit du dich ganz auf die Landschaft konzentrieren kannst. Kontaktiere uns jetzt!

  • Luftaufnahme der Iguazu-Wasserfälle bei Sonnenuntergang, mit Dutzenden Kaskaden mitten im Atlantischen Regenwald, Brasilien.

    Iguazu Wasserfälle Fakten: 10 Dinge, die du über das Naturwunder noch nicht wusstest

    Vom Guaraní-Namen hinter dem Wasser bis zur Lava, die die Schlucht aufgerissen hat: Hier kommen 10 Fakten über die Iguazu-Wasserfälle, eines der beeindruckendsten Wasserfallsysteme der Welt

    Der Iguazu entspringt im Küstengebirge Serra do Mar bei Curitiba und dreht dem Atlantik dann den Rücken zu. 1.320 Kilometer weit fließt er nach Westen, quer durch den Bundesstaat Paraná. Wo liegen die Iguazu-Wasserfälle? Wenige Kilometer vor der Mündung in den Paraná, genau dort, wo Brasilien, Argentinien und Paraguay aufeinandertreffen, kippt er über die Kante eines Basaltplateaus. Dieser Sturz trägt einen Namen: Iguazu-Wasserfälle.

    Die Grenze läuft mitten hindurch, und sie teilt ungleich. Fast auf seiner gesamten Länge fließt der Fluss durch brasilianisches Gebiet, zur Grenze wird er erst kurz vor dem Ende. Genau dort verteilen sich die Iguazu-Wasserfälle auf die Länder: knapp 80 % der Fälle liegen in Argentinien, rund 20 % bleiben bei Brasilien.

    Iguazu-Wasserfälle von einem Aussichtspunkt im Wald aus, unter den schweren Gewitterwolken der Regenzeit, Brasilien.
    Photo: Gaborsz

    Auf der argentinischen Seite stehen die meisten Kaskaden, von der brasilianischen aus siehst du das große Panorama. Das weiß fast jeder. Was gibt es sonst noch Wissenswertes über die Iguazu-Wasserfälle, das so ein berühmter Ort einfach für sich behält?

    PlanetaEXO, Ökotourismus-Plattform mit Schwerpunkt auf Touren zu den Iguazú-Wasserfällen, hat für dich 10 Iguazu-Fakten zusammengestellt. Schau sie dir unten an!

    1. Die Bedeutung von Iguazu: „großes Wasser“ in der Sprache der Guaraní

    „y“ heißt bei den Guaraní Wasser, „guasu“ heißt groß. Zusammengesetzt ergibt das Iguaçu: großes Wasser. Wer hier lebte, lange bevor es Karten gab, beschrieb den Fluss in zwei Silben und kam dabei ohne ein einziges Adjektiv aus.

    Die Schreibweise wechselt mit der Grenze: Iguaçu auf Portugiesisch, Iguazú auf Spanisch, Iguassu in älteren englischen Texten. Die Bedeutung bleibt in jeder Sprache dieselbe.

    Eine Frau blickt auf die Iguazu-Wasserfälle, in deren Gischt sich ein Regenbogen bildet, Brasilien.
    Photo: Thiago Rocha

    2. Die Iguazu-Legende: Bei den Kaingang ist der Wasserfall eine Wunde in der Erde

    Eine Sage der Kaingang führt die Entstehung der Fälle auf den Zorn eines Schlangengottes zurück, eines Sohnes von Tupã, dem Schöpfer und Herrn des Donners in der Mythologie der Tupí-Guaraní.

    M’Boi, Schlangengottheit und Hüter der Gewässer, verlangte jedes Jahr das Opfer einer jungen Frau. Naipi war ihm versprochen, doch ein Krieger namens Tarobá verliebte sich in sie. Mitten in der Zeremonie, die sie ihm weihen sollte, flohen die beiden im Kanu flussabwärts.

    M’Boi kam dahinter. Vor Wut bohrte er sich in die Erde und drehte seinen Körper. Dabei riss er einen riesigen Spalt quer durch den Fluss, und das Wasser stürzte hinein. Naipi wurde zu einem der Felsen mitten in den Fällen, auf den die Strömung seither ohne Pause schlägt. Tarobá wurde zur Palme, die sich über die Schlucht neigt: nah genug, um sie zu sehen, und nie nah genug, um sie zu erreichen.

    Lies den nächsten Punkt, und dir fällt auf, dass Legende und Geologie denselben Riss beschreiben!

    Panoramablick auf die Kaskaden der Iguazu-Wasserfälle von der brasilianischen Seite des Iguaçu-Nationalparks, Brasilien.
    Photo: Miriam Duran

    3. Geformt von einem der größten Lavaströme der Erdgeschichte

    Als Gondwana zerbrach und sich der Südatlantik öffnete, vor rund 125 bis 115 Millionen Jahren, quoll Basaltlava aus riesigen Spalten im Kontinent. Sie bedeckte etwa 1,2 Millionen Quadratkilometer und stapelte sich bis zu 1.500 Meter hoch.

    Das ist die Serra-Geral-Formation, der größte Basaltlavastrom, der je auf kontinentaler Kruste dokumentiert wurde. Dasselbe Gestein taucht auf der anderen Seite des Ozeans wieder auf, in Namibia, wo es Etendeka heißt.

    Beim Abkühlen legte die Lava das Fundament für die Fälle. Von hier an folgt die Entstehung der Iguazu-Wasserfälle einer simplen Mechanik: Basalt bricht beim Erkalten senkrecht in Säulen und trennt sich waagerecht zwischen aufeinanderfolgenden Lavaströmen. Obendrauf sitzt eine widerstandsfähige Deckschicht von 8 bis 10 Metern, die die leichter angreifbaren Lagen darunter schützt. Wasser dringt in diese Fugen, unterhöhlt die Basis nach und nach, bis die harte Platte oben in großen Blöcken abbricht.

    Ein Wasserfall, nüchtern beschrieben. Wasser schleift das Gestein nicht gleichmäßig ab, sondern zieht eine Schicht unter der anderen weg. Die Kaingang erzählen, die Erde sei aufgerissen worden. Der Basalt widerspricht nicht.

    Iguazu-Wasserfälle bei Sonnenuntergang, mit aufsteigendem Nebel zwischen Kaskaden und Regenwald, Brasilien.

    4. Wie hoch sind die Iguazu-Wasserfälle? Breiter und höher als Niagara

    Die Standardzahl: 275 Wasserfälle auf einer Front von 2,7 Kilometern. Am Teufelsschlund (Garganta do Diabo) erreichen die Iguazu-Wasserfälle eine Höhe von 82 Metern. Zum Vergleich: Die Niagarafälle sind 1,2 Kilometer breit und rund 50 Meter hoch, die Victoriafälle über 1,6 Kilometer breit.

    Die 275 sind allerdings ein geschönter Durchschnitt. Je nach Wasserstand liegt die echte Zahl zwischen 150 und 300. In einem trockenen Monat schrumpfen kleine Kaskaden zum Rinnsal und verschwinden. Bei Hochwasser wachsen getrennte Fälle zu einem einzigen Vorhang zusammen. Anders gesagt: Du siehst nicht denselben Wasserfall, den der Besucher vor dir gesehen hat.

    Noch deutlicher sagt es die Wassermenge. Im Mittel gehen 1.746 Kubikmeter pro Sekunde über die Kante. Am 9. Juni 2014 waren es 45.700 Kubikmeter pro Sekunde: das Sechsundzwanzigfache des eigenen Durchschnitts und ungefähr das Neunzehnfache dessen, was Niagara an einem normalen Tag bewegt.

    Die Iguazú-Wasserfälle sind mehr als anderthalbmal so hoch wie die Niagarafälle. Der Unterschied ist so gewaltig, dass die ehemalige US-First-Lady Eleanor Roosevelt bei einem Besuch in Brasilien im Jahr 1944 angeblich ausrief: „Mein armes Niagara!“, als sie erstmals die gewaltigen Ausmaße der Iguazú-Wasserfälle sah.

    Der Teufelsschlund der Iguazu-Wasserfälle, eine Wand wasserreicher Kaskaden unter einer Gischtwolke, Brasilien.
    Photo: Ondrej Bocek

    5. Ein Vogel fliegt mitten durch den Wasserfall, um dahinter zu schlafen

    Der Rußsegler (Cypseloides senex) ist rund 18 Zentimeter lang und macht etwas, das nach einem Fehler aussieht. In der Dämmerung nimmt er Fahrt auf, fliegt auf die Fälle zu und verschwindet im weißen Vorhang. Kurz darauf kommt er genau dort wieder heraus, wo das Wasser wie eine feste Wand wirkt.

    Hinter dem Schleier, an einer nassen, senkrechten Wand, baut er ein flaches, scheibenförmiges Nest aus Moos und kleinen Steinen, mit Schlamm verklebt, und legt ein einziges Ei. Die Kolonien kleben an den Felsen neben und hinter dem fallenden Wasser. Der Grund ist Verteidigung: eine Wand, an der kein kletternder Jäger hochkommt, davor ein Vorhang aus Wasser, durch den kein fliegender Jäger will.

    Die Iguazu-Wasserfälle, die Tiere und der Wald ringsum hängen zusammen: Den Segler gibt es nur, weil seine Umgebung noch steht. Der brasilianische und der argentinische Park bilden gemeinsam den größten geschützten Rest des inneren Atlantischen Regenwalds, mit über 2.000 Pflanzenarten, mehr als 400 Vogelarten und etwa 80 Säugetierarten in einem Biom, das den größten Teil seiner ursprünglichen Fläche verloren hat.

    Genau dieser Verlust erklärt auch, warum rund um Iguazu die dichteste Ansammlung von Vögeln des Atlantischen Regenwalds gar nicht im Wald sitzt. Der Parque das Aves direkt am Eingang des brasilianischen Parks öffnete 1994 auf 16 Hektar Wald und hält heute mehr als 1.300 Vögel aus über 130 Arten, über 90 % davon im Atlantischen Regenwald heimisch. Mehr als die Hälfte stammt aus Beschlagnahmungen des illegalen Tierhandels und aus Misshandlungsfällen, nicht aus einer Zuchtvoliere.

    Der Park rettet nicht nur, er züchtet auch für die Auswilderung. In den begehbaren Großvolieren bleiben Vögel, die zurück in die Freiheit sollen, fit und behalten ihr natürliches Verhalten. Programme wie „Voa, Jacutinga“ züchten gezielt Schwarzmaskenguane, um deren Bestand im Heimatwald wieder aufzufüllen.

    Rußsegler sitzen an der nassen Felswand hinter dem Wasservorhang der Iguazu-Wasserfälle, Brasilien.
    Photo: José Mário S. Cassiano

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    6. Der Jaguar von Iguazu: eine der letzten Hochburgen der Art im Atlantischen Regenwald

    Ein Fakt für alle, die wegen der Tiere kommen. Seit 2005 zählen das brasilianische Projeto Onças do Iguaçu und das argentinische Proyecto Yaguareté die Jaguare des Grünen Korridors gemeinsam, Tier für Tier, alle zwei Jahre in einer binationalen Erhebung.

    2022 standen 224 Kamerastationen (72 in Brasilien, 152 in Argentinien) verteilt auf 582.123 Hektar. Das Ergebnis: 3.763 Fotos von 55 erwachsenen Jaguaren.

    Die Kurve dahinter ist brutal. Zwischen 1990 und 1995 lebten in der Region geschätzt 400 bis 800 Jaguare. Bis 2005 waren es noch 9 bis 11. Die Zählung von 2022 kam im gesamten Korridor auf rund 93 Tiere, die von 2024 auf etwa 84, in einer Spanne von 64 bis 110.

    Kleine Zahlen, und genau darum geht es. Das hier ist einer der letzten Orte im Atlantischen Regenwald, an dem eine Jaguar-Population noch funktioniert, in einem Biom, das sich einmal über fast die gesamte Küste Brasiliens zog und heute nur in Fragmenten überlebt.

    Wer den Iguazu-Nationalpark auf der brasilianischen oder der argentinischen Seite besucht, sieht von den Stegen aus keine Jaguare. Die Kameras der Forscher, die sie schützen sollen, bekommen sie trotzdem jedes Mal vor die Linse.

    Ein Jaguar ruht am grasbewachsenen Flussufer im Iguaçu-Nationalpark, Brasilien.
    Photo: Sam Power

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    7. Iguazu-Wasserfälle: Die Geschichte eines Privatbesitzes, bis ein Flugpionier eingriff

    1916 kam Santos Dumont, um sich die Fälle anzusehen, und stellte fest, dass sie einem privaten Grundbesitzer gehörten, dem Uruguayer Jesús Val. Am 8. Mai empfing Afonso Alves de Camargo, Präsident des Bundesstaats Paraná, den Mann, der die 14-bis über Paris geflogen hatte. Dumonts Argument: Der Staat solle das Land enteignen und einen Park daraus machen.

    Keine drei Monate später erklärte Dekret 653 vom 28. Juli 1916 insgesamt 1.008 Hektar am rechten Ufer des Iguaçu für gemeinnützig, direkt neben den damaligen Saltos de Santa Maria. Abgeschlossen war die Enteignung allerdings erst 1919, als Val die Entschädigung annahm.

    Die Nationalparks kamen später. Argentinien gründete seinen 1934, Brasilien folgte mit dem Iguaçu-Nationalpark am 10. Januar 1939, per Dekret-Gesetz 1.035 von Getúlio Vargas. Die UNESCO nahm den argentinischen Park 1984 in die Welterbeliste auf, den brasilianischen 1986.

    In Brasilien erinnert man sich an Santos Dumont wegen des Flugzeugs. In Foz do Iguaçu erinnert man sich an ihn als den Grund, warum die Fälle heute nicht hinter einem privaten Tor liegen.

    Sepia-Studioporträt des brasilianischen Luftfahrtpioniers Santos Dumont mit weißem Hut und Nadelstreifenanzug
    Photo: Museu Paulista (USP) Collection

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    8. Die Iguazu-Wasserfälle: UNESCO-Welterbe in Gefahr und neues Weltwunder

    Der Titel gilt nicht für die Ewigkeit, und einmal war er fast weg. Die Estrada do Colono, 1954 eröffnet, schneidet den brasilianischen Park in zwei Hälften. 1986 sperrte die Bundesregierung die Straße, 1987 wurde sie illegal wieder geöffnet, und vierzehn weitere Jahre lang blieb sie in Betrieb. 1999 setzte die UNESCO den Iguaçu-Nationalpark auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes.

    Endgültig dicht war sie am 13. Juni 2001, nach einer Aktion von Militär und Umweltbehörden des Bundes: Die Fahrbahn wurde auf ganzer Länge aufgebrochen und mit 25.000 Setzlingen bepflanzt. Im Dezember 2001 strich die UNESCO den Park wieder von der Liste. Der Druck, die Straße wieder zu öffnen, hat nie aufgehört.

    Zehn Jahre später kam die Schlagzeile mit umgekehrtem Vorzeichen. In einer weltweiten Publikumsabstimmung, die am 11. November 2011 um 11:11 Uhr endete, wurden die Iguazu-Wasserfälle zu einem der neuen 7 Weltwunder der Natur gewählt, zusammen mit dem Amazonasgebiet, der Halong-Bucht, Jeju, Komodo, dem unterirdischen Fluss von Puerto Princesa und dem Tafelberg.

    Beides stimmt, und beides muss man zusammen denken. Dieselben Jahre, die die Iguazu-Wasserfälle zum Weltwunder machten, sind die Jahre, in denen ihr Schutz fast verloren ging.

    Luftaufnahme der Iguazu-Wasserfälle bei Sonnenuntergang, mit dem Iguaçu, der sich durch den Regenwald windet, Brasilien.

    9. Genau ein Hotel steht im brasilianischen Nationalpark

    1958 im portugiesischen Kolonialstil eröffnet, bekam das Hotel das Cataratas 1971 und 1982 zwei weitere Flügel. Heute heißt es Belmond Hotel das Cataratas und ist nach wie vor das einzige Hotel im Iguaçu-Nationalpark.

    Diese Adresse ist mehr wert als die Architektur. Der Park hat feste Öffnungszeiten. Alle anderen kommen also nach dem Öffnen und sind vor dem Schließen wieder draußen.

    Wer drinnen schläft, hat den Weg vor dem ersten und nach dem letzten Bus für sich: die zwei Zeitfenster, in denen das Licht flach steht, die Gischt die Sonne einfängt und die Stege leer sind.

    Luftaufnahme des Belmond Hotel das Cataratas, des einzigen Hotels im Iguaçu-Nationalpark, Brasilien.

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    10. Iguazu-Wasserfälle und Vollmond: Fünf Nächte im Monat öffnet der Park im Dunkeln

    An fünf Nächten im Monat, rund um den Vollmond, öffnet der argentinische Park nach Sonnenuntergang. Drei Abfahrten pro Nacht, jede etwa zweieinhalb Stunden lang: mit dem Tren Ecológico de la Selva durch den Wald unter den Sternen, dann über den Stahlsteg hinaus zum Teufelsschlund, den nichts als der Mond beleuchtet.

    Worauf alle hoffen, ist ein Mondregenbogen, ein Regenbogen, der entsteht, wenn Mondlicht in der Gischt gebrochen wird, genauso wie Sonnenlicht am Tag. Nur schwächer und für das bloße Auge fast farblos.

    Obwohl es sich um ein faszinierendes Phänomen handelt, ist der Mondregenbogen bei Iguaçu nicht garantiert, da er von einem klaren Himmel, einem hochstehenden Mond und der genau richtigen Menge an Sprühnebel in der Luft abhängt.

    Ein Mondregenbogen spannt sich in einer Vollmondnacht unter dem Sternenhimmel über die Iguazu-Wasserfälle, Brasilien.

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